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Sprache der Tiere: Die Gebetsstellung beim Hund

Es gibt viele verschiedene Art und Weisen, wie unsere Haustiere mit uns kommunizieren. Voraussetzung im Umgang mit den Tieren ist dabei zweifelsohne die nötige Empathie für den geliebten Vierbeiner, um die Zeichen, die er uns gibt, richtig zu deuten und zu verstehen!

Passend zu unserer Social Media Themenwoche „Sprache der Tiere“, berichtet unser Hunde-Experte Kai Schäfer von Balance Food 4 Dogs, den ihr vielleicht schon von dem ein oder anderen BARF Workshop aus unseren Kölle Zoo Erlebnismärkten kennt, über eine besondere Kommunikationsgestik bei Hunden, die Gebetsstellung.

Sie richtet sich an Artgenossen oder an uns Zweibeiner und kann einerseits ganz harmlos, spielerisch und auffordernd sein, andererseits kann im schlimmsten Fall aber auch ein Hundeleben davon abhängen.

 

Die „Gebetsstellung“ spielerisch ausgedrückt

Man kennt diese seitens der Hunde nach längerem Liegen oder ruhen. Sie stehen auf, gehen einen Schritt und strecken dann ihren Körper einmal komplett durch. Das könnt ihr bei meiner Hündin Belinda im Titelbild dieses Beitrags genau sehen.

In der Regel wird dabei der Oberkörper des Hundes weit nach vorne und sehr tief durchgestreckt, die vorderen Gliedmaßen „ziehen“ dabei regelrecht nach vorne, die Ellenbogen liegen auf dem Boden auf, der Beckenbereich des Hundes ist zeitgleich in gegengesetzter Richtung weit und steil nach oben gestreckt, die Hinterläufe werden dabei ebenfalls stark durchgedrückt, der Unterbauch weit gedehnt.

Hunde machen das durchaus auch hintereinander in beide Richtungen, was ein völlig normales und gesundes Verhalten darstellt.

Es zeigt uns ein normales Bild in der Kommunikation, nämlich: „Es geht mir gut, hab schön und gut geschlafen, nun bin ich bereit für anderes.“

Auch drückt diese Stellung aus, andere Hunde oder Zweibeiner zum Spielen aufzufordern. Diese Kommunikations-Darstellung völlig normal und darf auch mehrmals hintereinander dargestellt werden.

 

Die „Gebetsstellung“ als Ausdruck von Gefahr

Es geht darum den Unterschied zwischen „normal“ und „Ernstfall“ zu erkennen, denn bei beiden ist die sichtbare Streckung des Hundes gleichermaßen gegeben. Dennoch gibt es in der begleitenden Kommunikation Unterschiede:

1. Die Streckung ist direkt vor, nach oder während dem Kotabsatz

2. Der Hund macht diese beim Gassi immer wieder zwischendurch ohne erkennbaren Grund

3. Die Streckung erfolgt im Anschluss mit einem Rutschen auf dem Popo

4. Sie ist verbunden mit einer Nahrungsverweigerung

5. Sie ist verbunden mit starken Blähungen oder einem aufgeblähten Bauch

6. Sie ist verbunden mit starkem Hecheln oder Schaum vor der Schnauze

7. Sie ist verbunden mit einem nicht funktionierenden Kotabsatz, Erbrechen, Fieber, übel-riechendem Aufstoßen

8. Sie ist verbunden mit einer starken Unruhe des Hundes, er legt sich dabei von A nach B und streckt sich immer wieder

9. Sie ist verbunden mit einer einhergehenden Apathie (Hund reagiert nur sehr schwach bis gar nicht auf eine Ansprache)

10. Sie ist verbunden mit einem anschließenden „Katzenbuckel“ im Wechsel

 

Eine Auswahl möglicher gesundheitlicher Auslöser

1. Magendrehung, hierbei werden Mageneingang (zur Speiseröhre) und Magenausgang (zum Dünndarm) regelrecht abgedreht, weder Transport noch eine allg. Versorgung können aufrechterhalten werden, eine Gasansammlung durch Speisebrei im Magen ist nicht mehr zu verhindern.

2. Darmverschluss, hierbei sind die Ursachen unterschiedlich, wie verschluckte Fremdkörper, Knochenkot durch zu viel Calcium im Futter oder allg. gestauter und zu fester Nahrungsbrei. Gase und Abbauprodukte (Gifte) entstehen, die Darmwand wird geschädigt, kann sogar aufreißen und somit Speisebrei / Kot in den Bauchraum gelangen.

3. Vergiftungserscheinungen aller Art

4. Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), hierbei sind die Symptome anfangs recht unspezifisch, die Gründe recht unterschiedlich bezüglich der Rasse, der allg. Ernährung, Alter oder Veranlagung.

5. Leberentzündung, IBD (chronische Darmentzündung), Lebershunt (Missbildungen an den Blutgefäßen der Leber, in dem das Blut an der Leber vorbeigeführt wird).

6. Darmkoliken, Darmkrämpfe durch starkes Aufblähen des Darmes durch s.g. Gasbildner (z. B. Clostridien)

7. Bandscheibenvorfälle mit einer Schmerzausstrahlung in den Bauchraum, ist aber sehr selten

 

Meine persönlichen Tipps zur Soforthilfe!

Sollte eines dieser Anzeichen bei einem Hund festgestellt werden, ist wirklich ein sofortiges Handeln dringend nötig. Dies bedeutet, sofort seinen Hund in eine nahliegende Tierklinik oder zum Tierarzt*in* zu bringen. Es besteht im schlimmsten Fall LEBENSGEFAHR, gerade bei einem Darmverschluss oder Magendrehung. Hier zählen schon Minuten welche entscheidend für das Leben des Tieres sein können.

Tipp: Auch ist es hilfreich, sein Erscheinen mit dem Hund in der jeweiligen Praxis vorab anzumelden, damit beim Eintreffen keine unnötige Zeit verloren geht. Sollten Sie nicht allein sein, kann jemand das Telefonat für Sie übernehmen, während Sie schon mit dem Hund unterwegs sind.

Ich möchte hier keine Panik hervorrufen, aber aufzeigen, dass eine sichtbare und gewohnte Kommunikation des Hundes nicht immer das gleiche bedeuten muss, es gibt manchmal minimale Abweichungen, die es zu erkennen gilt, um daraus ggf. lebensnotwendige Maßnahmen zu ziehen.

Und glaube mir, ich spreche da aus persönlicher Erfahrung.

Eine Erfahrung, die ich heute nicht mehr erleben möchte, dennoch immer wieder auftreten kann.

Sei also entsprechend der Gebetsstellung sensibel und aufmerksam!
Du kennst Deinen Hund am besten, höre auf Dein Bauchgefühl und handle dementsprechend.

Vielen Dank, Dein Kai Schäfer von Balance-Food4dogs

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