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Welche Bedürfnisse hat ein Hamster?

Ob Goldhamster, Dsungarischer Zwerghamster oder Roborowski-Zwerghamster – die kleinen Felltiere gehören zu den beliebtesten Haustieren. Doch welche Bedürfnisse hat ein Hamster eigentlich? Wie sieht ein tiergerechtes Zuhause aus? Wie fühlt sich ein Hamster so richtig wohl?

Einzelhaltung oder Gruppenhaltung?

Während andere Kleinsäuger wie Mongolische Wüstenrennmäuse, Kaninchen oder Degus in Gruppen lebende Tiere sind, die daher keinesfalls alleine gehalten werden dürfen, stellen Hamster hier eine Ausnahme dar. Goldhamster sind Einzelgänger und sollten daher grundsätzlich alleine gehalten werden. Dies erklärt sich durch ihre natürliche Lebensweise. In freier Wildbahn leben Goldhamster ebenfalls alleine, bewohnen ein großes Revier und treffen sich nur zur Paarung. Diese Eigenheit sollte bei der Haltung unbedingt berücksichtigt werden. Werden mehrere Tiere zusammen gehalten, kommt es nicht selten zu Beißereien. Diese können sogar bis zum Tod eines Tieres führen, weil die Hamster sich nicht aus dem Weg gehen können.

Eine gewisse Ausnahme stellen Zwerghamster dar, die in der Natur teilweise zur Aufzucht von Jungtieren in Familienverbänden zusammenleben. In der Heimtierhaltung ist jedoch eine Gruppenhaltung von Zwerghamstern nicht zu empfehlen, da es auf dem vergleichsweise engen Raum fast immer zu (mitunter tödlich endenden) Unstimmigkeiten kommt.

Wichtig: Um Dir und den Tierchen unnötigen Stress zu ersparen, solltest du Deinen Hamster grundsätzlich alleine halten.

Wahl und Standort des Geheges

So klein er auch ist, braucht der Hamster doch einiges an Platz, um sich wohlzufühlen und seine Instinkte ausleben zu können. Der Käfig bzw. das Gehege sollte daher die Mindestmaße von 100 x 50 x 50 cm keinesfalls unterschreiten. Selbstredend freut sich der Hamster über jeden Quadratzentimeter mehr, den er zum Buddeln, Laufen und Klettern zur Verfügung hat.

Goldhamster sind nachtaktiv, d. h., sie verbringen den Tag zurückgezogen in ihrem Bau und werden erst abends munter und gehen außerhalb ihrer schützenden Behausung auf Achse. Dieser Tag-Nacht-Rhythmus unterscheidet sich deutlich von unserem eigenen, was insbesondere bei der Haltung im Kinderzimmer bedacht werden sollte: Wenn Hamster nämlich nachts herumwuseln, buddeln und im Laufrad rennen, kann es durchaus laut werden, worunter die Nachtruhe des Kindes leiden kann.Umgekehrt wird auch der Hamster in seinen Ruhephasen erheblich gestört, wenn es tagsüber zu laut ist.

Zwerghamster wiederum haben oftmals auch während des Tages Aktivitätsphasen, sie sind meist nicht ganz so streng nachtaktiv wie ihre etwas größeren Verwandten. Teilweise passen sie sich auch etwas dem Tagesrhythmus ihres Besitzers an. Allerdings liegt auch die Haupt-Aktivitätsphase von Zwerghamstern in den Abend- und Nachtstunden.

Grundsätzlich gilt: Wecke Deinen Hamster nie, wenn er schläft. Dies kann auf Dauer zu Verhaltensstörungen und Krankheiten führen.

Daher sollte das Gehege möglichst in einem ruhigen Raum untergebracht werden. Achte darauf, dass es nicht auf dem Boden steht, sondern etwa in Augenhöhe, und keiner Zugluft oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Zu empfehlen ist ein Nagarium aus Glas – so kannst Du die unterirdischen Bauten von außen gut beobachten. Wenn Dein Hamster zahm ist, kannst du ihm zusätzlich Auslauf in einem abgegrenzten Bereich ohne Verletzungsgefahr bieten.

Einstreu

Die Einstreu sollte möglichst hoch sein, mindestens jedoch etwa 30 cm. Auch hier macht ein Blick auf den natürlichen Lebensraum der Tiere schnell deutlich, weshalb das so ist. In der Natur legen Hamster aufwendige Tunnelsysteme an, die z. B. im Falle des Goldhamsters bis zu 10 Meter Länge erreichen können. Die Tunnel bestehen meist aus einer Nestkammer, die bis zu einem Meter tief in der Erde liegt, und mehreren davon abzweigenden Nebenkammern, die z. B. als Toilette und Vorratskammer genutzt werden. Je mehr Einstreu Du Deinem Hamster also zur Verfügung stellst, desto mehr kann er sich baulich ausleben und desto wohler fühlt er sich.
Als Einstreu verwendest Du am besten Naturstreu wie z. B. Hanf oder Leinen, das Du mit Heu oder Stroh mischst. Naturäste, Korkröhren und Toilettenpapier- und Küchenrollenum die Stabilität zu erhöhen. Wichtig ist es, die Einstreu nicht zu oft zu wechseln, denn für den Hamster ist es mit großem Stress verbunden, wenn sein Zuhause plötzlich anders riecht. Daher ist es sinnvoll, den Einstreuwechsel etappenweise alle paar Wochen vorzunehmen, d. h., immer nur einen Teil der alten Einstreu auszuwechseln. So zerstört man auch nicht in einem Schwung sein ganzes mühsam angelegtes Tunnelsystem.

Ernährung

Hamster sind Gemischtköstler. Als Grundlage solltest du Deinem Hamster eine ausgewogene Futtermischung anbieten, die speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Diese wird ergänzt durch Frischfutter (z. B. diverses Gemüse oder sog. „Futterpflanzen“) und Eiweiß (z. B. Mehlwürmer oder Grillen, sofern nicht schon im Trockenfutter enthalten). Heu und Stroh zur Beschäftigung und zum Nagen sowie frisches Trinkwasser sollten selbstverständlich immer zur Verfügung stehen. Achte insbesondere bei Zwerghamstern darauf, dass sie keinen Zucker zu sich nehmen, da sie ein stark erhöhtes Diabetes-Risiko haben. Zuckerhaltige Leckerli sowie Obst sind für die kleinen Fellnasen also tabu.

Zusatztipp: Auch wenn in der Futtermischung schon tierisches Eiweiß enthalten ist, kannst Du Deinem Hamster hin und wieder auch einen lebenden Mehlwurm oder ein Heimchen anbieten. Das sorgt für Abwechslung!

Einrichtung und Beschäftigung

Hamster nehmen jede Möglichkeit der Beschäftigung, die ihnen geboten wird, dankbar an. Neben der möglichst hohen Einstreu zum Buddeln und Tunnelbau sollte das tiergerechte Hamster-Zuhause zumindest Folgendes enthalten:

  • Ein der Größe des Hamsters entsprechendes Laufrad aus Holz (bei Goldhamstern mind. 25 cm Durchmesser, bei Zwerghamstern mind. 20 cm Durchmesser – ist der Durchmesser kleiner, können sich die Tiere an der Wirbelsäule verletzen, da sie diese beim Rennen immer durchbiegen). Das Laufrad sollte außerdem eine durchgängige Lauffläche aufweisen und auf einer Seite geschlossen sein, sodass sie sich nicht verletzen können. Ein Laufrad ist ein absolutes Muss, denn nur so können Hamster in der Heimhaltung ihren großen Bewegungsdrang ausleben.
  • Klettermöglichkeiten, z. B. in Form von Ästen oder Weidenbrücken
  • Mindestens drei Häuschen oder Ähnliches (in Anlehnung an ihr natürliches, mindestens aus drei Kammern bestehendes Tunnelsystem)
  • Material zur Beschäftigung und zum Zahnabrieb (z. B. unbedruckte Klopapierrollen, Naturzweige mit oder ohne Blätter)
  • Sandbad zur Fellpflege

Hamster verbringen, wie wohl die meisten freilebenden Tiere, einen Großteil ihrer Zeit mit der Futtersuche. Es ist also sinnvoll, ihnen das Trockenfutter nicht im Napf anzubieten, sondern einen Teil im Gehege zu verstreuen. So können sie ihren Instinkten nachgehen und sind beschäftigt. Ebenso kannst Du Leckerli an verschiedenen Stellen im Gehege verstecken, um Deinem Liebling ein wenig Abwechslung zu bieten.
Achte darauf, schwere Gegenstände wie ein Sandbad auf einen festen Untergrund, z. B. eine kleine Etage, zu stellen, sodass der Hamster sie nicht „unterbuddeln“ kann und dadurch verletzt wird.

Gesundheit und Vorsorge

Hamster sind wie alle unsere Haustiere darauf angewiesen, dass wir als ihre Besitzer sie genau beobachten und Veränderungen, die auf ein gesundheitliches Problem hinweisen könnten, schnell bemerken, um ihnen zu helfen. „Alarmzeichen“ für gesundheitliche Probleme bei Hamstern sind z. B. Durchfall, verändertes Fressverhalten, länger anhaltendes „Aufplustern“ ohne ersichtlichen Grund, halb/ganz geschlossene oder verklebte Augen, Bewegungsunlust sowie Fellveränderungen. Bei solch kleinen Tieren kann sich ein vermeintlich harmloses Problem schnell zu einem Notfall entwickeln, weshalb Du, wenn Du unsicher bist, lieber einen Tierarzt aufsuchen solltest.

Mensch und Tier

So süß die kleinen Felltiere auch sind: Es sind in erster Linie „Beobachtungstiere“, keine Kuscheltiere, die es mögen, aus dem Gehege genommen und „geschmust“ zu werden. Das sollte vor allem Kindern deutlich gemacht werden.
Selbstverständlich dürfen die nachtaktiven Tierchen tagsüber nicht in ihrer Ruhephase gestört werden. Die Beschäftigung mit den kleinen Felltieren sollte also in die Abendstunden gelegt werden. Werden die Tiere tagsüber geweckt, können sie schon mal mürrisch sein und langfristig auch Verhaltensstörungen und Krankheiten entwickeln. Achte also darauf, das zu vermeiden.

Es gibt einiges an sog. „tierschutzwidrigem Zubehör“, das vielleicht auf den ersten Blick praktisch erscheint, von dem jedoch unbedingt Abstand genommen werden sollte. Dazu gehören u. a. Geschirre mit Leine, Plastikkugeln, in denen der Hamster durch das Zimmer laufen muss, Laufräder mit nicht geschlossener Lauffläche oder lange Tunnel aus Plastik. Hier drohen ernsthafte Verletzungen und/oder Verhaltensstörungen, weshalb dieses Zubehör nicht verwendet werden sollte.

Fazit

Wie Du siehst, gibt es auch bei der Haltung solch kleiner Tiere einiges zu berücksichtigen. Ganz allgemein gilt: Je stärker in der Hamsterhaltung die artspezifischen Besonderheiten berücksichtigt werden, desto zufriedener und fitter wird Dein kleiner Mitbewohner sein – und desto mehr Freude wird es Dir bereiten, die vielfältigen Verhaltensweisen Deines Hamsters zu beobachten.

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