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Kaninchen und Kinder - das solltest du beachten

Die meisten Kinder wünschen sich irgendwann ein Haustier. Kaninchen stehen dabei ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Die zuckersüßen und plüschigen Langohren scheinen eine besondere Anziehungskraft auf Kinder zu besitzen. Und so stehst Du als Elternteil vielleicht vor der Frage, ob Kaninchen als Haustiere für Kinder geeignet sind und worauf beim Zusammenleben zu achten ist. Wir haben alles Wichtige für Dich zusammengefasst, um Dich bei Deiner Entscheidung zu unterstützen.

Niemals Impulskäufe tätigen

Ein Fehler sollte auf keinen Fall passieren: ein Impulskauf. Kaninchen werden bis zu 10 Jahren alt (manchmal sogar noch älter!), eine lange Zeit also, in der man die Verantwortung für die Tiere trägt. Wie alle Tiere haben auch Kaninchen spezifische Bedürfnisse, die man erfüllen muss, um ihnen ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Hierzu gehören beispielsweise ein ausreichend großes Gehege, täglicher Freilauf, das Zusammenleben mit mindestens einem Artgenossen und vieles mehr. Kinder können das Ausmaß der Verantwortung für ein Lebewesen noch nicht einschätzen. Hier bist Du als Erwachsener gefragt: Bist Du bereit, die Verantwortung für Kaninchen über einen solch langen Zeitraum zu übernehmen? Passen Kaninchen in eure Familie und euren Alltag? Bist du willens, die Verantwortung für die Tiere auch alleine zu übernehmen, falls Dein Junior irgendwann das Interesse verliert? Ist der Wunsch nach einem Kaninchen nur vorübergehend oder wirklich von dauerhafter Natur? All diese Fragen sollten geklärt werden, bevor Kaninchen oder andere Tiere Teil der Familie werden. Informiere Dich vor der Anschaffung ausgiebig über Kaninchen und deren Bedürfnisse und spreche auch mit Deinem Sohn oder Deiner Tochter darüber, welche Aufgaben auf ihn/sie zukommen werden. Denn so süß Kaninchen auch sind, es sind keine Kuscheltiere und sie erfordern einiges an Arbeit.  

Kinder und Kaninchen – so funktioniert das Zusammenleben

Aufgaben aufteilen

Wenn diese Fragen geklärt sind und für die Grundbedürfnisse der neuen Haustiere gesorgt ist, solltest Du mit Deinen Kindern den Alltag mit Kaninchen besprechen. Hierzu gehört zum Beispiel, die anfallenden Aufgaben wie Fütterung, Gehegereinigung, Freilauf, Beschäftigung etc. aufzuteilen. Kinder müssen lernen, dass sich die Kaninchen nur dann wohlfühlen, wenn diese Aufgaben gewissenhaft erledigt werden. Wenn Deine Kinder noch sehr jung sind, wird der Großteil der Versorgung Dir überlassen sein. Doch natürlich kann Dein Kind Dir dabei helfen und zum Beispiel die Reinigung des Geheges oder die Fütterung übernehmen. Kinder ab 10 bis 12 Jahren sind meist in der Lage, auch eigenverantwortlich die Pflege ihrer Tiere zu übernehmen. Natürlich solltest Du aber immer ein Auge darauf haben, dass alles reibungslos klappt und die Tiere alles haben, was sie brauchen. Kalkuliere jedoch auch immer die Möglichkeit ein, dass Dein Kind nach einiger Zeit das Interesse verliert. Anders als Hunde oder Katzen suchen Kaninchen eher wenig Kontakt zu ihren Menschen. Es ist also durchaus möglich, dass Dein Sohn oder Deine Tochter nach einiger Zeit gelangweilt ist und keine Lust mehr hat, sich um die Versorgung zu kümmern. Daher sollte die Anschaffung eines Kaninchens immer eine Familienentscheidung sein.

Bedürfnisse respektieren

Kaninchen sind hochsoziale und intelligente Wesen mit eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen, die es zu achten gilt. Als Elternteil liegt die Verantwortung für das Wohlergehen der Kaninchen bei Dir. Kinder lernen am besten durch Erfahrung und Beobachtung. Wenn Du liebevoll, empathisch und respektvoll mit den Kaninchen umgehst, werden es auch Deine Kinder tun. Vorleben ist hier also wichtiger und nachhaltiger als Erklären. Folgende Aspekte sollten im Zusammenleben mit Kaninchen generell und vor allem mit Kindern beachtet werden:

Den Kaninchen Ruhe gönnen

Mache Deinen Kindern deutlich, dass die Kaninchen selbst entscheiden dürfen, wann sie Kontakt haben möchten und wann nicht. Dazu gehört, dass sie nicht geweckt werden, wenn sie schlafen, und nicht zwangsweise aus ihren Häuschen oder Höhlen geholt werden. Erkläre Deinen Kindern, dass dies für die Tiere Angst und Stress bedeutet. Sicherlich werden sie das verstehen und lernen, zu warten, bis die Kaninchen von selbst auf sie zukommen und Kontakt suchen. Wir empfehlen die Haltung in einem großen Freigehege oder Kaninchenzimmer mit Rückzugsort für die Tiere. Hier lassen sich bestimmte Regeln ganz einfach etablieren: Wenn die Kaninchen im vorher vereinbarten „Rückzugseck“ sind, werden sie in Ruhe gelassen. Wenn sie im Freigehege oder im Zimmer unterwegs sind, baut man am besten Kontakt auf, indem man sich ruhig auf den Boden setzt und geduldig wartet, bis die Kaninchen sich trauen, von selbst zu einem zu kommen. So wird langfristig Vertrauen aufgebaut, wovon nicht nur die Tiere, sondern auch die Kinder profitieren.

Um mit Kaninchen Kontakt aufzunehmen und Vertrauen aufzubauen, begibt man sich am besten auf deren Höhe, sodass sie keine Angst haben. 

Nicht hochheben, herumtragen und hinterherrennen

Kaninchen sind von Natur aus Fluchttiere, die auf eine schnelle Flucht vor potenziellen Feinden „trainiert“ sind, um ihr Überleben zu sichern. Diese natürlichen Reflexe müssen in der Heimtierhaltung und insbesondere beim Zusammenleben mit Kindern unbedingt berücksichtigt werden, ansonsten sind die Tiere permanenter Angst und andauerndem Stress ausgesetzt. Wird ihnen die Möglichkeit genommen, bei Angst zu fliehen, können sie durchaus auch mit Kratzen und Beißen reagieren. Oder sie leiden still und verharren bewegungslos, was leider häufig als Entspannung fehlinterpretiert wird, eigentlich aber ein Ausdruck großer Angst ist. Bei Kindern besteht zudem die Gefahr, dass sie die Kaninchen fallenlassen, was zu schweren Verletzungen wie Knochenbrüchen oder ausgeschlagenen Zähnen führen kann. Kindern muss daher beigebracht werden, dass Kaninchen nicht festgehalten, hochgehoben und herumgetragen werden dürfen. Auch Hinterherrennen und „Zwangskuscheln“ sind tabu. Das solltest Du Deinen Kindern erklären und vorleben.

Wichtig: Kaninchen sind keine „Kuscheltiere“. Kindern muss beigebracht werden, dass sie nicht hochgenommen, festgehalten und herumgetragen werden dürfen, da sie sonst große Angst empfinden. Erst wenn sie Vertrauen aufgebaut haben, lassen sie es von selbst zu, gestreichelt zu werden. 

Kinder nicht mit Kaninchen alleine lassen

Alle Eltern wissen, dass Kinder auf die verrücktesten Ideen kommen können. Bis zu einem gewissen Alter können sie die Folgen ihrer Handlungen noch nicht abschätzen. Daher dürfen jüngere Kinder nicht mit den Kaninchen alleine gelassen werden. Ab welchem Alter sich die Kinder selbst um die Pflege und Versorgung kümmern können, ist natürlich von der jeweiligen Persönlichkeit abhängig. Ab einem Alter von 10 bis 12 Jahren sollte das zumindest in Teilen möglich sein. Du als Elternteil kennst Deinen Nachwuchs am besten und wirst sicherlich im Sinne von Kind und Kaninchen entscheiden, wann Du einzelne Aufgaben guten Gewissens übertragen kannst.

Checkliste: Sind Kaninchen für mein Kind und meine Familie geeignet?

Bevor Du Dich entscheidest, Kaninchen in Deine Familie zu holen, solltest Du alle der folgenden Fragen uneingeschränkt mit „Ja“ beantworten können:

  • Wünscht sich Dein Kind schon lange Kaninchen? Ist der Wunsch wirklich beständig und nicht nur eine Momentaufnahme?
  • Will Dein Kind wirklich Kaninchen? Ist es sicher kein Ersatz für einen Hund oder eine Katze?
  • Ist die ganze Familie mit Kaninchen einverstanden? Wurde geklärt, dass niemand unter einer Tierhaar- oder Heuallergie leidet?
  • Ist das Kind verantwortungsbewusst genug, um zumindest Teilaufgaben bei der Kaninchenhaltung zu übernehmen?
  • Hast Du Dich ausführlich über die Bedürfnisse, Besonderheiten und Verhaltensweisen von Kaninchen informiert und kannst alle Anforderungen erfüllen? (Ausreichend großes Gehege und Freilauf, mindestens ein Artgenosse, tiergerechte Ernährung und Beschäftigung, Urlaubsbetreuung etc.)?
  • Bist Du bereit, die Verantwortung für die Kaninchen alleine zu übernehmen, falls Dein Kind das Interesse verliert? Bedenke, dass Kaninchen durchaus 10 Jahre alt werden können.
  • Haben Du und Deine Kinder genug Zeit, um sich ausreichend um die Kaninchen zu kümmern?
  • Ist Dir und Deinen Kindern bewusst, dass Kaninchen eher wenig Kontakt zu „ihren“ Menschen suchen und es nicht gerne mögen, hochgehoben und herumgetragen zu werden?

Fazit

Der Wunsch von Kindern nach Haustieren wie Kaninchen ist absolut nachvollziehbar und verständlich. Doch sollten wir als Erwachsene hier Verantwortung übernehmen und niemals leichtfertig ein Tier in unsere Familie holen. Wir sollten uns zuvor immer mit den jeweiligen Besonderheiten, Verhaltensweisen und Haltungsbedingungen auseinandersetzen, um sicherzugehen, dass wir alle Anforderungen erfüllen können. Kaninchen sind kluge und äußerst sensible Tiere mit eigenen Bedürfnissen. Kindern muss deutlich gemacht und vorgelebt werden, dass diese Bedürfnisse immer zu berücksichtigen und zu respektieren sind. Dies kann für Eltern eine Geduldsprobe darstellen und die Kleinen an ihre Grenzen bringen. Es ist jedoch auch eine einmalige Gelegenheit, ihnen Respekt vor den Bedürfnissen anderer – ob Tier oder Mensch – beizubringen. Kaninchen sind keine Kuschel-, sondern eher Beobachtungstiere. Zukünftigen Kaninchenhaltern sollte bewusst sein, dass die Tiere nicht gerne kuscheln und keinen engen Kontakt suchen. Kinder haben jedoch oftmals große Freude und entwickeln erstaunliche Fantasie, wenn es darum geht, das Kaninchengehege zu gestalten. Es gibt zahlreiche Bastelideen, um für spannende Beschäftigung für die Kaninchen zu sorgen. Viele Kaninchen lassen sich auch für Clickertraining begeistern. So können wunderbare Beziehungen zwischen Kind und Kaninchen entstehen.

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