Fachkompetenz Tier
Beratung online & vor Ort
kostenlose Lieferung ab 39€
schnelle Lieferung
kostenlose Retoure

Hund scheren – ja oder nein?

Es ist Frühsommer und die Temperaturen klettern in die Höhe. Dein Hund zieht sich in den Schatten zurück, hechelt und hat keine Lust auf einen Spaziergang. Du überlegst, ob Du ihn durch eine Vollschur entlasten könntest. Schließlich ist ihm mit weniger Fell doch bestimmt weniger heiß. Oder? Du erkundigst Dich im Internet und liest Horrorgeschichten von nicht nachwachsendem Fell und Rasierbrand. Also lieber doch nicht?

Pro & Contra Hundeschur

Welche Hunde darf man scheren?

Die Frage, ob man Hunde scheren darf, kann oder sollte, führt immer wieder zu hitzigen Diskussionen. Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage ist vor allem die Fellbeschaffenheit Deines Hundes. Hier kannst Du Dich über die unterschiedlichen Felltypen beim Hund und die passende Fellpflege für den jeweiligen Felltyp informieren.

Bei den meisten Hunderassen ist eine Schur nicht anzuraten, denn das Hundefell erfüllt wichtige Funktionen. Insbesondere die Unterwolle schützt vor Umwelteinflüssen wie Kälte und Hitze. Hunde haben auf der Haut nur wenige Schweißdrüsen (Ausnahme: Pfoten) und regeln ihren Temperaturhaushalt somit nicht über das Schwitzen, sondern vor allem durch Hecheln. Gleichwohl kann bei Hunden mit extrem viel Fell oder bei Seniorhunden, die arg unter der Hitze leiden, eine Schur Erleichterung verschaffen. Allerdings muss man auch hier die Vorteile und die Nachteile genau gegeneinander abwägen.

Bei nicht haarenden Hunden ohne Unterwolle und ohne nennenswerten Fellwechsel, deren Fell somit ständig nachwächst, ist eine Schur dagegen sinnvoll. Das sind zum Beispiel Pudel, Doodles (Labradoodle, Golden Doodle), Bedlington Terrier, Wasserhunde und Bologneser. Bei Hunden mit Unterwolle und Fellwechsel genügen regelmäßiges Bürsten/Kämmen und die Entfernung von abgestorbenem Fell und loser Unterwolle. Hunde mit dem Felltyp Rauhaar sollten getrimmt werden, da sie sonst verfilzen und schwere Hautentzündungen entstehen können. Im Folgenden einige Argumente, die für oder gegen eine Schur sprechen.

Vorteile einer Schur

  • Pflege-Erleichterung: Eine Sommerfrisur mit weniger Fell ist leichter zu pflegen und nimmt nicht so viel Schmutz auf. Es gibt weniger verfilzte Stellen.
  • Wohlfühlfaktor: Hunde mit extrem viel Fell können sich im Sommer erleichtert fühlen, wenn sie geschoren werden. Auch Seniorhunde können von einer Schur profitieren.
  • Gesundheitlicher Faktor: Im Sommer gibt es vermehrt Insekten- und Zeckenstiche, Grasmilben, Flöhe etc. Dadurch entstehende Hotspots und Entzündungen lassen sich mit weniger Fell schneller erkennen und behandeln.

Nachteile einer Schur

  • Sonnenbrandgefahr
  • Änderung der Fellbeschaffenheit: Es ist nicht auszuschließen, dass das Fell nicht gleichmäßig nachwächst oder seine Struktur ändert.
  • Hautirritationen: Bei Hunden mit empfindlicher Haut kann es durch die Schur zu Hautirritationen bis hin zum sog. „Rasierbrand“ kommen.
  • Schnellere Überhitzung: Was zunächst paradox klingt, ist einfach erklärt: Hundefell schützt nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Hitze. Wird das Fell geschoren, ist es möglich, dass der Hund schneller erhitzt.
  • Post clipping Alopezie: Dies ist eine seltene Hauterkrankung, die vor allem bei nordischen Rassen und beim Zwergspitz (Pomeranian) nach einer Schur zu beobachten ist und zu dauerhaftem Haarausfall führt.

Entscheidet man sich für eine Schur, können die nachfolgenden Maßnahmen dabei helfen, die Prozedur für Hund und Halter stressfreier zu gestalten:

Scheren wie der Profi

Eine gute Vorbereitung führt zu guten Ergebnissen. Bevor Du mit der Schur beginnst, solltest Du Deinen Hund waschen und Schmutz im Fell entfernen. So gelingt nicht nur das Scheren leichter, sondern auch die Scherblätter werden weniger stark in Mitleidenschaft gezogen.

Eine gute Schermaschine ist das A und O, um ansehnliche Ergebnisse zu erzielen und dem Hund nicht wehzutun. Eine solche ist leistungsstark und robust, bietet durch Akkubetrieb oder ein langes Netzkabel genug Bewegungsfreiheit bei der Arbeit, ist möglichst leise und vibrationsarm und hat scharfe, der Felllänge angepasste Schneidsätze. Schermaschinen, die diesen Kriterien entsprechen, findest Du vor Ort in unseren Kölle Zoo Märkten oder in unserem Onlineshop. Achte beim Kauf darauf, dass die Maschine der Größe und Fellbeschaffenheit Deines Hundes angepasst ist. Eine abgerundete Schere ist als weiteres Utensil hilfreich.

Übung macht den Meister

Kein Hund wird begeistert sein, wenn man sich ohne Vorwarnung mit der Schermaschine über ihn hermacht. Es ist wichtig, den Hund langsam und sanft an das Scheren zu gewöhnen, sonst wird er schon Reißaus nehmen, wenn Du die „böse“ Maschine aus dem Schrank holst. Gewöhne Deinen Hund in langsamen Schritten an die mit dem Scheren verbundenen Berührungen und Geräusche. Belohne ihn immer mit einem Leckerli oder einer Streicheleinheit, wenn er einen Schritt gemeistert hat.

Gehe nicht zu schnell vor und halte die Trainingseinheiten zu Beginn relativ kurz. Wenn Du hier achtsam vorgehst, hast Du die Basis für eine stressfreie Schur geschaffen. Sorge auch für eine möglichst bequeme Position. Für die meisten Hunde ist es anstrengend, dauerhaft zu stehen oder zu sitzen. Ideal ist es, wenn er seine Position immer wieder verändern kann. Insbesondere bei Hunden mit Gelenkproblemen kann es sinnvoll sein, sie im Liegen zu scheren, sodass sie keine Schmerzen haben.

Vorsicht an empfindlichen Stellen

Empfindliche Stellen sind insbesondere Augen, Nase, Ohren, Pfoten und Intimbereich. Nutze hierzu am besten eine kleine Schermaschine für Detailarbeiten oder einen entsprechenden Aufsatz.

Wichtig: Achte unbedingt darauf, dass Du die Tasthaare, die seitlich an der Schnauze sitzen, nicht abschneidest. Dies ist sehr unangenehm für den Hund, da sich an deren Enden feine Nervenzellen befinden. Außerdem sind sie wichtig für die Umgebungswahrnehmung. Auch die Wimpern dürfen natürlich nicht abgeschnitten werden.

Fazit

Bei den meisten Hunderassen ist Scheren eher kontraproduktiv, da mit dem Fell auch wichtige Funktionen, die es zu erfüllen hat, wie etwa die Isolierung, abhandenkommen. Anders ist dies bei Hunden, die keine Unterwolle haben und keinen Fellwechsel durchmachen. Hier ist eine Schur der ständig nachwachsenden Haare nötig. Übung und die richtigen Utensilien sind unbedingt erforderlich, um ansehnliche Ergebnisse zu erzielen und Verletzungen sowie Haut- und Fellschäden vorzubeugen. Am besten, man lässt sich zumindest einmal ausgiebig vom Profi zeigen, wie es geht, bevor man erste eigene Scherversuche startet.

Weitere Artikel
Hund im Büro – das sind die Vor- und Nachteile

Hund im Büro – das sind die Vor- und Nachteile

Immer mehr Arbeitgeber erlauben Hunde im Büro, da diese aktuellen Studien zufolge einen positiven Einfluss sowohl auf das Arbeitsklima haben können. Allerdings muss der neue Kollege auf vier Pfoten auch gut ins Team integriert werden können, um Probleme am Arbeitsplatz zu vermeiden. Dieser Artikel erläutert die Vor- und Nachteile, die es mit sich bringt, wenn (D)eine Fellnase zur Bürogemeinschaft dazustößt und soll Dir eine Entscheidungshilfe bieten, ob Dein Hund das Zeug zum Bürohund hat. weiterlesen »
Mein bester Freund der Hund

Mein bester Freund der Hund

Ein Dankeschön an unseren besten Freund den Hund zum Welthundetag! weiterlesen »
Leinenführigkeit beim Hund trainieren – stressfrei Gassi gehen

Leinenführigkeit beim Hund trainieren – stressfrei Gassi gehen

Eine Situation, die viele Hundehalter kennen: Du möchtest – vielleicht möglichst schnell und kurz – mit Deiner Fellnase vor die Tür, doch kaum habt ihr das Haus verlassen, beginnt es vorne oder hinten an der Leine zu ziehen und zu zerren und der kurze Ausflug wird zur Belastungsprobe für Dich und Deinen Fellfreund. Was tun, um die Situation zu entspannen bzw. im wahrsten Sinne des Wortes zu entzerren? Hier ist guter Rat zum Glück nicht teuer – die folgenden Tipps sollen Dir und Deinem Hund helfen, das Spazierengehen in Zukunft stressfrei zu gestalten. weiterlesen »
Giftige Pflanzen für Hunde

Giftige Pflanzen für Hunde

Pflanzen in der Wohnung oder im Garten können für Hunde mitunter zur lebensbedrohlichen Gefahr werden. Insbesondere Welpen sind gefährdet, da sie dazu neigen, alles in ihrer Umgebung zu erkunden und anzuknabbern. In diesem Blogartikel haben wir Wichtiges zum Thema Giftpflanzen für Hunde, dem Erkennen von Vergiftungen und Erste-Hilfe-Maßnahmen für Dich zusammengefasst. weiterlesen »
Hundeeis selber machen

Hundeeis selber machen

Wird es draußen warm, werden viele Hunde zu richtigen Schleckermäulchen, die ihr Hunde-Eis genüsslich wegschlabbern. Ein Hundeeis kannst Du ganz einfach und schnell selber machen, denn die meisten Zutaten hast Du sicher schon zuhause. weiterlesen »
Hundepfoten vor Streusalz schützen

Hundepfoten vor Streusalz schützen

Es gibt kaum etwas Schöneres, als Hunde ausgelassen durch den Schnee toben zu sehen. Doch Eis, Frost und insbesondere Streusalz können den sonst recht widerstandsfähigen Hundepfoten stark zusetzen. Wie Du Hundepfoten vor Streusalz schützen kannst, haben wir in diesem Artikel für Dich zusammengefasst. weiterlesen »
Wie viel kostet ein Hund?

Wie viel kostet ein Hund?

Einem Hund ein neues Zuhause zu schenken, bringt neben vielem anderem auch eine finanzielle Verantwortung mit sich: Tierarztrechnungen können sich schnell zu hohen Beträgen summieren, es fallen monatliche Kosten für Futter und Leckerli an, einmal jährlich trudeln der Hundesteuer- und Haftpflichtversicherungsbescheid ein und sicherlich freut sich der Vierbeiner auch mal über ein neues Spielzeug oder Geschirr. Alles Faktoren, die empfindlichen Einfluss auf unseren Kontostand nehmen können. Wir haben in diesem Artikel die wichtigsten Kostenpunkte, die bei der Hundehaltung auf Dich zukommen, zusammengetragen, um Dir einen Überblick zu verschaffen. weiterlesen »
Jodversorgung bei BARF

Jodversorgung bei BARF

BARFER kennen die Diskussionen über verschiedene Mittel zur Ergänzung und Optimierung der BARF-Rationen ihrer Hunde und Katzen. Ein wichtiges Element ist die Versorgung mit Jod. Doch warum ist eine Ergänzung überhaupt notwendig, welches Präparat ist geeignet und wie ist die richtige Dosierung? Wir beantworten Dir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Jodversorgung beim BARFEN! weiterlesen »
Dackellähme beim Hund - Was ist wichtig bei der Schmerzbehandlung?

Dackellähme beim Hund - Was ist wichtig bei der Schmerzbehandlung?

Von Erkrankungen der Wirbelsäule, die mit einem Vorfall der Bandscheiben einhergehen, sind meist kleine Hunderassen mit kurzen Beinen und einer langen Wirbelsäule, wie zum Beispiel Dackel, betroffen. Die sogenannte Dackellähme beginnt oft mit plötzlichen starken Schmerzen im Bereich der Hals- oder Lendenwirbelsäule und kann manchmal zu Lähmungserscheinungen der Hinterextremitäten führen. weiterlesen »
Zahnpflege beim Hund

Zahnpflege beim Hund

Etwa 80 % aller Hunde haben bereits mit zwei Jahren Gebiss- und Zahnprobleme. Dies ist erschreckend, wenn man bedenkt, wie wichtig gesunde Zähne für unsere Vierbeiner sind und wie negativ sich Zahnschmerzen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken können. Daher ist es höchste Zeit, der Zahnpflege von Hunden mehr Beachtung zu schenken. weiterlesen »

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.