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Hunde und Wasser

Was Du zum Thema Hunde und Wasser beachten solltest, kannst Du in diesem Artikel unseres Hundeernährungsexperten Kai Schäfer von Balance-Food4dogs nachlesen!

Wasser, es hält uns regelrecht alle am Leben, kann aber auch schädlich und gegebenenfalls tödlich sein.

Zugegeben, für den Anfang eines Blog-Artikels eine heftige Aussage, aber leider ist Wasser, gerade auch für unsere Hunde, nicht immer gesund. Dazu aber später mehr im Beitrag.

 

Grundlegendes

Wasser regelt so einiges im Hundekörper, es sorgt für einen guten „Durchfluss“ des Blutes und somit für eine gute Nährwertrelation bis in die Kapillargefäße. Das sind die feinsten Äderchen im Körper, wie sie z.B. im Auge vorkommen. Wasser unterstützt die Ausscheidung von Giftstoffen und Abbau-produkten über den Urin, erhält das Zellwachstum (Zellstoffwechsel). Wasser ist auch an vielen anderen Stoffwechselprozessen beteiligt, man denke nur an die wasserlöslichen Vitamine, welche ohne dieses Element nicht ihre Wirkung entfalten könnten oder Mineralstoffe wie Kalium, Mangan, Natrium, Phosphor sowie lebenswichtige Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Zink oder Mangan.

Und ganz wichtig: Es regelt die Körpertemperatur unserer Hunde.

Natürlich ist Wasser nicht nur in „Wasser“ enthalten, sondern auch in Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten, also kurz gesagt, in Lebensmitteln. Das darin gebundene Wasser wird während des Ver-dauungsprozesses im Darm herausgelöst und kommt somit im Organismus des Hundes zum Ein-satz.

Enthalten auch Futtermittel Wasser? Ja, auch dort ist Wasser eingebunden und je nach dem, um welches Futter es sich handelt, ist der zusätzliche Wasserbedarf mal mehr, mal weniger hoch.


Beispiel: Bei Trockenfutter benötigt ein Hund ca. 40 - 100 ml Wasser pro kg Körpergewicht. Bei Nassfutter oder BARF benötigt ein Hund ca. 20 - 50 ml Wasserpro kg Körpergewicht!

Die meisten Hunde trinken ca. ein bis zwei Stunden nach der Futteraufnahme. Dies hat damit zu tun, dass sie dann das durch den Verdauungs- und Stoffwechselprozess verlorene Wasser wieder auffüllen wollen. Frisches Trinkwasser sollte also immer und zu jeder Zeit vorhanden sein.

Wovon ist der Wasserbedarf abhängig?

Es gibt hierbei vielerlei Komponenten zu beachten, wie z. B.

  • Körpergewicht
  • Alter
  • Aktivität (Sofagarnituren oder Sportskanonen)
  • Aktueller Gesundheitsstatus (z.B. Nieren- und Harnwegserkrankungen mit Wasserverlust)
  • Außentemperaturen
  • Art der Fütterung
  • Trächtige oder laktierende Hündinnen

 

Dehydration und Hyperhydration (Wasservergiftung)

Der Begriff „Dehydration“ ist vielen Hundehaltern geläufig, bedeutet er doch eine Austrocknung des Hundes, welches in der Regel durch eine chronische Erkrankung (z.B. IBD, Diabetes, CNI), starken Durchfällen, Erbrechen oder auch bei allgemein geschwächten Hunden vorkommt.
Auch eine Verweigerung der Nahrungsaufnahme (z. B. bei Schmerzen), starkem Hecheln, starkes Schwitzen über die Pfoten sowie gänzlich fehlender oder mangelnder Bereitstellung von Trinkwasser läuft in nicht wenigen Fällen, direkt in eine Austrocknung des Hundes.

Wichtig: Hier gilt es per sofort zu Handeln und sich mit einem Tierarzt / einer Tierärztin in Verbindung zu setzen, denn eine Dehydration oder Hyperhydration kann lebensbedrohlich werden bzw. sein.

Der Begriff „Hyperhydration“ ist hingegen leider nicht so bekannt. Bei dieser nimmt der Hund mehr Wasser auf als er sollte, was aber dazu führt das der Elektrolyt-Haushalt völlig außer Kontrolle kommt und das Durstgefühl des Hundes stark ansteigt. Instinktiv wird er versuchen noch mehr Flüs-sigkeit aufzunehmen, um den Natriumgehalt im Körper zu stabilisieren bzw. aufrecht zu halten, was aber in diesem Stadium schon fast unmöglich ist.

Was passiert im Hundekörper bei einer Hyperhydration?

Auf Grund des fehlenden Natriums stellen die Nieren ihre Funktion der Entgiftung ein. Flüssigkeiten werden im Hundekörper eingelagert, statt ausgeschwemmt. Ödeme entstehen, gegebenenfalls auch im Hirngewebe und der Lunge (Lungenbläschen füllen sich mit Wasser). Der Urinabsatz wird eingestellt, um somit nicht noch mehr Salze zu verlieren. Herzrhythmusstörungen setzten ein und eeitere Organe versagen.

Wo lauern die größten Gefahren seinen Hund einer Hyperhydration auszusetzen?

Sommer, Sonne, Badeseen, oder Meere...

Genau hier ist die Gefahr groß, denn nicht wenige Hunde sind regelrechte „Wasserratten“ und riechen dieses erfrischende Nass schon vom weitem. Wir selbst haben in unserem Rudel eine solche und kaum ist man am Wasser, schwups ist unsere Hündin Blue drin. Olly und Belinda hingegen streifen da nur kurz vorbei, was uns durchaus recht ist.

Mit jedem werfen von Stöckchen oder Wasserspielzeug ins Wasser, bei jedem toben mit anderen Hunden im Wasser oder einfach nur beim Schwimmen. Unwillkürlich nimmt der Hund dabei Wasser auf, aber ohne, dass dieser es im Grunde will!

Und nicht selten haben dann auch noch die Besitzer vorsorglich einen Napf mit Trinkwasser am Strand dabei, aus dem der Hund auch noch ordentlich trinken kann und sicherlich wird.

Auch Meerwasser führt zu einem drastischen Anstieg der Wasseraufnahme des Hundes, denn durch das darin enthaltene Salz nimmt der Hund bei den bereits oben angesprochenen Aktivitäten zwar weniger auf, respektive wird er versuchen es doch irgendwie auszuspucken. Das bisschen was dann aber in den Köper gelangt reicht durchaus, um ein Durstgefühl auszulösen und sein Verlangen nach Wasser permanent zu stillen.

Aber auch ein Rasensprenger und Rasenbewässerungssystem zu Hause stellen eine Gefahr dar, denn nicht wenige Hunde springen in diese mit Freude hinein, ähnlich wie in einem Hunde-Pool und nehmen dabei vermehrt Wasser auf.

Erste Anzeichen einer Dehydration oder Hyperhydration können sein:

  • Allgemeine Schmerzen
  • Erbrechen
  • Aufgeblähter Unterbauch
  • Mattigkeit bis hin zur Apathie
  • Als Gegenpart massive Unruhe
  • Gleichgewichtsstörungen, Schwindel

und in Folge dessen:

  • Krämpfe und gegebenenfalls unkontrollierter Urinabsatz
  • Heftiges Speicheln
  • Erweiterte Pupillen
  • Weit geöffnetes Maul mit Kontrollverlust des Schließens
  • Helle Schleimhäute
  • Koma

Es ist wichtig, dass man sich als Hundehalter dieser Gefahren bewusst ist, aber dennoch muss man sich nun nicht von sämtlichem Wasser-Spielspaß fernhalten oder stetig das Futter auf seinen Was-sergehalt bewerten.

Es kommt immer darauf an, wie man all dies mit seinem Hund gestaltet.

  • Stundenlanges toben im Wasser unterbinden, lieber nur phasenweise
  • Hunde allg. niemals ganz ohne Beobachtung im oder mit Wasser toben lassen
  • „Schnauzen gerechtes“ Spielzeug verwenden, lieber mehr am Strand, weniger im Wasser
  • Bei permanenten und stärkeren Wellen den Hund nicht ins Wasser lassen
  • Im Schatten aufhalten und niemals in der Mittagssonne
  • Auf mögliche Symptome achten
  • Auf eine dem Hund angepasste und adäquate Ernährung achten

Ich hoffe nun, dass ich niemanden die Laune bezüglich einer guten Ernährung und dem im Sommer vermehrten Spielspaß genommen habe, aber es ist einfach wichtig, sich mit dem Thema „Wasser und Hund“ auseinander zu setzten. Wenn man dies alles etwas beherzigt, dann hat man jede Menge Abenteuer mit seinem Hund vor sich und der Sommerspaß kommt garantiert nicht zu kurz.

Versprochen!

Wenn Ihr Fragen zu diesem oder anderen Themen habt, dann schreibt mir einfach, ich freue mich auf Euch.

Euer Kai, von Balance-Food4dogs

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