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Haarballen bei der Katze

Wenn Deine Katze hin und wieder wurstförmige Gebilde erbricht oder Du Haare im Katzenkot entdeckst, besteht erstmal kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil, das ist sogar ein gutes Zeichen und völlig natürlich!

 

Was sind Haarballen und wie entstehen sie?

Haarballen (Trichobezoane) sind zusammengeballte, ausgefallene Haare, die die Katze bei der Fellpflege verschluckt hat. Katzen sind sehr reinliche Tiere und investieren viel Zeit in ausgiebige Fellpflege. Das dient der Beseitigung von Schmutz, Parasiten und abgestorbener Haare und ist somit aktive Gesundheitsvorbeugung. Katzen besitzen sogar ihre eigene Fellbürste! Sie haben kleine, nach hinten gerichtete Hornhäkchen (Fadenpapillen, Papillae filiformes) auf der Zunge. Deshalb fühlt sich eine Katzenzunge auch so rau an. Wichtig ist, dass die Katze die bei der Fellpflege verschluckten Haare, die dann im Magen bzw. im Darm zu wurstförmigen Gebilden geformt werden, wieder los wird. Dies geschieht durch Hochwürgen bzw. über den Kot.

Halter von Katzen, die sich viel im Freien aufhalten, bekommen von der Entledigung der Haarballen ihrer Tiere übrigens meist nichts mit, da die Katzen dies dann gerne im Freien erledigen.

 

Bei welchen Katzen kommen Haarballen vor?

Bei allen, da alle Katzen Fellpflege betreiben! Allerdings gibt es individuelle Unterschiede. Bei Kurzhaarkatzen bilden sich in der Regel nicht so schnell große Haarballen, wie bei Langhaarkatzen. Katzen, die viel Unterwolle besitzen, haben eher größere Haarballen als Katzen mit wenig Unterwolle. Es kommt aber auch darauf an, wie sehr die jeweilige Katze haart, wie intensiv sie ihr Fell pflegt und ob sie noch zusätzlich vom Besitzer gebürstet wird oder nicht.

 

Übermäßige Fellpflege

Es gibt eine Verhaltensstörung bei Katzen, die sich „psychogene Leckalopezie“ (oder auch „feline bilateral-symmetrische selbstinduzierte Alopezie“ (FBSA)) nennt. Katzen, die an dieser Krankheit leiden, fallen durch fanatisch betriebene Fellpflege auf, was zu Hautentzündungen und Haarausfall führt. Betroffene Katzen verschlucken bei dieser übersteigerten Körperpflege mitunter sehr viele Haare, die dann zu einer ernsten Gefahr für die Gesundheit werden können.

 

Welche Gefahren bestehen durch Haarballen?

Sammeln sich größere Mengen an verklumpten Haaren im Magen Deiner Katze, dann kann dies eine Magenschleimhautentzündung verursachen. Deine Katze hat dann weniger Appetit, wirkt verkrampft und möchte sich eventuell auch nicht mehr so gerne streicheln lassen. Große Haarballen im Magen können eine eingeschränkte Magentätigkeit nach sich ziehen. Das bedeutet, dass der Magen sich nicht so leert wie eigentlich vorgesehen und das vorverdaute Futter zu lange im Magen bleibt. Dies kann Aufstoßen, Sodbrennen und Bauchschmerzen verursachen. Haarballen können den Magen auch komplett verschließen. In dem Fall verweigert die Samtpfote das Futter und hat meist eine sehr verkrampfte Körperhaltung. Ein Magenverschluss ist ein medizinischer Notfall, der sofort von einem Tierarzt behandelt werden muss, da der Zustand schnell lebensbedrohlich werden kann.

Gelangen Haarballen in den Darm, können sie dort zu Verstopfung führen. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Darmverschluss. Der Darmverschluss ist genau so wie der Magenverschluss ein medizinischer Notfall. Bei Verdacht auf Darmverschluss solltest Du Deine Katze ebenfalls sofort einem Tierarzt vorstellen. Hinweise auf Darmverschluss sind Futterverweigerung, gekrümmte Körperhaltung, fehlender Kot im Katzenklo und vergebliche Versuche Kot abzusetzen. Sowohl ein Magen- als auch ein Darmverschluss bereitet der Katze große Schmerzen.

Vorsicht: Viele Katzen ziehen sich bei Schmerzen zurück und verstecken sich! Sollte Dir auffallen, dass sich Deine Samtpfote plötzlich fast nur noch versteckt und sehr scheu ist, kontrolliere unbedingt ihren Gesundheitszustand!

 

Möglichkeiten zur Unterstützung bei Haarballen

Die Katze hat zwei Möglichkeiten, sich der Haarballen zu entledigen. Zum einen durch Erbrechen und zum anderen über den Kot. Beide „Entsorgungswege“ kannst Du unterstützen. Durch Katzengras fällt Deiner Katze das Erbrechen der Haarballen leichter, da das gefressene Gras den Magen etwas reizt und somit das Erbrechen deutlich erleichtert. Sorge dafür, dass Deiner Katze immer ein oder zwei Töpfe Katzengras in der Wohnung zur Selbstbedienung zur Verfügung stehen. Sie wird instinktiv davon fressen, um die Haarballen loszuwerden. Steht kein Katzengras zur Verfügung, vergreifen sich Katzen auch an Zimmerpflanzen und diese sind oft giftig für die Samtpfoten.

Maltpaste hingegen erleichtert das Abführen der Haarballen über den Kot. Dies ist auch bei einem Futter mit „Anti-Hairball-Komplex“ der Fall. Durch die enthaltenen Öle, beim „Anti-Hairball“-Futter noch zusätzlich mit spezieller Rohfaser, flutschen die Haarballen deutlich leichter durch den Magen-Darmtrakt Deiner Katze.

Maltpaste kannst Du Deiner Katze z. B. auch als Belohnung anbieten. Die Paste lässt sich gut auf den Zeigefinger auftragen und fast alle Katzen lecken die Paste mit Begeisterung ab. Bei Langhaarkatzen ist man mit einem Futter mit „Anti-Hairball-Komplex“ zur Vorbeugung von Haarballen auf der sicheren Seite. In Einzelfällen kann aber das Futter allein nicht ausreichen. Dann solltest Du zusätzlich Katzengras und/oder Maltpaste verwenden.

Außerdem solltest Du Deine Katze bei der Fellpflege unterstützen und mit zu ihrer Felllänge und -beschaffenheit passenden Bürsten und Kämmen regelmäßig abgestorbene Haare entfernen. Dies ist vor allem im Fellwechsel wichtig und macht nicht nur Spaß, sondern festigt auch die Bindung zwischen Mensch und Samtpfote!

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