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Steckbrief Dobermann

Gruppe:
Pinscher
Ursprungsland:
Deutschland
Zuchtziel/Verwendung:
Begleithund, Arbeitshund: Wach- und Schutzhund
Widerristhöhe:
Rüde 68-72 cm Hündin 63-68 cm
Gewicht:
Rüde 40-45 kg, Hündin 32-35 kg
Fellfarbe:
Schwarz oder braun mit rotbraunen Lohabzeichen
Charakter:
Friedlich, sportlich, mutig, stolz, kinderlieb, wachsam, temperamentvoll
Haltung:
Braucht viel Bewegung. Regelmäßig bürsten.

Herkunft und Geschichte des Dobermanns

Der Dobermann ist eine anerkannte deutsche Hunderasse, die nach ihrem Züchter Friedrich Louis Dobermann benannt ist. Gezüchtet wurde er als Haus- und Hofhund, das bedeutet, dass die Rasse als Schutzhund fungieren sollte, der gleichzeitig sehr gehorsam ist. Deshalb wurden sie bereits früh auch als Polizeihunde eingesetzt, was ihnen den Beinamen „Gendarmenhund“ einbrachte. Auch heute fungiert er als Helfer der Polizei und als Sanitätshund. Gezüchtet wurde der Dobermann hauptsächlich aus einer Mischung von so genannten Fleischerhunden, wie beispielsweise Rottweiler und Schäferhund. Heute ist der Dobermann eine vom FCI anerkannte Hunderasse. Durch eine Ergänzung im November 2015 erhielt der Dobermann einen neuen Rassestandard, der das kupieren von Ohren und Schwanz nicht mehr vorsieht.

Aussehen

Der Dobermann ist ein mittelgroßer und athletisch-muskulös gebauter Hund, die elegante Linienführung seines Körpers ist dabei Ausdruck seiner Entschlossenheit und stolzen Haltung sowie seines temperamentvollen Wesens.

1) Körperbau

Die Kontur des Dobermanns wirkt nahezu quadratisch, da die Rumpflänge die Widerristhöhe bei Rüden um nicht mehr als 5 % und bei Hündinnen um nicht mehr als 10 % überschreiten sollte. Der kräftige Kopf fällt nicht zu den Ohren hin ab und zeigt ausgeprägte Augenbrauenbögen, die jedoch nicht hervortreten. Die Augen sind mittelgroß, oval und von einer intensiven dunklen Farbe. Die Ohren müssen naturbelassen sein, setzen an der höchsten Stelle des Oberkopfes seitlich an und liegen im Idealfall an den Wangen an. Auch die Rute bleibt naturbelassen und wird in einem leichten Bogen nach oben getragen. Der Gang des Dobermanns ist elegant, wendig und frei und zeigt seine Leistungsfähigkeit.

2) Körpergröße und Gewicht

Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 68 – 72 cm und ein Gewicht von 40 – 45 kg, während ihr weibliches Pendant mit 63 – 68 cm ein wenig kleiner und mit 32 – 35 kg ein bisschen graziler daher kommen. Hinsichtlich der Körpergröße ist sowohl bei den Rüden als auch bei den Hündinnen die Mittelgröße anzustreben.

3) Farben

Der Dobermann trägt sein Fell kurz, dicht, glänzend und enganliegend ohne Unterwolle. Als Farben sind den Rassestandards folgend zwei Varietäten zugelassen: Schwarz oder Braun mit rostrotem, scharf abgegrenzten und sauberem Brand.

Charakterzüge und Wesen

Der Dobermann ist zunächst einmal als sehr friedlich einzustufen. Insbesondere in der Familie ist er sehr ruhig, wenn nicht sogar anhänglich. Daneben ist er sehr loyal, was ihn auch zu einem starken Beschützer werden lässt. Dabei kann dann auch seine furchtlose und selbstbewusste Art in den Vordergrund treten. Gepaart mit seiner Intelligenz und seinem Gehorsam ergibt sich daraus der perfekte Hütehund. Häufig wird dem Dobermann von außen als aggressiv empfunden, dabei gehört er lediglich zu den Hunden mit mittlerer Reizschwelle. Dieser Hund unterscheidet klar zwischen Freund und Fremden – zu seinem engen Bezugskreis hat er eine sehr enge Bindung, Fremden gegenüber ist er eher misstrauisch. Um sein Wesen in gute Bahnen zu lenken, sind eine gute Erziehung und eine körperliche und geistige Auslastung unbedingt nötig.

Passt ein Dobermann zu mir? Wie muss er gehalten werden?

1) Auslauf

Der Dobermann hat einen großen Bewegungsdrang. Er liebt Auslauf – am besten viele und lange Strecken, bei denen er auch die Möglichkeit hat, sich richtig auszutoben. Dies zeigt schon, dass diese Rasse nicht der geeignete Hund für eine Stadtwohnung ist. Auf Grund seiner Intelligenz liebt der Dobermann es auch, wenn sein Kopf gefordert wird.

Daher liebt er Hundesport wie Agility oder auch Obedience Training. Aber man kann auch einfach in den täglichen Spaziergang kleine Such- und Fährtenspiele einbinden. Das wichtigste für den Dobermann ist, dass er immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wird.

2) Ernährung 

Der Dobermann ist, wie bereits erwähnt, ein sehr aktiver Hund. Daher hängt die Menge seiner Nahrung, neben seinem Geschlecht und seiner Größe, immer stark von seiner Bewegung ab. Bei der Wahl des Futters sollte man auf die Qualität achten; viele Nährstoffe und möglichst wenig Füllstoffe sind bei der Zusammensetzung wichtig. Letztere sollte man meiden, da sie häufig Allergien auslösen. Ob man jedoch Nass- oder Trockenfutter wählt, ist dabei weniger relevant. Beide Futterarten haben ihre Vor- und Nachteile. Häufig empfiehlt es sich, beide Arten zu mischen. Durch die Fütterung mit zwei verschiedenen Futtern erreicht man auch eine möglichst große Bandbreite an Nährstoffen, so dass seltener Mangelerscheinungen auftreten. Ob der Dobermann richtig ernährt ist, erkennt man häufig an seinem Fell: Glänzt dieses und fühlt sich geschmeidig an ist dies ein positives Zeichen. Auch sollte ein Hund dieser Rasse stets aufgeweckt und aktiv wirken. Daneben spielt das Gewicht im Allgemeinen eine wichtige Rolle als Auskunft über eine gute Ernährung; der Hund sollte weder untergewichtig noch übergewichtig sein. Bei einer Größe von 61-68 cm wiegen Dobermannweibchen zwischen 27kg und 41kg. Da die Rüden meist etwas größer sind (66-72 cm), wiegen diese auch zwischen 34kg und 45kg.

3) Pflege

Die Pflege des Dobermanns ist relativ simpel. Auf Grund seines von Natur aus kurzen Fells ist hier kein großer Pflegeaufwand nötig, lediglich gelegentliches Bürsten erhöht den Glanz des Fells. Wie bei allen Hunden sollten die Augen, Ohren und Zähne mit dem Zahnfleisch regelmäßig kontrolliert werden. Da der Dobermann häufig unter der Herzkrankheit DCM leiden, sollte man auch dieses regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen.

Typische Erkrankungen

1) Herzerkrankungen

Dilatative Kardiomyopathie (DCM)

Eine der häufigsten Krankheiten des Dobermanns ist die bereits oben erwähnte, vererbbare Herzkrankheit DCM. Dies steht für Dilatative Kardiomyopathie. Hierbei handelt es sich um eine sehr aggressive Erkrankung, die zum plötzlichen Herztod des Hundes führen kann. Insgesamt leiden weit über 50% der Dobermänner unter dieser Krankheit und ein Drittel der betroffenen Hunde stirbt an der Herzmuskelschwäche, noch bevor sein Besitzer Kenntnis über die Krankheit hat. Ein Mittel gegen diese Krankheit gibt es noch nicht. Vielmehr versucht man, die Krankheit auszulöschen, in dem betroffene Hunde nicht zur Zucht eingesetzt werden. Dies gestaltet sich jedoch schwierig, da die Krankheit häufig erst nach Jahren erkannt werden kann.

2) Autosomal-rezessive Erberkrankungen

Kongenitale Vestibularsyndrom

Das Kongenitale Vestibularsyndrom ist ebenfalls eine Erbkrankheit, die besonders häufig Dobermänner trifft. Hierbei tritt eine Schädigung des Innenohrs auf, die von Gleichgewichtsstörungen bis hin zu einer beidseitigen Taubheit führen kann. Als Symptome eines kongenitalen Vestibularsyndroms gelten insbesondere das Schiefhalten des Kopfes, Schielen, Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen sowie eine erhöhte Neigung zum Umfallen. Neben einer Vererbung können auch bakterielle oder mykotische Infektionen sowie Hirnschädigungen z. B. durch einen Unfall Ursache des Kongenitalen Vestibularsyndroms sein.

3) Hauterkrankungen und Allergien

Demodikose, Follikulitis und Alopezie

Auch leiden Dobermänner häufiger an Hauterkrankungen, die meist durch Allergien ausgelöst werden. Daher sollte man Allergieauslöser, wie negative Umwelteinflüsse oder Füllstoffe im Futter, meiden. Zu den oft auftretenden Erkrankungen zählt z. B. die Demodikose, dabei handelt es sich um einen Milbenbefall, der örtlich begrenzt oder am ganzen Körper auftreten kann. Als Symptome treten ein mit starkem Juckreiz einhergehender Haarausfall auf. Unbehandelt können im weiteren Verlauf Sekundärinfektionen und eitrige Hautentzündungen vorkommen. Auch die sogenannte Follikulitis, eine Entzündung der Haarfollikel, tritt beim Dobermann häufiger auf als bei anderen Hunderassen. Sie zeigt sich zumeist im Bereich der Schnauze bzw. des Gesichtes. Auf unterschiedliche Umwelteinflüsse lässt sich eine Alopezie zurückführen, die mit teils starkem Haarverlust einhergehen kann.

4) Gelenkerkrankungen

Hüft- und Ellenbogendysplasie

Daneben ist diese Rasse, so wie jeder große Hund, vermehrt von Gelenkkrankheiten wie z. B. Hüft- oder Ellenbogendysplasie betroffen. So sollte man insbesondere in den ersten Jahren des Wachstums auf die Bewegung des Dobermanns achten: Treppensteigen sollte immer vermieden werden. Auch ein hohes Gewicht beansprucht die Gelenke übermäßig, daher sollte man stets darauf achten, dass das Gewicht des Tieres im oben genannten Normbereich liegt.

Fragen & Antworten zum Dobermann

1) Ab wann kann man einen Dobermann kastrieren?

Wie bei allen Hunden gilt: keine Kastration während der Wachstumsphase, da die Hormone einen wichtigen Einfluss auf das natürliche und gesunde Wachstum haben. Daher ist von einer Kastration unter einem Jahr immer dringend abzuraten und frühestens mit der Geschlechtsreife des Hundes, besser noch nach der Pubertät, durchzuführen.

2) Ab wann ist ein Dobermann ausgewachsen?

Der Dobermann ist in seiner Höhe meist mit 1 – 1 ½ Jahren ausgewachsen. Danach wachsen meist jedoch noch sein Brustkorb und sein Kopf. Vollständig ausgewachsen ist er meist erst mit 3 Jahren.

3) Ab wann ist die Rasse geschlechtsreif?

Die Geschlechtsreife des Dobermanns tritt meistens um den 12. Lebensmonat ein. Man merkt dies daran, dass der Hund versucht seine Grenzen auszutesten und die Rangordnung in Frage stellt. Einher geht auch das so genannte „Aufreiten“.

4) Ab wann wird der Hund ruhiger?

Der Dobermann ist eine Rasse, die im Kopf lange jung bleibt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Dobermann noch mit 3 oder 4 Jahren wild und im Kopf jung geblieben ist. Hier ist also Geduld gefragt.

5) Ist der Dobermann ein Kampfhund?

Der Begriff Kampfhund ist sehr ungenau. Heutzutage spricht man bei einem gefährlichen Hund von einem Listenhund. Wenn Kampfhund impliziert, ob der Hund gefährlich ist, ist die Frage grundsätzlich zu verneinen, jedoch sollte man viel Zeit und Ausdauer in seine Ausbildung legen, damit es nicht zu Problemen kommt. Durch seinen sehr hohen Schutzinstinkt kann der Dobermann Fremden gegenüber eine aggressive Haltung an den Tag legen, die ihm aberzogen bzw. kontrolliert werden sollte.

6) Ist die Rasse ein Listenhund?

Der Dobermann gilt ausschließlich in Brandenburg als Listenhund. Daneben stufen jedoch einige Haftpflichtversicherungen die Rasse als gefährlich ein, was zu einem höheren Beitrag führen kann. Es wird immer wieder diskutiert, ob der Dobermann auch in anderen Bundesländern als Listenhund eingestuft werden soll. Daher sollte man einfach früh mit der Ausbildung des Hundes beginnen, um im Falle des Falles schnell auf einen Wesenstest vorbereitet zu sein.

7) Dobermann als Familienhund - Geht das?

Der Dobermann kann sehr gut auch als Familienhund gehalten werden, da er eine sehr große Loyalität zu seiner Familie aufweist. Auch ist er sehr kinderlieb. Wichtig ist nur, dass man das Tier gut erzieht und sozialisiert. Da Aggressivität aus Langeweile entstehen kann, sollte man darauf achten, dass der Dobermann trotz Familie immer genug Bewegung und Auslauf bekommt.

Wie sind eure Erfahrungen mit Dobermännern? Schreibt uns eure Erfahrungen gern in die Kommentare!

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