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Steckbrief Ohrgitterharnischwels

FAMILIE:
Loricariidae
ART:
Otocinclus sp.
URSPRUNGSGEBIET:
Südamerika, u. a. Brasilien, Peru, Kolumbien. Kleine Flüsse und Regenwaldbäche, die an den Ufern dicht bewachsen sind und sowohl Totholz wie auch Laub enthalten
GRÖSSE:
3 – 5 cm
PFLEGE:
Bereits in kleinen Aquarien ab 54 l gut haltbar, wenn ausreichend Grünalgen zu finden sind. Sie sind echte Gruppentiere, die nie allein gepflegt werden sollten. Sie fühlen sich wohler, wenn das Becken in Teilen etwas abgedunkelt ist
WASSERTEMPERATUR:
22 - 26 °C
PH-WERT:
6,0 – 7,8
WASSERHÄRTE:
3 – 18 °GH
VERHALTEN:
Otos sind friedliche Gesellen, die eher dämmerungs- und nachtaktiv sind. Sie sind dann in allen Bereichen des Aquariums zu finden, wo sie nach Futter suchen
NAHRUNG:
Ohrgitterharnischwelse brauchen Grün- bzw. Braunalgen in ausreichender Menge. Damit sie sich wohlfühlen, sollte auch Holz im Aquarium sein, das sie für ihre Gesundheit benötigen
BESONDERHEITEN:
Im Handel sind unterschiedliche Arten der Gattung Otocinclus erhältlich. Oft werden sie O. affinis bezeichnet, doch schwimmen in der Regel andere Arten in den Becken. Otos sind Aufwuchsfresser. Das bedeutet, dass sie eigentlich Allesfresser sind, die sich auch von den Mikroorganismen in den Algenrasen ernähren, die sie abweiden

Die putzigen, im wahrsten Sinne des Wortes, Zwergsaugwelse sind sehr interessante und nützliche Bewohner für Dein Aquarium. Sie sind bereits in kleinen Becken gut unterzubringen, sehr friedlich und hübsch anzusehen. Im beispielsweise mit Schwimmpflanzen teilweise abgedunkelten Aquarium sind sie auch tagsüber zu sehen. Ansonsten sind sie nach Feierabend eine gute Alternative zum Fernsehen, da sie oft in der abendlichen Dämmerung aktiv sind.

Wenn ausreichend passende Nahrung vorhanden ist, sind sie auch für Einsteiger in das schöne Hobby Aquaristik bestens geeignet. Du kannst sie mit einer Vielzahl im Handel verfügbarer Schwarmfische wie Barben und Salmlern vergesellschaften, aber auch Lebendgebärende wie Guppy und Platy sind passende Mitbewohner.

Herkunft

Ohrgitterharnischwelse, oft auch nur Ohrgitterwelse oder Otos genannt, stammen ursprünglich aus Südamerika. In allen Ländern, die den Gebirgszug der Anden nach Westen entwässern, sind sie zu finden. Sowohl in sehr schnell fließenden Bergbächen wie auch in Regenwaldflüssen im Tiefland sind sie als Teil des Ökosystems wichtige Lebewesen. Die durch Wald beschatteten Gewässer sind an den Rändern oder zumindest in Teilen dicht bewachsen. Herabgefallene Äste oder ganze, umgestürzte Bäume liegen im Wasser.

Verhalten

Ohrgitterwelse sind am liebsten mit ein paar Kumpels unterwegs, da sie sich in ihrer Anwesenheit sicherer fühlen, ganz nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“. Du wirst beobachten, wie sie an Blättern, den Scheiben oder auch der Dekoration Algenbeläge abweiden. Im Schutz der Nacht tummeln sie sich in allen Bereichen des Aquariums. Da Ohrgitterharnischwelse insgesamt oft recht scheu sind, halten sie sich gerne in Bodennähe und nahe ihren Lieblingsverstecken auf. Sie sind allen anderen Mitbewohnern des Biotop- oder Gesellschaftsaquariums absolut friedlich gegenüber eingestellt und können sogar mit Jungfischen und auch (Baby-)Garnelen völlig unproblematisch vergesellschaftet werden. Einige Halter berichten aber, dass sie die Tiere dabei beobachtet haben, dass sie sich gelegentlich an Skalaren oder Diskusfischen anheften und dort deren Schleimhaut annagen, was bei den Buntbarschen zu Unwohlsein führen kann.

Wie auch Panzer- und Antennenwelse verfügen Otocinclus über die Besonderheit der „Darmatmung“. Hin und wieder wirst Du beobachten können, dass die Tiere zur Oberfläche schwimmen und nach Luft schnappen. Der Sauerstoff aus der atmosphärischen Luft wird im Darm aufgenommen. Eine clevere Möglichkeit der Natur, Fische auch in sauerstoffarmen Gewässern überleben zu lassen. Solltest Du dieses Verhalten unüblich oft sehen, so ist dies ein Warnhinweis, dass der Sauerstoffgehalt Deines Aquarienwassers zu gering sein könnte.

Artgerechte Unterbringung und Pflege

Um Deine Ohrgitterharnischwelse so unterzubringen, dass sie sich wohl fühlen, solltest Du ihnen ein Aquarium mit mindestens 54 l Inhalt bieten. Dieses ist gut zu bepflanzen und sollte bereits lange „eingefahren“ sein. Da sie sehr viel passenden Algenwuchs brauchen, ist es nicht empfehlenswert, die kleinen Racker in ein neu gestartetes Aquarium als Algenprophylaxe einzusetzen. Das Aquarium sollte bestenfalls nicht ganz algenfrei sein, da diese rund um die Uhr zur Verfügung stehende natürliche Nahrung für das Gedeihen der Welse fast unersetzlich ist. Wichtig ist zu verstehen und zu berücksichtigen, dass Ohrgitterwelse neben den Algen auch den Aufwuchs dazwischen fressen. „Aufwuchs“ ist eine Bezeichnung, die vor allem auch im Zusammenhang mit ostafrikanischen Buntbarschen aus dem Malawi- und Tanganjikasee bekannt ist. Aufwuchs sind die in den Algenbelägen lebenden tierischen und pflanzlichen Kleinstlebewesen, die von den Fischen zusammen mit den Algen gefressen werden. Deshalb sind Otos eben keine echten Vegetarier, sondern eher Allesfresser, die auch tierische Anteile in ihrer Nahrung brauchen.

Die Aufwuchsfresser verbringen viel Zeit mit der Nahrungsaufnahme.

Ohrgitterharnischwelse haben einen für ihre Größe hohen Futterbedarf, deshalb solltest Du mehrmals täglich füttern. Weiterhin benötigen Otocinclus Holzanteile in der Einrichtung Deines Aquariums. Du wirst beobachten, dass die kleinen Harnischwelse gerne daran knabbern und so neben den darauf wachsenden Belägen mit den Holzraspeln ihren Bedarf an Ballaststoffen decken. Eine Auswahl geeigneter Hölzer für Dein Aquarium findest Du in Deinem Kölle Zoo Markt. Dichte Bepflanzung, dekorative Hölzer mit Versteckmöglichkeiten und zumindest teilweise abgedunkelte Bereiche gestalten das schöne Gesamtbild für ein echtes Ohrgitterwels-Paradies, in dem sich auch noch andere Fische und Wirbellose wohlfühlen.

Der Säuregrad des Wassers, also der pH-Wert, sollte im leicht sauren bis leicht alkalischen Bereich bei 6,0 – 7,8 liegen. Bei der Wasserhärte ist der Bereich weich bis mittelhart anzustreben, also Gesamthärte 3 bis 18 ° GH und Karbonathärte 2 bis 12 ° KH. Bitte verwende bei den regelmäßigen Wasserwechseln (alle 2 Wochen 30 %) ein Wasseraufbereitungsmittel. Otocinclus sind empfindlich gegenüber Kupfer und erhöhten Nitratwerten im Wasser. Benutze daher bei der Pflanzendüngung entsprechende Produkte, die auch für Garnelenaquarien geeignet sind, da diese noch anfälliger bzgl. Kupfer im Wasser sind. Sind die Ohrgitterwelse geschwächt, so fallen sie leicht bakteriellen Infektionen zum Opfer, die sich in aufgedunsenen Bäuchen oder roten Flecken äußern können. Durch gute Wasserpflege kannst Du die Keimdichte reduzieren und derartigen Infektionen vorbeugen. Achte besonders in der Eingewöhnung und bei sonstigem Stress auch darauf, ob die Welse weiße Pünktchen auf Haut und Flossen entwickeln oder die Flossen klemmen, ruckartig schwimmen und sich an Gegenständen im Aquarium scheuern. Dies alles sind Anzeichen für die Weißpünktchenkrankheit, die unerkannt und unbehandelt das Todesurteil für die kleinen Fischchen bedeutet würde.

Ernährung

Wie im vorigen Kapitel bereits erwähnt, steht und fällt die erfolgreiche Pflege der schönen Minisaugwelse mit der richtigen und vor allem ausreichenden Ernährung. Natürliche Algenbeläge bilden sich in einem biologisch aktiven Aquarium schnell von selbst. Wenn Du zusätzlich noch die eine oder andere Scheibe Deines Aquariums nicht von Algen befreist, finden Deine Otos zu jeder Zeit Dauerfutter, welches das Wasser nicht belastet und perfekt auf den Bedarf der Fische abgestimmt ist. Spätestens sobald Du bemerkst, dass junge Triebe Deiner Pflanzen von den Ohrgitterwelsen angeknabbert werden, solltest Du zufüttern. Dies ist optimal, wenn es zur jeweiligen Aktivitätszeit der Otocinclus und - sehr wichtig - dort, wo sie sich aufhalten, geschieht. Also am besten eine ganze oder geteilte Futtertablette dort ins Wasser fallen lassen, wo sich das Rudel am liebsten tummelt. Es wird von vielen Haltern berichtet, dass Ohrgitterharnischwelse nicht sehr durchsetzungsstark bei der Futterverteidigung und -aufnahme sind.

Ohrgitterharnischwelse raspeln auch gerne an frischem (Bio-)Gemüse.

Überbrühte Gurken- und Paprikastücke sind weiterhin gute Futtersorten, die Du zur Abwechslung hin und wieder verfüttern kannst. Natürlich fressen die Kleinen auch Futterreste, doch dies ist eher ein Zeichen, dass zu viel Futter in das Aquarium gelangt ist und als übliche Fütterungsmethode zu vermeiden, da diese zu einem Nährstoffüberschuss und somit in vielen Fällen zu einer Algen- oder gar Schneckenplage führen kann. Eine Langzeitfutterquelle stellen Seemandelbaumblätter dar, die Du getrocknet kaufen kannst und die Deinem Unterwasserbiotop nicht nur ein sehr natürliches Aussehen verleihen, sondern auch mit dem nach kurzer Zeit auf der Blattoberfläche wachsenden Biofilm eine hervorragende Weidefläche für Deine Ohrgitterwelse bieten.

Tipp: Im Kölle Zoo Markt in Deiner Umgebung findest Du Futterklammern, mit denen Du sowohl Seemandelbaumblätter als auch überbrühtes Gemüse befestigen kannst. So kannst Du auch leicht kontrollieren, ob das Futter angenommen wird und wann eine Nachfütterung notwendig ist.

Fortpflanzung und Zucht

Selbst erfahrene Welscracks sagen, dass die beabsichtigte Zucht eher schwierig ist und von sehr vielen äußeren Faktoren abhängig (z. B. natürliche Laichzeit, Wettereinflüsse). Gleichzeitig stellen sich in einem Aquarium, wie oben beschrieben gestaltet und gepflegt, häufig Zufallsnachzuchten ein. Möchtest Du es bewußt versuchen, so empfiehlt sich zunächst Geduld zu üben und das Extraaquarium über eine längere Zeit einzufahren. Das Zuchtaquarium von mindestens 54 l Inhalt solltest Du gut bepflanzen und mit vielen Versteckmöglichkeiten dekorieren. Das Aquarium zeitweise und kontrolliert (Beschattung durch Rollladen) dem Sonnenlicht auszusetzen, ist eine gute Möglichkeit den natürlichen Algenwuchs zu begünstigen. Neben einem pH-Wert im leicht sauren Bereich und regelmäßiger Wasserpflege ist vor allem das immer verfügbare Futter notwendig, um die Fische so zu konditionieren, dass die Weibchen Laich ansetzen und sich die Zuchttiere wohlfühlen.

Gut genährte Exemplare sind eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Zucht.

Unterschiedliche Züchter berichten von unterschiedlichen Konstellationen: Manche separieren einzelne Paare, andere wiederum setzen 2 bis 3 Männchen mit einem Weibchen zur Zucht an. Um die Verwirrung komplett zu machen, berichten andere erfahrene Züchter von Zuchtgruppen, in denen ein Männchen mit mehreren Weibchen verpaart wurden. Es führen offensichtlich auch bei der Oto-Zucht viele Wege nach Rom. Die trächtigen Weibchen erkennst Du an einem größeren Bauchumfang und oft auch an der Endgröße. Männchen sind in der Regel schlanker und bleiben etwas kleiner. Bis zur ersten richtigen Laichabgabe „übt“ das Paar oder die Gruppe mit ein paar Scheinpaarungen. In dieser Phase wirst Du eine große Schwimmaktivität der Ohrgitterwelse beobachten können, dabei folgen die Männchen den Weibchen durch das gesamte Becken. Während das Weibchen an einer Stelle putzt, ist ein Männchen in Höhe der Afterflosse und putzt dort das Laichsubstrat. Manche Züchter beschreiben, dass es auch vorkommt, dass die Männchen direkt auf Höhe der Afterflosse am Weibchen raspeln. Dieses Verhalten dient möglicherweise der Stimulation des Weibchens. Das Weibchen dreht sich an der geputzten Stelle auf Höhe der jetzt sichtbaren Legeröhre zum Männchen. Dieses krümmt sich um den Kopf des Weibchens in die sogenannte „T-Stellung“, die man im Übrigen sonst auch von Panzerwelsen kennt. In dieser Position werden 2 – 6 Eier abgelegt. Diese sind klebrig und heften so am Laichsubstrat. Dieses können Steine, Blätter oder auch die Scheiben Deines Aquariums sein. Abhängig von der Größe des Weibchens werden zwischen 20 und 200 Eiern, über viele Paarungen verteilt, im Aquarium gelegt.

Die Elterntiere fressen den Laich nicht, dennoch ist es ratsam, die Zuchttiere nach dem Ablaichen aus dem Becken zu fangen und in das ursprüngliche Aquarium zu setzen. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die kleinen Welsbabys nach ca. 46 bis 52 Stunden. In den ersten Tagen nach dem Schlupf ernähren sie sich von ihrem Dottersack. Sobald dieser aufgebraucht ist, wirst Du beobachten können, dass die Kleinen von dem gleichen Aufwuchsfutter fressen wie die erwachsenen Tiere. Über einen 4/6 mm Luftschlauch kannst Du zusätzlich flüssiges Planktonlebendfutter aus dem Kühlschrank zufüttern. Die Mitarbeiter Deines Kölle Zoo Marktes beraten Dich gerne. Es ist empfehlenswert genau auf den tatsächlichen Futterbedarf der Ohrgitter-Kindergartenkinder zu achten. Sie brauchen regelmäßig frisches Futter. Das nicht gefressene solltest Du ungefähr eine halbe Stunde nach der Fütterung mit einem dünnen Schlauch vorsichtig absaugen und mit aufbereitetem und temperiertem Frischwasser das Aufzuchtaquarium wieder auffüllen. Bitte wechsle mindestens einmal pro Woche 20 % des Beckeninhalts gegen aufbereitetes und temperiertes Frischwasser. Sobald die kleinen Ohrgitterwelse ungefähr 1,5 cm groß sind, kannst Du sie in das Aquarium der Alttiere setzen.

Fragen und Antworten zum Ohrgitterharnischwels

Sind Ohrgitterharnischwelse empfindlich?

Ohrgitterzwergharnischwelse sind sehr empfindlich gegenüber Stress. Folgende Faktoren belasten Otos sehr: Fangstress, Orts- und Wasseränderungen und neue Futtersorten, die sie nicht kennen. Aus diesem Grund sind Ohrgitterwelse nicht für frisch eingefahrene Aquarien zu empfehlen. Sie brauchen ausreichend Algenbeläge. Kieselalgen, Braun- und Grünalgen im Aquarium helfen die neuen Pfleglinge gut willkommen zu heißen und eine Basis für die Futterumgewöhnung zu schaffen. Wichtig ist auch zu wissen, dass Otocinclus, wie auch Wirbellose, sehr empfindlich gegenüber Kupfer und Schwermetallen im Wasser sind. Bitte prüfe diese Werte oder lass am besten Dein Aquarienwasser im Kölle Zoo Markt testen und von den Fachleuten vor Ort beurteilen. Lasse Dir bitte viel Zeit bei der Eingewöhnung der Neuen an Deine Wasserverhältnisse. Das langsame „Zutropfen“ des Beckenwassers über einen dünnen und gedrosselten Aquarienschlauch hilft Dir dabei. In der Regel sind Ohrgitterharnischwelse nach 14 Tagen in Deinem Aquarium gut eingewöhnt und „über den Berg“.

Mit welchen anderen Mitbewohnern können Ohrgitterwelse vergesellschaftet werden?

Mögliche Tiere, die Du mit Otocinclus pflegen kannst, sind friedliche Fische, die die zarten Zwergharnischwelse nicht fressen oder jagen. Barben, Bärblinge und unterschiedliche Salmler sind Arten, die eine völlig unproblematische Gesellschaft darstellen. Auch Garnelen und Schnecken sind in Oto-Aquarien sicher. Ja, sogar Garnelenbabys werden nicht behelligt. Da Ohrgitterwelse sehr viel Nahrung benötigen, solltest Du vorsichtig mit Amanogarnelen oder anderen algenfressenden Mitbewohnern sein, da die kleinen Saugwelse sonst Hunger leiden könnten. Eine ausreichende Futterversorgung ist das A und O für eine erfolgreiche Pflege.

Wie sieht ein perfektes Aquarium für Ohrgitterharnischwelse aus?

Ein nicht gänzlich blitzblank geputztes Aquarium, das dicht bepflanzt und mit Hölzern dekoriert ist, bietet beste Voraussetzungen für ein echtes Otocinclus-Paradies. Die Temperatur sollte zwischen 23 und 26 °C liegen. Der Säuregrad des Wassers ist optimal im leicht sauren bis leicht alkalischen Bereich, also pH 6,0 – 7,8. Die Gesamthärte sollte bestenfalls unter 10 °dH sein. Der höchste Wert sollte 18 °dH nicht überschreiten. Bei der Karbonathärte gilt ähnliches, doch sollte diese nicht niedriger als 3 ° KH sein, um einem Säuresturz vorzubeugen. Eine dichte Bepflanzung bietet den algenfressenden Fischen neben Versteckmöglichkeiten vor allem auch viele Oberflächen zum Abweiden. Die Pflanzen dunkeln das Aquarium ferner etwas ab und Ruhezonen am Boden entstehen so. Je nach Aquariengröße solltest Du mindestens 6 Ohrgitterharnischwelse halten, da die Gruppenhaltung notwendig ist, damit sie ihre natürliche Scheu mit der Zeit ablegen und sich richtig wohl fühlen, ja zutraulich werden.

Wie groß und alt werden Ohrgitterwelse?

Otocinclus werden je nach Art bis zu 5 cm lang. Bei guter Pflege des Aquariums durch regelmäßige Wasserwechsel und vor allem das richtige Futter, das „immer“ zur Verfügung steht, werden Ohrgitterharnischwelse maximal 7 Jahre alt. Im Durchschnitt berichten Halter von 3 - 5 Jahren Lebensdauer.

Welche Otocinclus-Arten gibt es?

Unter dem Namen „Ohrgitterharnischwels (Otocinclus affinis)“ sind mehrere Arten, die im Verhalten und ihren Haltungsansprüchen ähnlich sind, im Handel zu finden. Otocinclus affinis, die zwischenzeitlich auch einmal Macrotocinclus affinis hießen, sind nicht oder nur sehr selten im Umlauf, da aus Südbrasilien, wo sie in der Natur vorkommen, fast keine Exporte versandt werden. Die derzeit regelmäßig im Handel vorhandenen Arten sind: O. hoppeimacrospilusbatmani und vittatus. Diese bleiben allesamt kleiner als 4 cm. Alle aktuell erhältlichen Arten sind Wildfänge, was aufgrund ihrer großen Anzahl in der Natur vorkommender Individuen und ihrer hohen Nachkommenszahlen kein Problem ist. In der Zwischenzeit gibt es Bestrebungen professioneller Züchter Ohrgitterwelse für den Handel zu züchten. Die Wildimporte kommen am häufigsten aus den Ländern Kolumbien, Peru und Brasilien. Es sind auch teilweise auch Arten aus Paraguay, Argentinien und Venezuela in den Aquarien der Zoohändler zu sehen, doch sind Importe dieser Fische aus den letztgenannten Ländern eher selten.

Gibt es weitere Besonderheiten zu Otocinclus?

Um die eingangs erwähnten Anfangsherausforderungen möglichst klein zu halten oder gar abzuwenden, empfiehlt es sich in Deinem Kölle Zoo Markt mit einem Mitarbeiter des Aquaristik Teams zu sprechen und folgende Punkte zu ergründen bzw. genau zu betrachten:

1. Finde heraus, wie lange die Tiere bereits im Laden sind.

2. Welches Futter wird gefüttert? Lass Dir bestenfalls die Fütterung und die Reaktion der Tiere darauf zeigen.

3. Du solltest in aller Ruhe die Fische beobachten und besonders auf das Schwimmverhalten, die Bauchlinie sowie ggf. abweichende Färbung achten.

Da die Fütterung der Schlüssel sowohl zum erfolgreichen Start als auch die langfristige Freude an den Tieren ist, hilft es Dir ungemein, wenn die Fische bald nach dem Einsetzen in Dein Aquarium an das Futter gehen, das Du für sie auswählst.

Seinen Namen verdankt der Ohrgitterharnischwels übrigens der netzartigen Struktur eines Knochens in seinem winzigen Schädel.

Was fressen Ohrgitterwelse?

Wenn Otocinclus fit und gesund sind, siehst Du sie in einem bepflanzten, leicht abgedunkelten Aquarium eigentlich dauernd an irgendwelchen Oberflächen knabbern. Sie ernähren sich von Algenbelägen und den darin lebenden Mikroorganismen, die man „Aufwuchs“ nennt. Somit sind sie keine echten Vegetarier, sondern eher Allesfresser. Sie können nur bedingt „auf Vorrat“ fressen, deshalb ist es notwendig, dass das passende Futter immer verfügbar ist.

Wie viele Otocinclus solltest Du halten?

Ohrgitterharnischwelse kommen in der Natur oft in Schwärmen vor. Hunderte, ja manchmal Tausende dieser Minirasenmäher sind in den Habitaten unterwegs. Dieses Schwarmverhalten schützt vor Fressfeinden. Oft sind sie zusammen mit Panzerwelsen unterwegs. Deren erster Brustflossenstachel ist giftig, was sie als Beute unattraktiv und eher gefährlich für mögliche Räuber macht. Um das natürliche Verhalten von Otocinclus erleben zu können, empfehlen sich Gruppen ab 6 Tieren, je nach Beckengröße auch gerne mehr.

Für wen eignen sich Ohrgitterwelse?

Sie sind ein bereichernder Besatz auch für ein kleines Aquarium, das bereits seit mehreren Monaten in Betrieb ist und gut bepflanzt ist. Grundkenntnisse des schönen Hobbys Aquaristik sollten vorhanden sein, im Besonderen in Bezug auf die ausreichende Versorgung mit dem richtigen Futter, dann hast Du viel Freude an der quirligen kleinen Putzkolonne.

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