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Krallenschneiden bei Kaninchen

Zu lange Krallen sind ein häufiges Problem bei der Kaninchenhaltung und können für die Tiere schmerzhafte Folgen haben: Die Verletzungsgefahr steigt, da sie schnell hängenbleiben, die Krallen können brechen und einreißen oder es entstehen Haltungsfehler, weil die Kaninchen eine Schonhaltung einnehmen und nicht mehr normal laufen. Der häufigste Grund für zu lange Krallen sind weiche Untergründe und zu wenig Bewegung: Dadurch können sich die Krallen nicht von selbst abnutzen und werden immer länger. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Kaninchenkrallen regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu kürzen.

Wissenswertes zu Kaninchenkrallen

Die Krallen von Kaninchen wachsen kontinuierlich, ebenso wie die Fingernägel bei Menschen. In der freien Wildbahn nutzen sich die Krallen selbst ab, indem die Kaninchen buddeln, auf verschiedenen Untergründen laufen und sich generell sehr viel bewegen. In der Heimtierhaltung sind diese natürlichen Verhaltensweisen meist eingeschränkt, weshalb die Krallen regelmäßig zu lang werden und geschnitten werden müssen. Dies gilt vor allem für die Innenhaltung.

Die Kralle selbst besteht aus schmerzunempfindlichem Horn, ist jedoch durchzogen von Blutgefäßen und Nerven, dem sogenannten „Leben“. Hier ist große Vorsicht geboten, denn erwischt man das Leben beim Krallenschneiden, verursacht dies dem Tier große Schmerzen und es kann heftig bluten. Das nächste Mal wird sich das Kaninchen dann beharrlich weigern, Dich an seine Füßchen zu lassen. Sind die Krallen hell, lässt sich das Leben meist gut als rosafarbener Strang erkennen. Bei dunklen Krallen kann es schwieriger werden. Hier hilft vor allem eine gute Beleuchtung, ggf. eine Taschenlampe. Falls das Kaninchen neben den dunklen auch helle Krallen hat, kannst Du Dich bzgl. der richtigen Länge an diesen orientieren. Auch das Fell an den Pfoten kann einen Anhaltspunkt liefern: Die Krallen werden dann so weit gekürzt, dass sie nicht über das Fell hinausreichen. Bei langhaarigen Rassen wie Löwenköpfen oder Rex funktioniert diese Methode jedoch nicht.

Was ist, wenn die Krallen zu lang werden?

Zu lange Krallen führen zu unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen. Die Verletzungsgefahr steigt, da Dein Kaninchen an Textilien oder Gegenständen hängenbleiben kann. Außerdem ist es unangenehm oder sogar schmerzhaft, mit zu langen Krallen aufzutreten, weshalb Dein Kaninchen eine Schonhaltung annehmen wird, um dies zu vermeiden. Haltungsfehler können die Folge sein. Des Weiteren brechen zu lange Krallen mitunter ab, was sehr schmerzhaft für Deine Tiere ist. Daher liefert das regelmäßige Schneiden der Krallen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit Deiner Fellnase.

Wie oft muss man die Krallen von Kaninchen schneiden?

Wie oft Du die Krallen Deiner Kaninchen schneiden musst, hängt davon ab, wie schnell sie wachsen und zu welchem Grad sie sich selbst abnutzen. Das ist von Tier zu Tier verschieden. Während bei einigen Kaninchen alle zwei Wochen ein Kürzen notwendig ist, reicht es bei anderen, alle paar Monate ein wenig nachzuhelfen. Wichtig ist es allemal, die Krallen regelmäßig zu kontrollieren, etwa im Rahmen eines wöchentlichen Gesundheitschecks. Rollen sich die Krallen nach innen oder hörst Du ein „Klacken“ beim Laufen, ist es höchste Zeit, zur Krallenzange zu greifen! Im Durchschnitt werden die Krallen etwa einmal pro Monat geschnitten.

Achtung: Bei deutlich zu langen Krallen wächst das „Leben“ quasi mit und reicht somit bis weit in die Spitze der Kralle hinein. Hier auf einmal sehr viel abzuschneiden, sollte aufgrund der Gefahr, das Blutgefäß zu erwischen, vermieden werden. Hier ist es erforderlich, beim Schneiden in kleinen Schritten vorzugehen. Kürze die Krallen einmal pro Woche nur ganz minimal, sodass sich das Leben nach und nach zurückzieht.

Wie schneide ich die Krallen meines Kaninchens?

Zum Krallenschneiden brauchst Du eine scharfe Krallenschere oder -zange für Kaninchen. Halte außerdem Desinfektionsmittel und eine Kompresse bereit, falls Du aus Versehen doch das Blutgefäß erwischst. Eine gute Beleuchtung, ggf. sogar eine Taschenlampe, erleichtert Dir das Arbeiten, da Du so besser erkennen kannst, wo das Leben beginnt. Wenn Du es richtig machst, tut das Krallenschneiden Deinen Tieren nicht weh, trotzdem ist es natürlich mit großem Stress für sie verbunden, nicht zuletzt, da Du sie dabei festhalten musst. Bei Sensibelchen ist zu empfehlen, nur eine Kralle pro Tag zu schneiden, um den Stress zu reduzieren.

Tipp: Lasse Dir am besten einmal von einem Profi zeigen, wie es geht! So gewinnst Du Sicherheit. Traust Du Dir das Krallenschneiden nicht selbst zu, kannst Du dies auch von einem Tierarzt erledigen lassen. Meist kostet dies etwa 5-10 Euro oder ist sogar kostenlos.

Nehme Dein Kaninchen sanft auf den Schoß und beruhige es zunächst ein wenig, indem Du es streichelst und ihm ein Leckerli gibst. Es sollte möglichst entspannt sein, bevor Du mit dem Schneiden beginnst. Beim Schneiden selbst musst Du es gut festhalten, sodass es nicht entwischen kann. Passe dabei gut auf, dass Du ihm nicht wehtust, und drücke vor allem nicht zu fest auf den Rücken. Eventuell gelingt es leichter, wenn ihr das Krallenschneiden zu zweit macht: Eine Person hält das Kaninchen sicher, aber sanft fest, während die andere das Schneiden übernimmt. Ist das Kaninchen sehr unruhig, kann es helfen, es sanft in ein Handtuch zu wickeln, der Kopf bleibt dabei frei. Sinnvoll ist es außerdem, sich mit dem Kaninchen auf den Boden zu setzen, da es hier meist weniger Angst hat.

Nun gehst du von Kralle zu Kralle und versuchst, genau zu bestimmen, wo das Leben beginnt. Bei einer guten Beleuchtung oder mit einer Taschenlampe erkennst Du das leichter. Nehme die Pfote in die Hand und halte sie gut fest, ohne Deiner Fellnase wehzutun. Dein Kaninchen sollte die Pfote nicht plötzlich wegziehen können. Schneide zunächst nur die Spitze der Kralle ab und taste Dich langsam weiter voran. Die Krallenzange oder -schere wird hierzu parallel zum Boden angesetzt.

Achte darauf, den durchbluteten Bereich nicht zu erwischen. Wenn Du unsicher bist, höre lieber zu früh auf als zu spät und mache in einer Woche weiter. Das Leben zieht sich wie gesagt zurück und passt sich der Krallenlänge an.

Wenn es doch passiert und das Leben verletzt wird, tut das Deinem Kaninchen natürlich weh und kann stark bluten. Bitte bewahre dann Ruhe. Es ist zwar unangenehm, aber kein Notfall. Sorge mit einer Kompresse dafür, dass die Blutung aufhört und desinfiziere die Wunde. Die nächsten Tage dann gut beobachten und regelmäßig desinfizieren oder die Wunde mit einem Sprühpflaster versiegeln.

Solltest Du die Blutung nicht stoppen können oder entzündet sich die Kralle trotz Vorsichtsmaßnahmen, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Natürliche Abnutzung fördern

Um die natürliche Abnutzung der Krallen zu fördern, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel das Auslegen von großen, flachen Steinen oder Gehwegplatten im Gehege. Auch das regelmäßige Buddeln nutzt die Krallen ab. Daher sollten Kaninchen immer eine Buddelkiste zur Verfügung haben. Dies dient nicht nur der natürlichen Krallenabnutzung, sondern auch der Beschäftigung. Außerdem sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, dass die Kaninchen sich viel bewegen und toben können.

Fazit

Während sich bei Wildkaninchen die Krallen durch viel Bewegung auf unterschiedlichen Untergründen und ausgiebiges Buddeln von selbst abnutzen, tritt insbesondere bei der Innenhaltung von Kaninchen häufig das Problem zu langer Krallen auf. Diese behindern Deine Fellnase in ihrer natürlichen Bewegung und können zu gesundheitlichen Problemen und Verletzungen führen. Daher sollten die Kaninchenkrallen regelmäßig auf ihre Länge geprüft und bei Bedarf gekürzt werden. Zudem kannst Du mit einer abwechslungsreichen Gestaltung des Kaninchengeheges zur natürlichen Abnutzung beitragen.

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