Steckbrief American Staffordshire Terrier
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Herkunft und Geschichte

Anhänglicher, verspielter, intelligenter, wachsamer und kinderlieber Familienhund? Oder unberechenbare, aggressive und beißwütige Kampfmaschine? Beschäftigt man sich mit dem American Staffordshire Terrier und seinen Charaktereigenschaften, dann begegnen einem die oben genannten und gegensätzlichen Attribute häufig. Es scheint zu dieser Rasse nur zwei Standpunkte zu geben, die gegensätzlicher nicht seinen könnten: Die einen lieben den Amstaff oder Staffy, wie er auch genannt wird, abgöttisch, bescheinigen ihm beste Charaktereigenschaften und heben seine Eignung als Familienhund hervor, für die anderen ist er das personifizierte Böse; unberechenbar Mensch und Tier gegenüber und ohne jegliche Beißhemmung.

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Der American Staffordshire Terrier: Liebevoller Familienhund oder Kampfmaschine ohne Beißhemmung?

Auch finden sich immer wieder Berichte in den Medien, in denen von aggressiven Angriffen ebendieser angeblich so freundlichen und verspielten Fellnasen berichtet wird – teils schrecklicherweise sogar mit tödlichem Ausgang für Kinder oder andere Hunde. Nicht selten wird der American Staffordshire Terrier auch als Kampfhund bezeichnet und in der Folge mit all den damit verbundenen negativen Assoziationen belegt. Historisch betrachtet ist bzw. war der American Staffordshire Terrier allerdings genau das – ein Kampfhund.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die Kategorie Kampfhund bezeichnet keine Rasse im engeren Sinne, sondern einen in der Vergangenheit liegenden Verwendungszweck dieser speziellen Hunde: Bereits in der Antike wurden bestimmte Hundetypen im Krieg eingesetzt und für den Kampf ausgebildet. So schickten z. B. die Griechen ihren eigentlichen Kampfverbänden Hundestaffeln voraus, und auf der Trajanssäule in Rom finden sich Abbildungen von molosserartigen Hunden, die die römischen Truppen begleiteten. Führten die Römer keinen Krieg, kamen die Hunde in der Arena zum Einsatz, um zum Zweck der öffentlichen Unterhaltung gegen andere Hunde oder sogar Bären, Löwen und Gladiatoren zu kämpfen.

Im Laufe der Geschichte konnten Soldaten sich dann durch Rüstungen zunehmend besser schützen, sodass Hunde im Kriegsgeschehen überflüssig wurden. Die Faszination am Hundekampf blieb allerdings bis in die Neuzeit bestehen und erlangte im 18. und 19. Jahrhundert ihren unrühmlichen Höhepunkt. Da Bulldoggen häufig kurzen Prozess mit ihren Gegnern machten und dem blutdurstigen Publikum keinen ausreichenden Nervenkitzel boten, rückten in England die Terrier zunehmend in das Interesse der Veranstalter und wurden in die Zucht der Kampfhunde miteingekreuzt. Daraus entstanden äußerst kompakte und bisskräftige Hunde, die sogenannten Bull-and-Terrier, die, wenn nötig, verbissen bis zum eigenen Tod kämpften. Dabei ist es interessant, zu wissen, dass diese Hunde keinerlei Aggressivität gegenüber dem Menschen zeigen durften, da sich während des Kampfes auch Menschen, z. B. als Schiedsrichter, in der Arena befanden.

In diesem historischen Kontext ist auch der American Staffordshire Terrier zu verorten, denn auch er ist ein Nachfahre des in England für den Hundekampf gezüchteten „Bull-and-Terrier“. Nachdem der Hundekampf in England und Wales allerdings im Jahr 1835 offiziell verboten wurde, wanderten viele Besitzer der sogenannten Kampfhunde gemeinsam mit ihren Fellnasen aus Großbritannien in die Vereinigten Staaten aus – darunter auch der heutige American Staffordshire Terrier. Denn besonders im Nordosten der USA erlebte der kommerziell betriebene Hundekampf in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Höhepunkt und zeigte sich als lukratives Geschäftsmodell. Im Zuge dieser Entwicklung kam es dann 1898 in Michigan zur Gründung des United Kennel Clubs, der die Aufgabe hatte, den „Pit-Bull-Terrier“ zu pflegen und zu fördern – unter diesem Oberbegriff wurden damals viele unterschiedliche, als Kampfhunde eingesetzte Hunderassen subsumiert – so auch der American Staffordshire Terrier. Allerdings gab es bei einigen Züchtern bereits zeitnah Bemühungen, einen Imagewechsel zu forcieren, um den Staffordshire Terrier aus dem Kontext des Hundekampfes zu lösen und ihn im Gegenzug dazu für Ausstellungen interessant zu machen. 1936 wurde der American Staffordshire Terrier dann vom American Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt, allerdings kam es schnell zu einer regen Diskussion über den Namen, den der Terrier in Zukunft tragen sollte: Weit verbreitet war die Bezeichnung Yankee Terrier, die sich dennoch nicht durchsetzen konnte – der Bestandteil „Pit“ (engl. Kampfplatz) sollte auf jeden Fall getilgt werden, um sich vom inzwischen auch in den USA illegalen Hundekampf abzugrenzen. Ein Bezug zur englischen Vergangenheit des Terriers sollte allerdings erhalten bleiben, sodass man sich schließlich auf den heutigen Namen American Staffordshire Terrier einigte. 1972 erfolgten dann die Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI) und die Festlegung der heute gültigen Rassestandards für den American Staffordshire Terrier.

Auch wenn die Tage seines Einsatzes in der Kampfarena für den American Staffordshire Terrier glücklicherweise lange zurückliegen, beeinflusst dieses Erbe die Wahrnehmung der gesamten Rasse bis in die Gegenwart. Sein ursprünglicher Verwendungszweck als Kampfhund lässt wohl nur bedingt Rückschlüsse auf die Reizschwelle und Aggressivität jedes einzelnen American Staffordshire Terriers zu, dennoch darf nicht verschwiegen werden, dass es immer wieder zu teils schweren Zwischenfällen kommt, an denen Staffordshire Terrier oder Stafford-Mischlinge beteiligt sind. Nicht selten wird in diesen Zusammenhängen auch über die Verantwortung der jeweiligen Hundehalter diskutiert. Denn klar ist, dass jedes Tier individuelle, artspezifische und rassetypische Bedingungen an seinen Halter stellt, die dieser gewissenhaft zu erfüllen hat – für die Haltung eines ursprünglich zum Kampf gezüchteten Hundes mag dies eine weit größere Herausforderung darstellen als bei manch anderem Tier.

Um auf ebendiese speziellen Verpflichtungen aufmerksam zu machen und auf deren Einhaltung zu achten, gilt der American Staffordshire Terrier in vielen Regionen als sogenannter Listenhund, der nur unter bestimmten Voraussetzungen gehalten werden darf, um das Risiko besagter Zwischenfälle zu senken.

In Deutschland wird der American Staffordshire Terrier in 13 Bundesländern als Listenhund geführt, er unterliegt dem Hundeverbringungs- und Einfuhrbeschränkungsgesetz von 2001 (HundVerbrEinfG) und darf daher aus dem Ausland weder nach Deutschland verbracht noch eingeführt werden. Die genauen Regelungen zur Haltung eines Staffordshire Terriers variieren dabei von Bundesland zu Bundesland. Mancherorts benötigt der Halter einen „Sachkundenachweis“, in anderen Regionen muss durch einen Tierarzt attestiert werden, dass bei dem einzelnen Tier keine Grundaggressivität vorliegt (sog. „Wesenstest“). Zusätzlich können regional weitere Bedingungen gelten, zu diesen zählen z. B. eine Maulkorbpflicht und ein Leinenzwang an öffentlichen Orten sowie eine Pflicht zur Kastration bzw. Sterilisation.

Auch in Österreich unterliegt die Haltung eines American Staffordshire Terriers bestimmten Bedingungen: In den listenführenden Bundesländern Niederösterreich und Vorarlberg sowie Wien wird er als gefährlicher Hund eingestuft, in Wien benötigt man daher einen „Hundeführerschein“, in Niederösterreich einen „Sachkundenachweis“ und in Vorarlberg eine Sondergenehmigung des jeweiligen Bürgermeisters, wenn man einem Staffordshire Terrier ein Zuhause bieten möchte. Zudem gilt auch hier an vielen Orten eine Maulkorb- und Leinenpflicht.

In vielen Kantonen der Schweiz wird der Staffordshire Terrier ebenfalls als Listenhund geführt und ist entsprechenden Haltungsbedingungen unterworfen; in Dänemark ist die Rasse gänzlich verboten und darf auch nur unter speziellen Bedingungen mit in den Urlaub genommen werden – kommt es zu einer Beißattacke, werden beteiligte Tiere dort ohne Ausnahme eingeschläfert.

Planst Du mit Deinem Staffordshire Terrier (oder Deinem Stafford-Mischling!) also eine Urlaubsreise in eines dieser Länder, ist es zwingend erforderlich, sich vorab über die regional geltenden Bedingungen zu informieren, um mögliche Probleme von Anfang an auszuschließen.

Aussehen

Durch seinen imposanten Auftritt soll der American Staffordshire einen Eindruck von großer Stärke und Kraft vermitteln. Auch sein sprichwörtlicher Mut wird in den Rassestandards der FCI als wichtiger Wesenszug der muskulösen und wachsamen Fellnase festgelegt.

1) Körperbau

Der American Staffordshire Terrier zeigt einen soliden und sehr muskulösen Körperbau, er bewegt sich aber nicht plump, sondern energetisch und gefällig. Er ist untersetzt und gedrungen und weder langbeinig noch leichtfüßig. Sein kurzer Rücken fällt vom Widerrist zur Kruppe leicht ab und seine Brust ist tief, breit, gut gebaut, reicht weit nach hinten und zeigt eng anliegende Rippen. Seine Pfoten wirken kompakt und gut gewölbt.

Seine hochangesetzten Ohren trägt der American Staffordshire als Steh- oder Rosenohren. Seine Augen sind rund, tief eingebettet und liegen weit auseinander, die Augenlider müssen pigmentiert sein.

Seine Rute ist im Verhältnis zum Körper eher kurz und tief angesetzt und läuft zu einer feinen Spitze aus – sie sollte weder geringelt sein noch über dem Rücken getragen werden.

2) Körpergröße und Gewicht

Die Größe und das Gewicht sollen beim American Staffordshire Terrier in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Die Widerristhöhe bei den Rüden liegt zwischen 46 bis 48 cm, bei den Hündinnen zwischen 43 und 46 cm.

3) Farben

Das Fell sollte kurz, dicht und glänzend sein und sich ein wenig steif anfühlen. Nach den definierten Rassestandards sind alle Farben erlaubt, sodass der Staffy sein Fell sowohl einfarbig als auch mehrfarbig oder gefleckt tragen darf. Allerdings folgen die Vorgaben hier gewissen Vorlieben, so sollten Exemplare mit mehr als 80 % weiß, schwarze Fellnasen mit Abzeichen sowie lederfarbigem Fell nicht in die Zucht miteinbezogen werden.

Charakterzüge und Wesen des American Staffordshire Terrier

Der American Staffordshire verbindet seine Talente in einem ausgewogenen Mischungsverhältnis: Als pflichtbewusstem Wachhund entgeht seinem strengen Blick nicht die kleinste Kleinigkeit, sodass er jederzeit penibel für die Sicherheit seines menschlichen Rudels Sorge trägt. Dennoch verfügt der gewissenhafte Terrier über einen weichen Kern und genießt jede Streicheleinheit. Zudem kann er sich als treuer und ausgelassener Spielgefährte erweisen. Familienanschluss ist für den Staffy daher wichtig, da der bewegungsfreudige Terrier nicht gern allein ist. Die Fellnase ist ein ausgesprochenes und anspruchsvolles Energiebündel und muss daher sowohl körperlich auch als mental ausgelastet sein. Um Deinen American Staffordshire Terrier ausreichend zu fördern und zu fordern, kann Hundesport eine gute Möglichkeit bieten.

Wird ein American Staffordshire Terrier jedoch provoziert, darf man ihn zu keinem Zeitpunkt unterschätzen! Das amerikanische Kraftpaket bedarf daher nicht nur einer konsequenten Erziehung und einer sehr guten Sozialisation, sondern möglichst auch eines erfahrenen Herrchens oder Frauchens. Der Vierbeiner eignet sich daher in keinem Fall als Anfängerhund.

Passt ein American Staffordshire Terrier zu mir? Wie muss er gehalten werden?

Da der American Staffordshire Terrier in vielen Regionen als Listenhund geführt wird, ist seine Haltung zumeist an bestimmte Konditionen gebunden, die regional variieren können. Solltest Du ernsthaft darüber nachdenken, einem Staffy ein neues Zuhause bieten zu wollen, solltest Du Dich unbedingt vorher (!) über die in Deiner Heimat geltenden Regeln informieren, bevor die Fellnase bei Dir einziehen kann.

Ein American Staffordshire Terrier erweist sich hinsichtlich seiner Haltung zudem durch sein mutiges, loyales und extrem wachsames Wesen als anspruchsvoll. Eine natürlich stets liebevolle, aber auch konsequente Erziehung und Sozialisation sowie eine ausreichende körperliche und mentale Auslastung sind daher unerlässlich. Der Staffordshire Terrier sollte daher nur in einen Haushalt mit ausreichender Hundeerfahrung einziehen.

1) Auslauf

Der American Staffordshire Terrier ist ein Arbeitstier mit einem ausgeprägten Bewegungsdrang, der viel Zeit an der frischen Luft einfordert. Auch die Teilnahme an unterschiedlichen Hundesportangeboten kommt der bewegungsfreudigen Fellnase entgegen.

2) Ernährung

Genau wie seine Hunde-Artgenossen stammt auch der American Staffordshire Terrier vom Wolf ab und bevorzugt daher eine fleischhaltige Ernährung mit qualitativ hochwertigen Proteinen. Daneben braucht Dein Vierbeiner für ein glückliches und gesundes Hundeleben natürlich eine zusätzliche Portion Vitamine und Nährstoffe in Form von Obst und Gemüse. Auch das BARFEN kann für einen American Staffordshire Terrier eine sinnvolle Futteralternative darstellen. Hier erfährst Du mehr zum Thema gesundes Hundefutter. 

3) Pflege

Hinsichtlich der Fellpflege erweist sich der American Staffordshire Terrier als unkomplizierter Artgenosse, gelegentliches Bürsten reicht vollkommen aus, insbesondere während des Fellwechsels. Gleiches gilt allerdings leider nicht für Deine Kleidung und Deine Autositze, dort bleiben die kurzen und harten Haare Deines Fellfreundes sehr gern und äußerst hartnäckig haften, sodass ein leistungsstarker Staubsauger und ein umfangreiches Repertoire an Fusselbürsten ein absolutes Muss für euer gemeinsames Zusammenleben darstellen.

Typische Erkrankungen

Der American Staffordshire Terrier gilt als ausgesprochen robuste Rasse mit einer geringen Neigung zu rassespezifischen Erkrankungen.

1) Stoffwechselerkrankungen

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

In einzelnen Fällen ließen sich bisher das Auftreten einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und eine dadurch verringerte Produktion von Schilddrüsenhormonen beobachten, die an der Entwicklung des Hundes und zahlreichen weiteren Stoffwechselprozessen beteiligt sind. In der Folge einer solchen Unterfunktion der Schilddrüse können sich zahlreiche unterschiedliche Symptome zeigen, die die Diagnose der Grunderkrankung erschweren bzw. verzögern können. Eine Hypothyreose entwickelt sich zudem häufig schleichend über einen Zeitraum von mehreren Jahren, sodass die ersten Symptome erst zu Tage treten, wenn bereits ein Großteil des Schilddrüsengewebes zerstört ist. Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können z. B. eine unerklärliche Gewichtszunahme, Bewegungsunlust oder ein erhöhtes Schlaf- und Wärmebedürfnis sein. Aber auch Fell- und Hautprobleme können ursächlich auf eine Hypothyreose zurückgeführt werden. Die Diagnose erfolgt in einem ersten Zugang durch eine Blutuntersuchung, erhärtet sich der Verdacht, kann dann ein ausführliches Schilddrüsenprofil erstellt werden, auf dessen Grundlage dann die medikamentöse Therapie geplant wird. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist nicht heilbar, kann aber gut durch eine lebenslange Gabe synthetischer Hormone behandelt werden, ohne dass das Tier dabei einen Verlust an Lebensqualität erleidet.

2) Gelenkerkrankungen

Hüft- und Ellenbogendysplasie

Vereinzelt neigen American Staffordshire Terrier zudem zu einer erhöhten Neigung zur Hüft- oder Ellenbogendysplasie. Diese Fehlentwicklungen der betroffenen Gelenke sind sehr schmerzhaft – erste Symptome zeigen sich zumeist bei gemeinsamen Spaziergängen. Betroffene Tiere zeigen einen unsicheren Gang, mögen nicht mehr weit laufen oder möchten sich häufiger ausruhen. Dysplasien sind leider nicht heilbar und können nur im Rahmen von Behandlungsmethoden therapiert werden, die das Fortschreiten der Krankheit herauszögern und schmerzreduzierend wirken.

Fragen und Antworten zum American Staffordshire Terrier

1) Sind Staffordshire Terrier in Deutschland erlaubt?

In allen 13 listenführenden deutschen Bundesländern steht der American Staffordshire Terrier auf der Liste der gefährlichen Hunderassen und wird umgangssprachlich auch als Kampfhund bezeichnet. Der Import dieser Hunderasse nach Deutschland ist daher durch das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz von 2001 untersagt. Es ist aber nicht verboten, einen American Staffordshire Terrier zu halten, allerdings gelten dabei regional abweichende Bedingungen, so wird mancherorts ein Sachkundenachweis oder ein Wesenstest eingefordert. Zusätzlich gilt an öffentlichen Orten häufig Leinen- und Maulkorbpflicht.

Auch in Österreich, der Schweiz, Dänemark und vielen anderen Ländern weltweit unterliegt die Haltung des American Staffordshire Terriers bestimmten Bedingungen; auch die Zucht unterliegt häufig starken Restriktionen oder ist sogar verboten.

2) Wie gefährlich ist ein American Staffordshire Terrier?

Diese Frage lässt sich weder für den American Staffordshire Terrier noch jeden anderen Hund pauschal beantworten. Berichte über Beißattacken und andere Zwischenfälle zeigen deutlich, dass es einzelne Staffordshire Terrier gibt, die sich aggressiv gegenüber Menschen oder anderen Hunden verhalten können und daher definitiv als gefährlich einzustufen sind. Hier liegt auch der Grund, warum der American Staffordshire Terrier oft als Listenhund geführt wird. Ursprünglich als Kampfhund gezüchtet kann der Staffordshire Terrier auch heute noch ein dominantes Verhalten zeigen, das bei mangelnder Erziehung, schlechter Sozialisation und fehlender Führung zu Aggressivität führen kann. Seriöse Züchter priorisieren in ihrer Zucht heute jedoch nicht mehr die Wesenszüge, die den Staffordshire Terrier im 19. Jahrhundert zu einer unerschrockenen und verbissenen Kampfmaschine gemacht haben, sondern fokussieren andere Attribute, wie z. B. seine körperliche Belastbarkeit und sein aufgeschlossenes und intelligentes Wesen, sodass die Fellnase in einigen Ländern wie z. B. den USA heute zuweilen sogar als Rettungs- oder Therapiehund eingesetzt wird.

3) Ist ein American Staffordshire Terrier ein Familienhund?

Während der American Staffordshire in Deutschland und den umgebenden Ländern als Listenhund über ein eher schlechtes Image verfügt und häufig mit allen negativen Assoziationen eines Kampfhundes belegt wird, zeigt der Blick über den Tellerrand, dass er in anderen Ländern durchaus als freundlicher und verschmuster Familienhund akzeptiert wird. Insbesondere in seiner Heimat, den USA, zählt der Staffordshire Terrier mit zu den sehr beliebten Hunderassen – in Großbritannien wird er aufgrund seiner großen Zuneigung gegenüber Kindern manchmal sogar als Nanny Dog bezeichnet.

Seinen Ruf als Kinderfreund und Familienhund in den USA verdankt der American Staffordshire Terrier übrigens u. a. einem berühmten Vorfahren: In der beliebten Kinderfilmreihe „Our Gang“ („Die kleinen Strolche“), die von 1922 bis 1944 erst im Stummfilm-Format und später als Tonfilm produziert wurde, begleitete seit 1927 ein American Staffordshire Terrier die jungen Protagonisten – sein Markenzeichen war dabei ein schwarzer Kreis, der mal um das linke und mal um das rechte Auge geschminkt wurde.

4) Ist der American Staffordshire Terrier ein Kampfhund?

Versteht man die Bezeichnung „Kampfhund“ historisch, ist der American Staffordshire Terrier durchaus als Kampfhund zu verstehen. Entstanden aus einer Kreuzung von Bulldogge und Terrier wurde der Amstaff im 19. Jahrhundert in England zum Kampf gezüchtet. Heute hat sich der Verwendungszweck innerhalb der seriösen Zucht jedoch maßgeblich geändert: Es geht nicht mehr darum, die Aggressivität der Rasse zu fördern, sondern positive Attribute weiterzugeben.

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