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Freie Wohnungshaltung von Kaninchen

Die freie Wohnungshaltung erfreut sich unter Kaninchenbesitzern immer größerer Beliebtheit, denn sie gilt neben der Außenhaltung als besonders tiergerecht. Die Kaninchen haben die Möglichkeit, sich frei zu bewegen und ihre Umgebung zu erkunden, während die Besitzer den engen Kontakt zu ihren Tieren genießen. Wir haben für Dich zusammengefasst, worauf bei der freien Wohnungshaltung von Kaninchen zu achten ist und wie Du Deine Wohnung „kaninchensicher“ machen kannst.

Was ist freie Wohnungshaltung und für wen ist sie geeignet?

Bei der freien Wohnungshaltung wird komplett auf Gehege verzichtet. Stattdessen wird den Kaninchen die Möglichkeit gewährt, sich frei in der Wohnung zu bewegen. Was in der Katzen- und Hundehaltung selbstverständlich ist, setzt sich auch bei der Haltung von Kaninchen immer mehr durch – was mehr als begrüßenswert ist! Kaninchen sind neugierige, kluge und enorm bewegungsfreudige Tiere.

Die freie Wohnungshaltung bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Grundbedürfnisse nach Bewegung und Abwechslung zu erfüllen. Es wird außerdem berichtet, dass Kaninchen in freier Wohnungshaltung gesünder sind als ihre in Gehegen gehaltenen Artgenossen und eine engere Beziehung zu ihren Besitzern aufbauen.Gleichwohl setzt die freie Wohnungshaltung eine gewisse Kompromissbereitschaft voraus: Die entsprechenden Räume müssen „kaninchensicher“ (um)gestaltet werden, um jedwede Gefahr von den Tieren fernzuhalten. Dazu kann es gehören, auf die eine oder andere Pflanze oder den teuren Perserteppich zu verzichten. Auch wird es sich nicht verhindern lassen, dass hin und wieder ein kleines Malheur passiert oder Köttel auf dem Teppich landen. Wer damit leben kann und bereit ist, seinen Tieren zuliebe gewisse Kompromisse einzugehen, dem können wir die freie Wohnungshaltung absolut ans Herz legen: Sie ermöglicht nicht nur den Kaninchen enorme Bewegungsfreiheit, sondern bietet auch dem Menschen viele Beobachtungsmöglichkeiten und einen engen Kontakt zu seinen Tieren.

In 4 Schritten zur freien Wohnungshaltung

Schritt 1: Bereiche festlegen und Kanincheneck einrichten

Überlege Dir zunächst, zu welchen Räumlichkeiten Deine Kaninchen Zutritt haben dürfen und welche für sie tabu sind. Um bestimmte Räume für die Kaninchen unzugänglich zu machen, kannst Du entweder die Türen schließen oder entsprechende Gitter anbringen. Berücksichtige bei dieser Entscheidung auch den Tag-Nacht-Rhythmus von Kaninchen. Sie sind besonders in den Morgen- und Abendstunden sehr aktiv, was mitunter Deine Nachtruhe stören könnte, wenn sie auch ins Schlafzimmer dürfen. Außerdem musst Du alle Bereiche, die von Deinen Kaninchen genutzt werden, „kaninchensicher“ machen. Mehr dazu erfährst Du unter Schritt 4. Es ist auch möglich, den Kaninchen zunächst nur ein Zimmer zur Verfügung zu stellen und den nutzbaren Raum nach und nach zu erweitern.

Unabhängig davon, wie viele Zimmer die Kaninchen zur Verfügung haben, ist es sinnvoll, einen Bereich einzurichten, der nur ihnen gehört und zu dem sie uneingeschränkt Zugang haben. Wir bezeichnen dies im Folgenden als „Kanincheneck“. In diesem sollten Futter- und Wassernapf, eine Heuraufe, verschiedene Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten (Häuschen, Röhren etc.), eine Kaninchentoilette und eine Buddelkiste mit Sand untergebracht werden.

Als Bodenbelag eignen sich zum Beispiel Hanfmatten oder Fleecedecken. Die Kaninchen können sich dorthin zurückziehen, wenn sie Ruhe brauchen, und sich ansonsten frei in der Wohnung bewegen. Gleichwohl sollten die Tiere natürlich auch in den anderen Zimmern Versteckmöglichkeiten haben, die sie als Fluchttiere dringend benötigen. Biete Deinen Kaninchen in ihrem „Eck“ verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten an, beispielsweise Naturäste, Röhren und kaninchengerechtes „Spielzeug“. Je mehr erlaubte Knabber- und Spielmöglichkeiten Deine Kaninchen zur Verfügung haben, desto weniger werden sie sich an Möbeln oder der Tapete austoben.

Tipp: Du kannst zur Regulierung des Zugangs zum Kanincheneck zum Beispiel ein Freigehege nutzen. So kannst Du den Bereich auch mal ausbruchsicher abtrennen, zum Beispiel, wenn Du die Wohnung putzt oder Gäste zu Besuch sind. Achte jedoch darauf, dass das Kanincheneck in diesem Fall eine Größe von 6 Quadratmetern nicht unterschreiten sollte.

Schritt 2: Stubenreinheit

Kaninchen sind zwar von Natur aus sehr reinlich und es ist meist kein größeres Problem, ihnen beizubringen, eine Kaninchen- oder Katzentoilette zu nutzen, doch es wird sich kaum vermeiden lassen, dass auch mal etwas danebengeht. Auch Kaninchen, die eigentlich stubenrein sind, können Phasen haben, in denen sie nicht verlässlich ihre Toilette aufsuchen, zum Beispiel in der „Flegelphase“. Dies sollte Dir bewusst und für Dich in Ordnung sein. Zu Beginn der freien Wohnungshaltung ist es sinnvoll, in jedem Zimmer eine Kaninchen- oder Katzentoilette aufzustellen, sodass sich die Tiere nicht selbstständig „Pinkelecken“ suchen, weil ihnen der Weg zum Kanincheneck zu weit ist. Die Anzahl der Toiletten lässt sich meist im Laufe der Zeit reduzieren, weil die Kaninchen dann ihre favorisierten Toiletten haben und diese meist zuverlässig aufsuchen.

Schritt 3: Der richtige Bodenbelag

Was bei der freien Wohnungshaltung nicht zu vernachlässigen ist, ist der Bodenbelag. Teppiche sind aus Sicht der Kaninchen zu empfehlen, da sie darauf besser laufen und rennen können und nicht so schnell ausrutschen wie beispielsweise auf Fliesen oder Laminat. Fest verlegte Teppiche sind nur für verlässlich stubenreine Kaninchen zu empfehlen.

Doch auch hier kann man natürlich nicht garantieren, dass nicht doch mal etwas danebengeht. Aus diesem Grund sind kleinere Teppiche, die man hin und wieder in die Waschmaschine stecken kann, besser geeignet. Ebenfalls zu empfehlen sind waschbare Fleecedecken, die es zum Beispiel von der Firma Bunny extra für Kaninchen gibt. Doch auch PCV oder Laminat ist als Bodenbelag nutzbar. Hier ist es sinnvoll, zumindest an einige Stellen einen Teppich auszulegen, sodass die Kaninchen nicht überall ausrutschen. Es sollte einem jedoch bewusst sein, dass die Krallen der Tiere durchaus Kratzer hinterlassen können. Ein teurer Echtholz-Parkettboden ist wohl eher nicht die richtige Wahl.

Schritt 4: Wohnung kaninchensicher machen

Dies ist der wohl wichtigste Punkt. Bei der freien Wohnungshaltung ist es von zentraler Bedeutung, zuvor alle Gefahrenquellen zu eliminieren, um Verletzungen, Vergiftungen und Stromschläge sicher zu vermeiden.
Hier eine Checkliste, wie Du Deine Wohnung kaninchensicher machen kannst:

  • Keine giftigen Pflanzen: Kaninchen lieben Pflanzen und werden womöglich nicht unterscheiden, ob diese giftig sind oder nicht. Verzichte daher entweder auf giftige Zimmerpflanzen oder stelle sie für Kaninchen unzugänglich auf. Dabei ist auch auf herabfallende Blüten und Blätter zu achten!
  • Nicht rauchen: In Zimmern, in denen sich Kaninchen aufhalten, darf nicht geraucht werden. Nicht nur der Zigarettenrauch ist für Kaninchen ungesund, sondern auch herumliegende Zigaretten(stummel) stellen eine große Gefahr dar.
  • Wasch- und Reinigungsmittel sicher verstauen: Die Kaninchen dürfen keinen Zugang zu Wasch- und Reinigungsmitteln haben. Verstaue diese sicher in verschließbaren Schränken in erhöhter Position.
  • Steckdosen absichern: Alle Steckdosen müssen über eine Kindersicherung verfügen, um Stromschläge zu vermeiden.
  • Elektrokabel absichern: Alle Kabel müssen vor dem Anknabbern geschützt werden, zum Beispiel mit einem Kabelschacht, um Stromschläge zu verhindern.
  • Treppen absichern: Offene Treppen müssen mit Gittern abgesichert werden, um ein Herabstürzen zu vermeiden.
  • Möbel schützen: Teure Möbelstücke und Teppiche sollten entfernt werden. Es wird sich kaum vermeiden lassen, dass Kaninchen daran knabbern. Für Stuhlbeine etc. eignen sich zum Beispiel auch dünne Folien als Knabberschutz.
  • Tapeten schützen: Um ein Anknabbern von Tapeten zu verhindern, können diese im Bodenbereich mit Plexiglas, einer Folie oder einer Holzvertäfelung geschützt werden.
  • Andere Haustiere: Die Kaninchen müssen vor anderen Haustieren, insbesondere vor Hunden und Katzen, geschützt werden. Selbst wenn sie sich gut verstehen, dürfen sie niemals unbeaufsichtigt bleiben.
  • Offenes Feuer vermeiden: Du solltest konsequent auf Kerzen, Kaminfeuer etc. in Reichweite der Kaninchen verzichten. Hier drohen schwere Verbrennungen.
  • Nichts herumliegen lassen: Kaninchen sind äußerst neugierig und werden herumliegende Gegenstände genau unter die Lupe nehmen und ggf. fressen oder anknabbern. Achte daher darauf, dass nichts herumliegt, an dem sie sich verletzen, verschlucken oder vergiften können. Dies gilt auch für Nahrungsmittel und Medikamente.
  • Quetschungen durch Türen verhindern: Mit Türstoppern lässt sich verhindern, dass Türen zum Beispiel durch einen Windstoß zufallen und die Kaninchen verletzen.
  • Zugang zu Balkon und Garten verhindern: Sind Balkon und Garten nicht kaninchensicher, gilt es, zu verhindern, dass die Tiere diese Bereiche betreten können (Türe verlässlich schließen, Gitter anbringen etc.).
  • Waschmaschine und Trockner schließen: Nach Gebrauch die Waschmaschine oder den Trockner schließen oder den Kaninchen anderweitig den Zutritt verwehren.
  • Immer aufmerksam sein: beim Laufen, beim Hinsetzen, beim Türenschließen usw. Darüber auch Gäste informieren!
  • Nicht zu viel heizen: Kaninchen vertragen Hitze nicht gut, daher sollte auch im Winter nicht übermäßig geheizt werden. Die Temperatur sollte nicht über 25 Grad liegen.

Fazit

Die freie Wohnungshaltung von Kaninchen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund: Diese Haltungsform kommt dem großen Bewegungs- und Entdeckungsdrang von Kaninchen entgegen und ist daher besonders tiergerecht. Wenn Du die oben genannten Punkte berücksichtigt, ist die Wohnung schnell kaninchensicher gemacht und Du kannst das enge Zusammenleben mit Deinen Fellnasen genießen.

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