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Knochenfütterung beim Hund

Wenn Du Dich für BARF entschieden hast, gibt es zwei Möglichkeiten den größten Teil des Mineralstoff- und Spurenelementbedarfs Deines Hundes zu decken:

1) Gabe einer Mineralstoffmischung in Pulverform, z. B. Knochenmehl

2) Knochenfütterung

Innereien spielen bei der Mineralstoff- und Spurenelementversorgung auch eine Rolle, mehr dazu findest Du im Beitrag zur Aufteilung der BARF-Ration. In diesem Artikel möchten wir Dich ausführlich über die Knochenfütterung informieren!

 

Knochenfütterung vorab

Wichtig ist eine langsame Gewöhnung Deines Hundes an die Knochenfütterung. Knochen werden bei der Umstellung auf BARF als letztes zur Ration zugegeben, da sie am schwierigsten zu verdauen sind. Wie man am besten von konventionellem Futter auf BARF umstellt, kannst Du hier nachlesen.

Bitte beachte bei der Knochenfütterung außerdem die folgenden Punkte:

 

Knochen nur unter Aufsicht geben

Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme um eingreifen zu können, falls sich Dein Hund beim Fressen verschluckt. Besonders bei gefräßigen Hunden und bei Welpen solltest Du hier sehr achtsam sein. Hunderassen, die zum Schlingen neigen sind z. B. Bulldoggen, Labrador, Golden Retriever und Beagle.

 

Knochen nur roh

Bitte verfüttere nur rohe Knochen, da gekochte Knochen sehr leicht splittern und Deinen Hund im Maul und im Verdauungstrakt verletzen können!

Aber: Bitte keine rohen Schweine- oder Wildschweinknochen bzw. rohes Fleisch dieser Tiere verfüttern!

Ihr Fleisch und die Knochen können das Aujeszky-Virus (Verursacher der Pseudo-Tollwut) enthalten, welches bei Hunden, Katzen und anderen Fleischfressern in den meisten Fällen zum Tod führt. Von gekochtem Schweine- und Wildschwein-Fleisch geht keine Gefahr aus, da das Virus durch das Kochen abgetötet wurde. Einfrieren hingegen tötet das Virus nicht! Da gekochte Knochen allerdings wegen der erhöhten Gefahr zu splittern nicht verfüttert werden sollten, eignen sich Knochen von Schweinen und Wildschweinen nicht als Futtermittel.

Zusatzinfo: Getrocknete Schinkenknochen vom Schwein sind in Bezug auf das Aujeszky-Virus unbedenklich. Sie eignen sich aber nicht für die Ernährung, sondern dienen nur der Beschäftigung des Hundes.

 

Nur geeignete Knochen verfüttern

Geeignete Knochen sind beispielsweise Hühnerflügel, Hühnerhälse, Entenhälse, Hühnerkarkassen, Kaninchenkarkassen, Lammrippen, Kalbsrippen und Rinderbrustbein.

Je jünger das Futtertier zum Zeitpunkt seiner Schlachtung war, desto weicher sind seine Knochen. Hühnerflügel, Hühnerhälse, Entenhälse, Hühner- und Kaninchenkarkassen werden als weiche Knochen bezeichnet, da sie nicht so stark mineralisiert sind, wie die zu den harten Knochen zählenden Lammrippen, Kalbsrippen und Rinderbrustbeine. Die weichen Knochen werden auch als „Anfängerknochen“ bezeichnet. Sie sind für den Einstieg in die Knochenfütterung am geeignetsten, da sie einfach zu fressen und in der Regel leicht zu verdauen sind. Bitte verfütterte keine tragenden Knochen (also Gliedmaßen und Wirbelsäule) größerer Tiere. Solche Knochen enthalten viele Mineralstoffe und sind dadurch sehr hart. Je nachdem wie stark Dein Hund einen solchen Knochen bearbeitet, kann er sich Zähne abbrechen. Sollte er eine größere Menge dieser sehr harten Knochen fressen, kann es außerdem leicht zu Verstopfung, Knochenkot und im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss kommen.

 

Am besten rohe, fleischige Knochen (RFK) verfüttern

Rohe, fleischige Knochen (RFK) sind Knochen mit Fleischanhang. Idealerweise bestehen die RFK zu 50 % aus Knochen und zu 50 % aus Fleisch. Knochen mit Fleischanhang sind nämlich für Deinen Hund deutlich einfacher zu verdauen als Knochen ohne Fleischanhang, da durch den Fleischanteil die Magensäure in Schwung gebracht wird, was wiederum die Verdauung der Knochen vereinfacht und beschleunigt.

 

Knochen in der richtigen Menge verfüttern

Bei der klassischen Aufteilung der BARF-Ration des Hundes in 80 % tierische und 20 % pflanzliche Bestandteile, sollten RFK 15 % (weiche und harte Knochen gemischt) des tierischen Futteranteils ausmachen. Fütterst Du nur weiche Knochen, steigt der Anteil auf 20 %, da weiche Knochen nicht so stark mineralisiert sind wie harte Knochen. Zur genauen Aufteilung einer BARF-Ration für den Hund kannst Du Dich hier informieren.

 

Vorteile der Knochenfütterung

Die Knochenfütterung ist eine sehr naturnahe Variante, Deinen Hund mit den benötigten Mineralstoffen und Spurenelementen zu versorgen. Obendrein können Knochen für gepflegte Zähne sorgen – Zahnstein wird abgenutzt und eine zusätzliche Zahnpflege ist meist nicht mehr nötig. Dein Hund reagiert allergisch auf Futtermilben? Dann können fertige Pulvermischungen problematisch sein und Knochen das „Mittel der Wahl“. Mit der Verfütterung von Knochen sorgt man außerdem für eine ganzheitliche Nutzung des geschlachteten Futtertieres.

 

Mögliche Probleme und Gefahren bei Knochenfütterung

Knochen können nicht pauschal an alle Hunde verfüttert werden. Folgende Probleme können auftreten:

„Knochen-Schlinger“: Das Problem des Herunterschlingens von Knochen findet sich vor allem bei „gefräßigen“ Hunderassen wie z. B. verschiedenen Bulldoggen-Rassen, Beagle, Labrador, Golden Retrievern und Tieren mit ausgeprägtem Futterneid. Die große Gefahr beim schnellen Herunterschlingen von Knochen besteht darin, dass der Knochen Deinem Hund im Hals steckenbleibt und er daran erstickt. Wenn Dein Hund zum Herunterschlingen von Knochen neigt, solltest Du auf die Fütterung ganzer Knochen verzichten. Eine Möglichkeit ist die Fütterung gewolfter, also stark zerkleinerter Knochen. Eine andere Möglichkeit ist die Fütterung einer Mineralstoffmischung (z. B. Knochenmehl) in der für Deinen Hund passenden Dosierung.

Knochen-Unverträglichkeit: Dein Hund erbricht sich bereits nach der Fütterung von geringen Mengen an Knochen? Es scheidet die verfütterten Knochen unverdaut mit dem Kot aus oder reagiert mit Knochenkot und Verstopfung auf geringe Mengen an Knochen im Futter? Dann verträgt er wahrscheinlich keine Knochen. In diesen Fällen können gewolfte Knochen eine Alternative darstellen. Werden diese auch nicht vertragen, kannst Du auf eine Mineralstoffmischung in Pulverform zurückgreifen.

Vergraben und wieder ausgraben: Viele Hunde versuchen ihre Beute zu vergraben, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Aus Sicht des Hundes eignet sich zwangsläufig nicht nur die Erde im Garten zum Knochen vergraben, manche Hunde nutzen auch Blumentöpfe, Decken oder sogar das Bett. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die Beute dann, meistens deutlich „gereift“, wieder ausgegraben. Dem kannst Du vorbeugen, indem Du Deinen Hund so lange, bis er sein Futter gefressen hat, in einem Raum ohne „Verbuddel-Möglichkeiten“ lässt.

Verletzungen: Hunde zerstören Knochen beim Fressen mittels ihrer Brechschere im Gebiss. Dadurch entstehen mehr oder weniger große und spitze Knochensplitter. Diese Splitter können den Hund im Maul und im gesamten Verdauungsbereich verletzen. Diese Gefahr ist bei der Fütterung ganzer Knochen leider immer vorhanden. Hast Du diesbezüglich Bedenken, sind gewolfte Knochen oder eine Mineralstoffmischung in Pulverform eine Alternative.

Zu viel Knochen: Es ist sehr wichtig, sich an die empfohlene Fütterungsmenge zu halten, da ein zu viel an Knochen zu Verstopfung, Knochenkot und im schlimmsten Fall Darmverschluss führen kann.

 

Knochen als Beschäftigung

Neben ihrer Funktion als Futtermittel können Knochen auch der Beschäftigung dienen. In der Regel werden hierfür große (Röhren)-Knochen von Rind, Schwein und Pferd verwendet. Diese großen und harten Knochen eignen sich nicht dafür komplett gefressen zu werden, da sie sehr stark mineralisiert sind und zu Verstopfung und Knochenkot führen können.  Auch hier gilt: Bitte lasse Deinen Hund nie unbeaufsichtigt mit seinem Knochen und ersetze einen stark abgenagten Knochen regelmäßig durch einen neuen, da viele Hunde dazu neigen, irgendwann den kleiner genagten Knochen herunter zu schlingen.

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