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Steckbrief Reisfink

Art:
Lonchura oryzivora
Ursprungsgebiet:
Ursprünglich Java, Bali, Bawean
Größe:
Ca. 14 cm
Verhalten:
Schwarmvogel
Alter:
5-10
Futter:
Exotenmischung, Kolbenhirse, tierisches Eiweiß, Gemüse, Obst, Grit, Sepiaschale
Besonderheiten:
Sehr agil und "gesprächig", Hähne während der Brutzeit untereinander aggressiv, Meldepflicht in Deutschland

Der Reisfink (Lonchura oryzivora) gehört zur Familie der Prachtfinken (Estrildidae) und kam ursprünglich auf nur wenigen indonesischen Inseln vor. Sein Name stammt aus Zeiten, in denen der Reisfink noch in großer Anzahl verbreitet war: In großen Schwärmen machten sich die Finken über Reis- und Getreidefelder her und ließen es sich schmecken. Leider gilt ihr natürlicher Bestand heute als stark gefährdet.

Aussehen

Der Reisfink erreicht eine Größe von etwa 14 cm. Sein Gefieder ist an der Brust und am Rücken von einheitlicher blau-grauer Farbe, am Kopf und an der Schwanzspitze ist es schwarz. Besonders markant sind die großen weißen Wangenflecken und der kräftige rote Schnabel, der zur Spitze hin heller, fast weiß, wird. Ein roter Ring umfasst die Augen. Männchen (Hahn) und Weibchen (Henne) sind daran zu unterscheiden, dass nur der Hahn singt. Der Schnabel der Henne ist in seiner Rotfärbung etwas blasser als der des Hahns.

Ursprüngliche Verbreitung & Lebensweise

Einst kam der Reisfink nur auf den indonesischen Inseln Bali, Java und Bawean vor. Im Laufe der Zeit hat er sich jedoch in vielen tropischen Bereichen verbreitet, von Miami und Hawaii über Bangkok bis hin zu den Philippinen. Der Reisfink lebt in lichten Wäldern mit großen Grasflächen und nutzt auch Kulturland als Lebensraum. So ist er beispielsweise am Rande von Ortschaften oder Feldern anzutreffen. Er brütet in Büschen oder Baumhöhlen, wobei das Gelege meist aus vier bis sechs Eiern besteht. Die Eltern wechseln sich beim Brüten ab. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die Jungtiere.

Die Beliebtheit von Reisfinken als Haustier hat mit dazu beigetragen, dass ihre Population drastisch zurückgegangen ist. Die Weltnaturschutzunion stuft den Reisfinken als stark gefährdet ein. Reisfinken werden etwa 5-10 Jahre alt.

Wichtig: Der Reisfink gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Er ist in Anhang B der EG-VO 338/97 gelistet und damit meldepflichtig (Herkunftsnachweis).

Tiergerechte Haltung

Unterbringung

Reisfinken sollten zu zweit gehalten werden (gegengeschlechtliches Paar, also eine Henne, ein Hahn). Zwar leben sie in freier Wildbahn in Gruppen oder Schwärmen, da sie Artgenossen gegenüber insbesondere in der Brutzeit recht aggressiv werden können und in der Heimtierhaltung nicht genug Platz haben, um sich aus dem Weg zu gehen, ist die Paarhaltung der Gruppenhaltung vorzuziehen.

Für die Haltung von Reisfinken gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Wie in der Vogelhaltung allgemein geht der Trend zu einem Vogelzimmer mit Schlafkäfig. Das heißt, den Vögeln wird ein Zimmer bereitgestellt, indem sie ganztägig nach Belieben fliegen dürfen. Der Käfig dient als Rückzugsort, Schlafplatz und Fütterungsstelle.
  • Ist dies nicht umsetzbar, so muss ein Vogelheim für zwei Reisfinken laut Informationsblatt gemäß § 21 TierSchG Mindestmaße von 120 x 50 x 50 cm (L x B x H) aufweisen. Voraussetzung für eine Käfighaltung ist ein täglicher mehrstündiger Freiflug. Nur so können sich die Tiere ausreichend bewegen. Größer dimensionierte Volieren sind vorzuziehen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der agilen und flugfreudigen Tiere zu fördern.
  • Ganzjährige Außenhaltung ist möglich. Den Tieren muss dann allerdings ein frostfreier Bereich zur Verfügung stehen, in den sie sich bei Bedarf jederzeit zurückziehen können (Mindesttemperatur im Rückzugsraum 15 C° laut Gutachten der Sachverständigengruppe über die tierschutzgerechte Haltung von Vögeln).

Die Gitter des Schlafkäfigs oder der Voliere dürfen nicht mit Kunststoff überzogen oder verzinkt sein und sollten waagerecht verlaufen, um den Vögeln zusätzliche Klettermöglichkeiten zu verschaffen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte ebenso vermieden werden wie plötzliche Temperaturschwankungen oder kalte Nässe und Zugluft. Die Einrichtung sollte Naturäste in verschiedenen Durchmessern umfassen, die idealerweise nur an einer Seite befestigt sind, sodass sie beim Landen federn. Außerdem benötigst Du Gefäße für Futter und Wasser, ein Badehaus und Einrichtungsgegenstände zur Beschäftigung.

Die ideale Umgebungstemperatur liegt bei 18 bis 15 Grad bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 %. Bei der Innenhaltung benötigen Reisfinken für das Sehvermögen und bestimmte Stoffwechselvorgänge eine UV-Lampe mit UVA- und UVB-Anteilen, da Fensterscheiben das Eindringen natürlichen UV-Lichts verhindern. Leuchtstoffröhren müssen mittels eines Vorschaltgeräts flackerfrei gemacht werden, da die Vögel dieses Flackern wahrnehmen (ebenso bei Computern oder Fernsehgeräten) und dadurch stark irritiert werden.
Reisfinken sind tagaktiv und benötigen daher Helligkeitsphasen von etwa 12 Stunden. Abends ist demnach für eine entsprechende Abdunkelung zu sorgen. Ein schwaches Licht in ganz dunklen Räumen ist empfehlenswert, um nachts für etwas Orientierung zu sorgen.

Beschäftigung

Naturgemäß ist es für Reisfinken wie für die meisten Vögel am wichtigsten, fliegen zu können. Neben dem täglichen Freiflug brauchen sie jedoch auch Beschäftigungsmöglichkeiten. Naturäste mit Blättern und Knospen (z. B. ungespritzte Obstbäume, Weide, Haselnuss) werden gerne zum Benagen angenommen. Auch Weizenähren oder andere Getreidesorten wie Dari- oder Hirsekolben können als „Erlebnisfutter“ regelmäßig im Gehege oder im Vogelzimmer platziert werden. Futterpflanzen wie Callisia oder Katzengras ziehen die Finken magisch an und werten das Gehege auch optisch auf. Verschiedene Materialien wie Stroh, Gräser, Pappröhren, Korkstücke etc. dienen als weitere Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Leitern, verschiedene Sitzstangen, Korkröhren, Schaukeln und weiteres Zubehör werden von den Tieren gerne angenommen.

Ernährung

Als Grundlage solltest Du Deinen Reisfinken eine hochwertige Körnermischung für Exoten zur Verfügung stellen. Ergänzt wird der Speiseplan mit täglichem Grünfutter, Obst und Gemüse. Hin und wieder solltest Du ihnen Keimfutter anbieten. Den erhöhten Proteinbedarf während der Mauser kannst Du mit Eifutter decken. Grit muss immer zur Verfügung stehen, um die Körner verdauen zu können. Selbstverständlich muss immer frisches Wasser angeboten werden. Eine Sepiaschale und ein Kalkstein versorgen Deine Lieblinge mit Mineralstoffen. Achte darauf, nicht gefressene Frisch- und Keimfutterreste täglich zu entfernen, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Gesundheit

Die Grundlage für die Gesundheit und das Wohlergehen Deiner Tiere legen gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung (Freiflug), Gesellschaft durch Artgenossen und Beschäftigung. Insbesondere Fehler in der Haltung können zu gesundheitlichen Problemen wie Verfettung, Stoffwechselstörungen und Schäden am Gefieder führen. Sohlenballengeschwüre an den Füßen sind meist die Folge ungeeigneter Sitzstangen (gleiche Durchmesser, Überzug aus Sandpapier, Plastik). Ein Mangel an natürlichem Licht bzw. das Fehlen von UV-Licht führt zu Mangelerscheinungen und Problemen mit dem Gefieder. Einzelhaltung sowie fehlender Freiflug können zu Verhaltensstörungen und Krankheiten führen.

Vögel haben einen schnellen Stoffwechsel und zeigen Schwäche erst sehr spät. Daher ist es wichtig, die Tiere gut im Blick zu haben, um bei Auffälligkeiten schnell reagieren zu können. Wenn Du den Eindruck hast, dass es Deinen Tieren nicht gut geht, suche einen vogelkundigen Tierarzt auf. Hier haben wir für Dich zusammengefasst, welche Anzeichen auf eine Krankheit hindeuten können.

Für wen eignen sich Reisfinken?

Reisfinken sind für Menschen geeignet, die Zeit und Platz haben, um den agilen und bewegungsfreudigen Vögeln ein tiergerechtes Zuhause zu geben. Die kleinen Finken sind eher Beobachtungstiere und werden in der Regel nicht so zahm wie andere Vögel. Dennoch kannst Du mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen dafür Sorge tragen, dass sie Dir vertrauen. So setzen sie sich vielleicht auch mal auf Deine Schulter oder lassen sich sanft den Hals streicheln. Wer sich jedoch Tiere wünscht, die eine enge Bindung an den Menschen entwickeln, wird mit anderen Arten sicherlich glücklicher werden. Man sollte sich außerdem bewusst sein, dass Reisfinken kleine Quasselstrippen sind, die gerne und viel kommunizieren und dabei auch mal etwas lauter werden können.

Fazit

Reisfinken sind agile, quirlige und flugfreudige Gefährten, die ihrem Besitzer mit ihrer aufgeweckten Art viel Freude bringen können. Sie sind sehr robust und bei guter Haltung nicht krankheitsanfällig. 

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