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Vergesellschaftung von Kleinsäugern – Die Grundlagen

Gesellig lebende Tierarten sollten stets mindestens zu zweit oder sogar in Gruppen gehalten werden. Allerdings ist eine Vergesellschaftung nicht immer unproblematisch und teilweise mit recht hohem Aufwand verbunden. Zu den gesellig lebenden Kleinsäugerarten gehören z. B. Meerschweinchen, Kaninchen, Degus, Chinchillas, Farbmäuse und -ratten, Mongolische Wüstenrennmäuse und Steppenlemminge.

Eine paarweise Haltung von Zwerghamstern (z. B. Dschungarischer Zwerghamster, Roborowski Zwerghamster) sollte Spezialisten und Züchtern vorbehalten bleiben, von der paarweisen oder gar Gruppenhaltung von Goldhamstern ist dringend abzuraten, da es sich bei diesen Tieren um Einzelgänger handelt, die sich auch in der Natur nur zur Paarung zusammenfinden.

 

Warum ist Vergesellschaftung bei geselligen Tieren überhaupt nötig?

Durch paarweise oder auch Gruppenhaltung können die Tiere ihr arttypisches Verhalten ausleben und Kommunizieren. Zudem bieten Artgenossen Schutz, Orientierung und Beschäftigung, wodurch Stress abgebaut wird. Längerfristige oder sogar dauerhafte Einzelhaltung gesellig lebender Tierarten macht die Tiere krank. Es können Verhaltensstörungen wie z. B. Aggressionen dem Menschen gegenüber oder depressives Verhalten auftreten. Manche Tiere fallen auch durch immer wieder ausgeführte, scheinbar sinnlose Bewegungsmuster wie z. B. Salto rückwärts oder am Gehegerand hin- und herlaufen auf (sog. Stereotypien).
Die Lebensqualität in Einzelhaft gehaltener Tiere ist stark reduziert und ihre Lebenserwartung liegt in der Regel deutlich unter dem arttypischen Durchschnitt.

Wichtig: Der Mensch oder ein anderes nicht derselben Art angehörendes Haustier kann niemals einen Artgenossen ersetzen!

Aus diesen Gründen ist die Einzelhaltung soziallebender Tierarten abzulehnen!


Bei einer Vergesellschaftung von Tieren durch uns Menschen solltest Du immer das natürliche Verhalten und die Besonderheiten der Tierart berücksichtigen.
Im natürlichen Lebensraum z. B. bleiben junge weibliche Tiere oftmals in ihrer Familiengruppe, während männliche Tiere in der Regel verjagt werden und sich dann einer anderen Gruppe (z. B. auch einer Junggesellengruppe) anschließen bzw. eine neue Familiengruppe gründen.
Wie bei uns Menschen auch, müssen sich Tiere erst einmal kennenlernen, wenn sie aufeinandertreffen. Wenn Du Kleinsäuger miteinander vergesellschaften möchtest, ist daher besonders viel Fingerspitzengefühl gefragt. Meist entscheiden nämlich schon die ersten Momente des ersten Kennenlernens darüber, ob ein späteres harmonisches Zusammenleben der Tiere möglich wird oder ob eine gegenseitige und dauerhafte Ablehnung entsteht.

 

Was passiert eigentlich bei einer Vergesellschaftung?

Bei einer Vergesellschaftung klären die Tiere die Rangordnung. Es ist völlig normal, dass er zu Beginn dabei etwas turbulent zugehen kann. Es kann vorkommen, dass die Tiere sich gegenseitig jagen, sich besteigen, sich Fell herausrupfen und laut quieken. Wichtig ist es die Tiere dabei aufmerksam zu beobachten, um im Notfall eingreifen zu können. Auf keinen Fall solltest Du aber das Klären der Rangordnung unterbinden, da dies völlig natürlich ist und auch stattfinden muss.
Streitigkeiten um das Revier sollten bei territorialen Tierarten übrigens bei einer Vergesellschaftung idealerweise nicht stattfinden. Die Tiere sollen sich als eine ein Revier gemeinsam bewohnende Gruppen ansehen.


Wann eingreifen?

Eingreifen solltest Du dann erst, wenn die Tiere sich z. B. ernsthaft ineinander Verbeißen oder ein Tier für einen längeren Zeitraum unerbittlich gejagt wird. Abzuschätzen, wann aus dem natürlichen Gerangel um die Rangordnung oder das Revier blutiger Ernst wird, kann mitunter sehr schwierig sein. Bist Du hier unsicher, so empfiehlt es sich jemanden dazu zu holen, der Erfahrung mit der Haltung und Vergesellschaftung der jeweiligen Tierart hat.

Fazit: Wenn Du eine gesellig lebende Tierart pflegen möchtest, so solltest Du immer mindestens ein Partnertier mit einplanen.

Was Du bei der Vergesellschaftung beachten solltest und welche Fehler Du dabei machen kannst, die die Vergesellschaftung eventuell sogar komplett scheitern lassen, kannst Du hier nachlesen.

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