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Steckbrief Japan Chin

Gruppe:
Japanische Spaniel
Ursprungsland:
Japan
Zuchtziel/Verwendung:
Begleithund
Widerristhöhe:
ca. 25 cm
Gewicht:
2-6 kg
Fellfarbe:
Schwarz-weiß, braun-weiß
Alter:
12-14 Jahre
Charakter:
Treu ergeben, fröhlich, anhänglich, lebhaft, aufgeweckt
Haltung:
Benötigt nicht viel Auslauf, ist aber dennoch für längere Spaziergänge zu begeistern. Regelmäßig Ohren und Augen kontrollieren, verträgt keine große Hitze

Herkunft und Geschichte

Der „Japan Chin“, kurz „Chin“ oder auch „Japanischer Spaniel“ genannt, ist eine asiatische Hunderasse. Chin ist die Kurzform von „Chiichi inu“, was „kleiner Hund“ bedeutet. Die Rasse wird schon sehr lange Zeit gezüchtet und hat von jeher die Aufgabe eines Begleithundes. Im Jahr 732 nach Christus gelangten die ersten Chins als Geschenke des damaligen Herrschers Koreas an den japanischen Hof. Der japanische Adel war begeistert von der Rasse und die Hunde wurden mit Begeisterung gezüchtet. Das Zuchtziel war ein möglichst kleiner Hund, der im Idealfall in die Kimonoärmel der adligen Japanerinnen passte.
1613 wurde die Rasse erstmals nach England importiert und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem sehr beliebten Begleithund für adlige Damen. Kaiserin Augusta erhielt 1880 zwei Japan Chins als Weihnachtsgeschenk von der japanischen Kaiserin und somit wurde die Rasse auch in Deutschland bekannt. Der Japan Chin blieb aber weiterhin den Reichen und Adligen vorbehalten und ist auch heutzutage eine bei uns selten anzutreffende Hunderasse. Der Japan Chin eignet sich hervorragend als Familien- und Bürohund und findet auch in einer kleinen Stadtwohnung ausreichend Platz.

 

Aussehen

1) Körperbau

Der Japan Chin verfügt über einen kompakten Körper, wobei bei männlichen Tieren idealerweise die Widerristhöhe der Körperlänge entspricht. Weibliche Hunde weisen meist eine etwas längere Rückenpartie auf. Durch die langen und schlanken Beine wirkt die Rasse sehr elegant. Der Japan Chin gehört zu den brachycephalen Hunderassen. Die Nase ist kurz, der Kopf relativ breit. Der Chin hat große, weit auseinanderstehende Augen. Die Rute ist lang und wird seitlich über dem Rücken zusammengerollt getragen.

 

2) Körpergröße und Gewicht

Dem Rassestandard des Japan Chins entspricht eine Widerristhöhe von bis zu 25 cm bei einem Körpergewicht von bis zu 6 kg.


3) Farben

Dem Standard entsprechende Fellfarben sind schwarz-weiß und braun-weiß. Darüber hinaus finden sich noch weitere, allerdings nicht vom Standard anerkannte Farbvarianten. Es gibt z. B. dreifarbige Japan Chins („tricolor“) mit schwarz-weißem Fell und rehbraunen („lohfarbenen“) Abzeichen über den Augen und an den Wangen. Rot-weiß gefleckte Hunde mit schwarzen Strähnen weisen die Färbung „sable“ auf. Außerdem gibt es Chins mit schoko-farbenem Fell sowie mit „merle“ Zeichnung. Von merle spricht man bei einer stellenweisen Aufhellung der Grundfarbe des Fells.

Zusatzinfo: Japan Chins mit kleinem runden Fleck auf dem Kopf waren lange Zeit besonders begehrt. Man sagt, sie seien von Buddha gesegnet und der Fleck stelle den Daumenabdruck dessen dar.

 

Charakterzüge und Wesen

„Klug wie ein Affe, leise und zärtlich wie eine Katze und so unbeirrbar treu wie ein Hund.“
Dies ist die klassische japanische Beschreibung für das Wesen des Japan Chins. Chins sind aufgeweckte, fröhliche und sehr menschenbezogene Hunde. Sie wollen immer gefallen, man sagt sie haben einen großen „will to please“ („Willen zu gefallen“). Die Rasse ist daher relativ einfach zu erziehen und somit ein perfekter Anfängerhund. Ein Jagdtrieb ist bei Japan Chins quasi nicht vorhanden, so dass man sich bei Spaziergängen in Wald und Feld wenig Sorgen um eventuell anwesende Wildtiere machen muss. Der Chin verfügt aber durchaus über einen Wachtrieb, der mitunter recht stark ausgeprägt sein kann. Daher bellt die Rasse auch hin und wieder, wobei die Stimme des Japan Chins eher leise ist. Japan Chins sind sehr sensible Hunde, die sich sehr gut in ihr Herrchen oder Frauchen einfühlen können. Wegen ihres hohen Einfühlungsvermögens wird die Rasse auch als Therapiehund eingesetzt. Chins gehen eine starke Bindung zu „ihrem“ Menschen ein und möchten am liebsten immer und überall dabei sein, auch nachts. Wie alle kurzschnäuzigen Hunderassen schnarchen Japan Chins mehr oder weniger stark im Schlaf, bedenke dies bitte vor der Anschaffung. Sie bleiben nicht gerne lang allein und leiden recht häufig unter Trennungsangst.

 

Passt ein Japan Chin zu mir? Wie muss er gehalten werden?

1) Auslauf

Der Japan Chin ist ein durchaus bewegungsfreudiger Hund, der längere Spaziergänge liebt. Sehr anstrengende sportliche Aktivitäten vor allem bei Hitze bekommen ihm jedoch nicht gut, da die Rasse durch ihre kurze Nase mit Hitze nicht so gut zurechtkommt. Japan Chins lernen gerne Tricks und sind meist auch für Clickertraining zu begeistern.


2) Ernährung

Du kannst deinem Japan Chin sowohl konventionelles Nass- oder Trockenfutter geben, oder ihn nach einem Rohfütterungsmodell ernähren. Ein ausreichend hoher Fettgehalt im Futter unterstützt das Fellwachstum und die gepflegte Erscheinung des Haarkleides.


3) Pflege

Der Japan Chin ist eine Langhaarrasse. Sein Fell ist seidig und glatt und am Hals, den Oberschenkeln und der Rute besonders lang. Man sagt, der Hund sei „befedert“.
Chins haaren relativ viel. Du solltest das Fell einmal täglich vorsichtig kämmen und bürsten, so verhinderst Du, dass Dein Hund verfilzt und außerdem verliert er dann nicht so viele Haare in der Wohnung. Wichtig sind außerdem Reinigung und Pflege der Augenregion. Am besten Du reinigst diese mit einem weichen, feuchten Tuch. Zum Anfeuchten eignet sich Wasser oder Tränenfleckentferner. Nach der Reinigung solltest Du die Augenregion abtrocknen, damit sich in dort keine Feuchtigkeit sammelt.


Typische Erkrankungen

Beim Japan Chin können einige rassetypische Erkrankungen auftreten, z. B.:

  • Brachycephales Syndrom (Obere-Luftwege-Syndrom): Die von der üblichen Hundeanatomie abweichende Kopfform (kürzerer und breiterer Schädel als üblich) kann unterschiedliche gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Diese werden unter dem Begriff brachycephales Syndrom zusammengefasst. Bei Japan Chins äußern sich diese Beeinträchtigungen meist in Atembeschwerden und Problemen mit dem Gaumensegel. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei manchen Tieren kommen z. B. Atemprobleme erst bei Hitze zum Vorschein, bei anderen sind sie dauerhaft zu beobachten und zu hören. Je nachdem welche Beschwerden vorliegen, kann nur eine Operation helfen, die Symptome zu lindern.
  • Distichiasis: Bei dieser Krankheit wachsen feine Härchen, ähnlich eines zweiten Wimpernpaares, aus den Talgdrüsen des Augenlides in Richtung Augapfel und führen zu einer Reizung des Auges, ähnlich dem „Wimpernscheuern“.
  • Wimpernscheuern (Trichiasis): Bei dieser Erkrankung reiben die Wimpern auf der Binde- bzw. Hornhaut des Auges, was zu Augenreizungen führt. Wichtig ist eine Behandlung der Erkrankung durch einen Tierarzt, da sie sonst zu Hornhautschäden und Verlust der Sehschärfe führen kann.

Sowohl Distichiasis als auch Trichiasis sind sehr schmerzhafte Erkrankungen, die den Hund stark beeinträchtigen. Suche deshalb bitte bei tränenden oder geröteten Augen immer umgehend einen Tierarzt auf.

  • Grauer Star (Katarakt): Beim Grauen Star kommt es zu einer Eintrübung der Augenlinse mit der Folge der Erblindung.

Kalkuliere unbedingt mögliche Tierarztkosten vor der Anschaffung eines Japan Chins ein. Eine OP-Kostenversicherung ist immer empfehlenswert, allerdings schließen die meisten Versicherer rassetypische Erkrankungen mittlerweile aus!

 

Fragen und Antworten zum Japan Chin

1) Ab wann kann man einen Japan Chin kastrieren lassen?

Die Kastration ist nach Erreichen der Geschlechtsreife zu empfehlen. Hier kannst Du Dich ausführlicher zum Thema Kastration informieren!


2) Ab wann ist ein Japan Chin ausgewachsen?

Mit ca. 12 Monaten ist der Chin ausgewachsen.

 

3) Ab wann ist die Rasse geschlechtsreif?

Japan Chins werden mit ca. acht bis zwölf Monaten geschlechtsreif.


4) Japan Chin als Familienhund – geht das?

Ja, sehr gut sogar! Der Japan Chin ist durch seine Gutmütigkeit und Sanftheit der perfekte Hund für Familien. Bei ausgedehnten Spaziergängen ist er mit Begeisterung dabei und will am liebsten immer bei seinen Menschen sein! Seine geringe Körpergröße machen das Leichtgewicht zudem zu einem handlichen Begleiter, der auch gut in einer kleinen Wohnung zurechtkommt und auch bei entsprechender Erziehung als Bürohund eine gute Figur macht!

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