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Wie alt werden Kaninchen?

Möchte man einem Tier ein neues Zuhause geben, so spielt neben anderen Faktoren häufig auch die Lebenserwartung eine wichtige Rolle. Abschiednehmen tut weh, weshalb sich viele Menschen für ein Haustier entscheiden, das möglichst lange bei ihnen bleibt. Kaninchen gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland und können bei guter Haltung und Pflege ein beachtliches Alter erreichen und uns und unsere Kinder lange Zeit begleiten. Doch wie alt werden Kaninchen durchschnittlich und wie kann man als Halter:in positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit und somit auf die Lebenserwartung der kleinen Fellnasen nehmen?

Wie alt werden Kaninchen als Haustiere?

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Kaninchen liegt etwa bei 8 Jahren, nicht wenige Tiere werden jedoch auch 10 bis 12 Jahre alt. Ein Faktor, der die Lebenserwartung beeinflusst, ist die Größe der Tiere: So werden Zwergkaninchen nachweislich deutlich älter als Riesenrassen. Neben der individuellen genetischen Veranlagung, die leider nicht in unserer Macht liegt, bestimmen auch die Haltungsbedingungen über das Alter, das Kaninchen erreichen können. Kaninchen, die tiergerecht gehalten werden und deren Bedürfnisse erfüllt werden, haben nicht nur eine höhere Lebenserwartung, sondern auch eine höhere Lebensqualität. Doch was brauchen Kaninchen eigentlich alles, um sich wohlzufühlen und möglichst alt zu werden?

Tipps für ein langes Kaninchenleben

Artgenossen

Kaninchen sind durch und durch Gruppentiere. In der freien Natur leben Wildkaninchen, die Stammform unserer Haustiere, in unterschiedlich großen Kolonien zusammen und bewohnen bis zu drei Meter tiefe und bis zu 50 Meter breite unterirdische Bauten. Die Gruppe verspricht Schutz, Wärme und Gesellschaft. All dies benötigen auch unsere Hauskaninchen, um gesund und glücklich zu sein. Daher ist mindestens ein Artgenosse ein absolutes Muss in der Kaninchenhaltung. Bei ausreichend Platz darf es gerne eine größere Gruppe sein. Mit den anderen Fellnasen wird gekuschelt, gegenseitige Fellpflege betrieben und Neues entdeckt. Das hält fit, sorgt für Wohlbefinden und Zufriedenheit und somit auch für eine gute Gesundheit und ein möglichst hohes Lebensalter.

Um sich wohlzufühlen, brauchen Kaninchen Artgenossen zum Kuscheln und Spielen.

Viel Bewegung

Bewegung macht nicht nur Spaß, sondern hält fit und unterstützt die Verdauung. Daher sollten Kaninchen möglichst viel Platz haben, um ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben zu können. Neben einer ganzjährigen, kaninchengerechten Außenhaltung mit Schutz vor Raubtieren ist die freie Wohnungshaltung besonders zu empfehlen, um den Fellnasen die Möglichkeit zu geben, sich ausreichend zu bewegen. Werden Kaninchen in einem Gehege gehalten, sollten sie täglich die Möglichkeit haben, sich frei zu bewegen. Ein angeschlossener Freilauf, zu dem sie jederzeit Zugang haben, sollte ihnen angeboten werden.

Gesunde Ernährung

Kaninchen sind Pflanzenfresser, die sich in freier Wildbahn vor allem von Gräsern, Blättern, Kräutern, Wurzeln und vielem mehr ernähren, was die Natur hergibt. Da sich in Obhut von Menschen gehaltene Kaninchen bezüglich ihrer Ernährungsbedürfnisse nicht von ihren wildlebenden Verwandten unterscheiden, sollte das ihnen angebotene Futter möglichst naturnah sein und eine Vielfalt an pflanzlichen Bestandteilen umfassen. Da Kaninchen über den Tag verteilt viele kleine Portionen zu sich nehmen, sollten ihnen rund um die Uhr Heu und Grünfutter zur Verfügung stehen, um die Verdauung zu unterstützen. Ansonsten kann es zu gefährlichen Aufgasungen kommen, die leider eine der häufigsten Todesursachen von Hauskaninchen sind. Auch Zahnprobleme sind bei nicht tiergerecht ernährten Kaninchen leider sehr häufig. Hier haben wir für Dich zusammengetragen, welches Frischfutter für Kaninchen geeignet ist.

Frische oder getrocknete Kräuter sollten täglich auf dem Speiseplan Deiner Kaninchen stehen.

Beschäftigung

Eine reizarme Umgebung ohne die Möglichkeit, Neues zu entdecken, finden auch unsere Fellnasen gähnend langweilig. Kaninchen sind ausgesprochen neugierig und freuen sich über vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Naturäste zum Knabbern, Buddelkisten, Tunnel, Brücken und vieles mehr peppen das Kaninchenheim auf und sorgen dafür, dass die Tiere geistig und körperlich fit bleiben. Biete ihnen daher immer wieder neue Anreize, um für Abwechslung zu sorgen. Die Neugierde birgt jedoch auch einige Gefahren: Giftige Pflanzen in der Wohnung oder Elektrokabel, die angeknabbert werden, kann den Fellnasen zum Verhängnis werden. Daher solltest Du immer darauf achten, dass Deine Kaninchen sich im Freilauf nicht verletzen oder vergiften können.

Stressfreier Alltag

Bei der Kaninchenhaltung sollte nicht vergessen werden, dass unsere kleinen Fellnasen Fluchttiere sind, die sich schnell erschrecken und Angst bekommen. Dies verursacht wiederum Stress, der sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken kann. Gehe daher mit Deinen Tieren immer vorsichtig und achtsam um und bringe dies auch Deinen Kindern bei. Hochheben und Hinterherrennen schätzen die sensiblen Nager gar nicht und versetzen sie in Angst und Schrecken. Wenn Du Kontakt zu ihnen aufnehmen möchtest, setze Dich am besten zu ihnen auf den Boden. So werden sie ihrer Neugierde nicht widerstehen können und werden am schnellsten zahm und zutraulich. Außerdem sollten sie natürlich jederzeit die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Ausreichend Versteckmöglichkeiten sind daher sehr wichtig. Auch eine harmonische Gruppenkonstellation trägt zu einem stressfreien Alltag bei.

Hygienische Bedingungen

Keime fühlen sich in feuchtem Milieu besonders wohl, daher sollte das Kaninchenheim möglichst trocken sein. Toiletten sollten täglich gereinigt und Futterreste entfernt werden. Mindestens einmal pro Woche sollte eine Komplettreinigung des Geheges auf dem Plan stehen, um eine Vermehrung von Bakterien oder Viren zu vermeiden.

Pflege und Gesundheits-Check-up

Kaninchen zeigen es erst sehr spät, wenn es ihnen nicht gut geht, daher solltest Du stets ein wachsames Auge auf Deine Lieblinge haben, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Futterverweigerung, Fellveränderungen, Durchfall, Apathie und Teilnahmslosigkeit sind Warnzeichen, die stets ernst genommen werden sollten. Am besten, Du machst es Dir zur Gewohnheit, zum Beispiel einmal wöchentlich im Zuge der Gehegereinigung einen kurzen Gesundheits-Check durchzuführen, bei dem Du Dir insbesondere die Afterregion, Nase, Augen, Ohren, Zähne und Krallen ansiehst. Vergiss auch nicht, Deine Tiere regelmäßig impfen zu lassen, insbesondere gegen RHD und Myxomatose. Lasse Dich hierzu von Deinem Tierarzt beraten!

Fazit

Bei guter Pflege und Haltung können Hauskaninchen je nach Rasse und Größe durchaus 8 bis 12 Jahre alt werden und somit lange Teil Deines Lebens sein. Eine spannende Umgebung, genügend Freilauf, gesundes Futter und das Zusammenleben mit anderen Fellnasen haben wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und somit das zu erwartende Lebensalter. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Kölle Zoo Erlebnismärkten beraten Dich gerne zu allen Belangen der tiergerechten Kaninchenhaltung und stehen Dir mit Rat und Tat zur Seite!

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