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„Idiopathische Zystitis“ bei der Katze

„Idiopathische Zystitis“ bei der Katze

Die idiopathische Zystitis ist eine chronische Entzündung der Harnblase bei der Katze, die durch blutigen, schmerzhaften und häufigen Urinabsatz inner- und außerhalb der Katzentoilette gekennzeichnet ist. Typisch für die Erkrankung sind das plötzliche Auftreten der Beschwerden, die kurze Dauer und die oft monatliche Wiederkehr der Symptome. Kater und Kätzinnen in Wohnungen sind von den Störungen des unteren Harntrakts vermehrt betroffen. Die idiopathische Zystitis ist, abgesehen von Harnsteinen, die häufigste Blasenerkrankung bei der Katze.

Mögliche Ursachen

Wie der Begriff „idiopathisch“ („aus sich selbst heraus“) bezeichnet, ist die genaue Ursache der Erkrankung leider nicht bekannt. Stress spielt aber bei der Entstehung eine entscheidende Rolle. Durch verschiedene Stressfaktoren aus der Umwelt (z.B. Futterwechsel, Veränderung der Wohnungseinrichtung, Umzug, Krach, neue Familienmitglieder oder Tiere im Haushalt usw.) wird die Harnblasenschleimhaut der Katze entzündlich verändert, so dass reizende Stoffe aus dem Urin tiefer in die Blasenwand eindringen können. Hierdurch werden beim Wasserlassen heftige Schmerzen hervorgerufen. Besonders empfindlich reagieren manche Katzen, wenn es um das „Katzenklo“ geht. Vor allem bei der Haltung von zwei oder mehreren Katzen können ungünstig aufgestellte Katzentoiletten zu einer erheblichen Störung des Wohlbefindens beim Stubentiger führen.

Diagnose & Behandlungsmöglichkeiten

Mit Hilfe spezieller Urin- sowie Blutuntersuchungen kann der Tierarzt Funktionsstörungen der Nieren und harnableitenden Wege sowie infektiöse Ursachen herausfinden. Harnsteine und Gewebszubildungen der Harnblase als mögliche Blutungsquellen lassen sich durch Röntgenaufnahmen und insbesondere durch Ultraschalluntersuchungen (Sonografie) nachweisen. Erst wenn keine anderen Ursachen gefunden werden, kann eine idiopathische Zystitis der Katze diagnostiziert werden. Da der genaue Auslöser der Erkrankung nicht bekannt ist, gibt es auch kein Allheilmittel dagegen. Das Umfeld des Tieres sollte möglichst stressarm gestaltet werden. Wenn Sie ihre Katze genau beobachten, finden Sie oft heraus was sie stört. Da vornehmlich Wohnungskatzen erkranken, ist die Möglichkeit des freien Auslaufs zu erwägen, um der Katze ein größeres und vielgestaltiges Revier und artgerechtes Verhalten wie z.B. Beutefang zu ermöglichen. Die medikamentöse Behandlung ist auf die Schmerzausschaltung sowie Krampflösung und Entzündungshemmung gerichtet, was durch eine tierärztliche Injektionsbehandlung begonnen und mit Tabletten oder Saft fortgesetzt werden kann. Gegebenenfalls müssen vom Veterinär auch Antibiotika oder Medikamente, die beim Tier die Angst lösen, eingesetzt werden. Fragen Sie ihren Tierarzt, wenn Ihre Katze Schmerzen beim Wasserlassen zeigt.

© Dr. Wieland Beck

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