Ein Welpe bringt jede Menge Freude ins Haus, stellt Dich mit seinen nadelspitzen Milchzähnchen aber manchmal auch auf die Geduldsprobe. Ob angeknabberte Möbel, zerbissenes Spielzeug oder kleine Bissspuren an den Händen: Gerade in den ersten Lebensmonaten erkunden Hunde ihre Umwelt mit dem Maul. Während des Zahnwechsels kann das Kaubedürfnis zusätzlich zunehmen, denn der Durchbruch der bleibenden Zähne geht bei manchen Welpen mit einem unangenehmen Druckgefühl oder empfindlichem Zahnfleisch einher.
Dabei tauchen bei vielen Hundeeltern Fragen auf: Wann fallen die ersten Milchzähne aus? Sind kleine Blutspuren am Spielzeug normal? Und was ist zu tun, wenn ein Milchzahn einfach nicht ausfallen will, obwohl der bleibende Zahn bereits nachkommt?
Die gute Nachricht: Bei den meisten Welpen verläuft der Zahnwechsel problemlos. Trotzdem lohnt es sich, das Gebiss Deines kleinen Vierbeiners in dieser Zeit im Blick zu behalten. So kannst Du Auffälligkeiten frühzeitig erkennen und bei Bedarf tierärztlich abklären lassen.
In diesem Artikel erfährst Du, wann der Zahnwechsel bei Welpen beginnt, wie er abläuft und woran Du erkennst, dass sich das Gebiss Deines Hundes altersgerecht entwickelt. Außerdem geben wir Dir praktische Tipps, wie Du Deinen Welpen mit geeignetem Kauspielzeug und einer behutsamen Zahnpflege unterstützen kannst und wann ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll ist.
Wann bekommen Welpen ihre ersten Milchzähne?
Welpen kommen zunächst zahnlos auf die Welt. Das hat einen guten Grund: Beim Säugen können sie so Milch trinken, ohne ihre Mutter mit spitzen Zähnchen zu verletzen. Doch lange dauert es nicht, bis sich die ersten kleinen Zähne zeigen. Bereits in den ersten Lebenswochen brechen die Milchzähne nach und nach durch das Zahnfleisch.
Meist sind die ersten Milchzähne ab der dritten Lebenswoche zu sehen. Bis zur fünften oder sechsten Lebenswoche ist das Milchgebiss bei den meisten Welpen vollständig ausgebildet. Bei manchen dauert es etwas länger – kleinere zeitliche Unterschiede sind ganz normal.
Im Vergleich zu den späteren bleibenden Zähnen sind Milchzähne kleiner, schmaler und meist auffallend weiß. Besonders charakteristisch sind ihre schmalen, nadelspitzen Zahnkronen. Das sieht zwar niedlich aus, kann beim Spielen aber ganz schön zwicken. Wenn Dein Welpe neugierig Deine Finger erkundet oder beim gemeinsamen Spiel an Deinen Händen knabbert, wirst Du schnell feststellen, wie spitz die kleinen Zähnchen sind.
Wie viele Milchzähne hat ein Welpe?
Das vollständige Milchgebiss eines Hundes besteht normalerweise aus 28 Zähnen. Sie lassen sich in drei Zahngruppen unterteilen:
- 12 Schneidezähne (Incisivi): Sie sitzen vorne im Ober- und Unterkiefer. Hunde nutzen sie unter anderem, um kleine Futterstücke aufzunehmen, an Gegenständen zu knabbern oder ihr Fell zu pflegen.
- 4 Fangzähne (Canini): Die langen, spitzen Eckzähne helfen dabei, Gegenstände zu greifen und festzuhalten. Sie spielen außerdem beim Sozialverhalten und bei der Kommunikation mit anderen Hunden eine Rolle.
- 12 vordere Backenzähne (Prämolaren): Sie helfen dabei, Nahrung festzuhalten und zu zerkleinern.
Gut zu wissen: Im Milchgebiss fehlen die hinteren Backenzähne, die sogenannten Molaren. Sie brechen erst mit dem bleibenden Gebiss durch und haben keine Milchzahnvorgänger. Das vollständige bleibende Gebiss eines erwachsenen Hundes umfasst normalerweise 42 Zähne.

Das Milchgebiss eines Welpen besteht normalerweise aus 28 kleinen Zähnen, die nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.
Wann beginnt der Zahnwechsel beim Welpen?
Zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat beginnt bei den meisten Welpen der Zahnwechsel. Nach und nach fallen die Milchzähne aus und machen Platz für die bleibenden Zähne. So entwickelt sich Schritt für Schritt das Erwachsenengebiss Deines Hundes. Mit etwa sechs bis sieben Monaten ist der Zahnwechsel bei vielen Hunden weitgehend abgeschlossen. Wie schnell dieser Prozess verläuft, ist jedoch individuell unterschiedlich.
Wie läuft der Zahnwechsel beim Hund ab?
Während sich die bleibenden Zähne im Kiefer entwickeln, werden die Wurzeln der Milchzähne nach und nach abgebaut. Dadurch verlieren die Milchzähne ihren Halt, lockern sich und fallen schließlich aus. Gleichzeitig brechen die bleibenden Zähne durch das Zahnfleisch.
Häufig beginnt der Zahnwechsel mit den Schneidezähnen. Danach folgen die Fangzähne und die vorderen Backenzähne, die sogenannten Prämolaren. Zusätzlich wachsen die hinteren Backenzähne, die Molaren, heran. Sie sind eine Besonderheit des bleibenden Gebisses, denn sie besitzen keine Milchzahnvorgänger.
Nicht immer lässt sich beobachten, wann ein Milchzahn ausfällt. Viele Welpen verschlucken ihre kleinen Zähnchen unbemerkt beim Fressen oder Spielen. Das ist in der Regel unproblematisch und kein Grund zur Sorge.
Auch die Rasse kann beim Zahnwechsel eine Rolle spielen: Besonders bei kleinen Hunderassen kommt es häufiger vor, dass Milchzähne über den eigentlichen Zahnwechsel hinaus im Maul verbleiben. Deshalb ist es sinnvoll, das Gebiss Deines Welpen in dieser Phase regelmäßig zu kontrollieren.
Zahnwechsel beim Hund: Der Zeitplan im Überblick
- 3.–6. Lebenswoche: Die Milchzähne brechen durch.
- Bis etwa zur 6. Lebenswoche: Das Milchgebiss ist bei den meisten Welpen vollständig ausgebildet.
- 3.–4. Lebensmonat: Der Zahnwechsel beginnt häufig mit den Schneidezähnen.
- 4.–6. Lebensmonat: Weitere Milchzähne fallen aus und die bleibenden Zähne brechen nach und nach durch.
- 6.–7. Lebensmonat: Das bleibende Gebiss ist bei den meisten Hunden weitgehend vollständig.
Die Altersangaben dienen zur Orientierung und sind keine festen Vorgaben. Jeder Welpe entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Wichtig ist, dass die bleibenden Zähne ungehindert durchbrechen können und keine Milchzähne zurückbleiben, die die gesunde Entwicklung des Gebisses beeinträchtigen.
Welche Anzeichen zeigt ein Welpe beim Zahnwechsel?
Bei vielen Welpen verläuft der Zahnwechsel weitgehend unbemerkt. Vielleicht entdeckst Du irgendwann zufällig ein kleines Milchzähnchen auf dem Teppich oder in der Hundedecke. Häufig verschlucken Welpen ihre ausgefallenen Zähnchen auch unbemerkt beim Fressen oder Kauen. Das ist in der Regel völlig unbedenklich.
Bei anderen Vierbeinern macht sich der Zahnwechsel deutlicher bemerkbar. Wenn die bleibenden Zähne durchbrechen und die Milchzähne nach und nach ausfallen, kann das Zahnfleisch vorübergehend empfindlich sein. Manche Welpen kauen deshalb mehr als sonst, lassen sich weniger gern am Fang berühren oder zeigen Veränderungen beim Fressen. Wie deutlich die Anzeichen ausfallen, ist von Hund zu Hund unterschiedlich.
Welche Symptome sind beim Zahnwechsel normal?
Während des Zahnwechsels können bei Deinem Welpen verschiedene Veränderungen auftreten. Dazu gehören unter anderem:
- Vermehrtes Kauen und Knabbern: Dein Welpe kaut plötzlich häufiger auf Spielzeug, Decken oder anderen Gegenständen. Das Kauen kann ihm dabei helfen, mit dem ungewohnten Gefühl im Maul umzugehen. Biete ihm deshalb geeignetes Kauspielzeug an, das etwas nachgibt und seine empfindlichen Zähne schont.
- Empfindliches oder leicht gerötetes Zahnfleisch: An den Stellen, an denen neue Zähne durchbrechen, kann das Zahnfleisch vorübergehend gereizt sein. Manche Welpen lassen sich deshalb weniger gern am Fang berühren. Gehe behutsam vor und zwinge Deinen Hund nicht dazu, sich das Maul kontrollieren zu lassen.
- Kleine Blutspuren am Spielzeug: Wenn ein Milchzahn ausfällt, können gelegentlich kleine Blutspuren am Spielzeug oder an einem Kauartikel zurückbleiben. Das ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Stärkere oder anhaltende Blutungen sollten dagegen tierärztlich abgeklärt werden.
- Verändertes Fressverhalten: Manche Welpen fressen vorübergehend langsamer oder bevorzugen weicheres Futter, weil ihnen das Kauen unangenehm ist. Frisst Dein Vierbeiner deutlich weniger oder verweigert er die Nahrung, solltest Du das nicht einfach auf den Zahnwechsel schieben, sondern tierärztlich abklären lassen.
- Vorübergehende Unruhe: Einige Welpen wirken etwas unruhiger, beschäftigen sich intensiver mit ihrem Maul oder reagieren empfindlicher als sonst. Ausgeprägte Unruhe oder deutliche Verhaltensänderungen sind allerdings nicht automatisch auf den Zahnwechsel zurückzuführen.
Wann sind die Symptome ein Grund zur Sorge?
Ein normaler Zahnwechsel sollte Deinen Welpen nicht stark beeinträchtigen. Leichte Beschwerden können zwar vorübergehend auftreten, bestimmte Anzeichen solltest Du jedoch ernst nehmen.
Lass Deinen Welpen tierärztlich untersuchen, wenn er:
- deutliche Schmerzen zeigt oder Berührungen am Fang kaum toleriert,
- nicht mehr frisst oder anhaltend Schwierigkeiten beim Kauen hat,
- stark oder anhaltend speichelt,
- deutlich geschwollenes Zahnfleisch oder wiederkehrende Blutungen zeigt,
- ausgeprägten Mundgeruch entwickelt oder sich sein Allgemeinzustand verändert.
Solche Beschwerden müssen nicht zwangsläufig auf ein Zahnproblem zurückzuführen sein. Es ist jedoch wichtig, andere Ursachen auszuschließen und mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu behandeln.
Unser Tipp: Beobachte Deinen Welpen während des Zahnwechsels aufmerksam, ohne jede kleine Veränderung überzubewerten. Ein verstärktes Kaubedürfnis oder gelegentliche kleine Blutspuren am Spielzeug können vorübergehend auftreten. Bei deutlichen, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden solltest Du dagegen lieber tierärztlichen Rat einholen.
Wie kannst Du Deinen Welpen beim Zahnwechsel unterstützen?
Während des Zahnwechsels hat Dein Welpe möglicherweise ein besonders großes Kaubedürfnis oder reagiert empfindlicher am Maul. Mit geeignetem Kauspielzeug, kleinen Anpassungen bei der Fütterung und etwas Geduld kannst Du ihm diese Zeit erleichtern. Auch eine behutsame Unterstützung bei der Erziehung und der Gewöhnung an die Zahnpflege ist jetzt sinnvoll.
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Biete geeignetes Kauspielzeug an
Ein passendes Kauspielzeug hilft Deinem Welpen, sein natürliches Kaubedürfnis auszuleben. Achte darauf, dass es ausdrücklich für Welpen geeignet ist, zur Größe Deines Hundes passt und aus einem ausreichend nachgiebigen Material besteht.
Sehr harte Kauartikel wie Geweihe oder harte Knochen sind dagegen keine gute Wahl. Sie können die Zähne stark belasten und im ungünstigen Fall sogar zu Zahnfrakturen führen. Das Material sollte beim Kauen etwas nachgeben und nicht steinhart sein.
Kontrolliere das Spielzeug regelmäßig auf Risse, Beschädigungen und lose Bestandteile. Achte außerdem darauf, dass Dein Welpe keine größeren Stücke abbeißen oder verschlucken kann. Lass ihn beim Kauen nicht unbeaufsichtigt und tausche beschädigtes Spielzeug rechtzeitig aus.

Geeignetes Kauspielzeug bietet Deinem Welpen eine sinnvolle Beschäftigung und hilft ihm, sein natürliches Kaubedürfnis auszuleben
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Probiere gekühltes Kauspielzeug aus
Manche Welpen empfinden kühle Gegenstände am empfindlichen Zahnfleisch als angenehm. Ein geeignetes Kauspielzeug aus flexiblem Material kannst Du deshalb – sofern der Hersteller es erlaubt – für kurze Zeit im Kühlschrank kühlen.
Verwende keine steinhart gefrorenen Gegenstände, da diese das empfindliche Zahnfleisch reizen und die Zähne unnötig belasten können. Auch ein sauberes, leicht angefeuchtetes Tuch kann unter Aufsicht eine Alternative sein. Achte dabei darauf, dass Dein Welpe keine Fäden oder Stoffstücke abbeißt und verschluckt.
Beobachte, wie Dein Vierbeiner auf das Angebot reagiert. Möchte er nicht darauf herumkauen, musst Du ihn nicht dazu animieren.
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Gestalte die Fütterung angenehm
Wenn Deinem Welpen das Kauen vorübergehend unangenehm ist, kannst Du ihm das Fressen erleichtern. Weiche sein gewohntes Trockenfutter bei Bedarf mit etwas lauwarmem Wasser ein. Auch ein geeignetes Nassfutter für Welpen kann eine Alternative sein.
Wichtig ist, dass Dein Hund weiterhin ein vollwertiges Alleinfuttermittel erhält, das auf sein Alter und seinen Nährstoffbedarf abgestimmt ist. Eine grundlegende Futterumstellung oder die zusätzliche Gabe von Mineralstoffen ist allein wegen des Zahnwechsels normalerweise nicht notwendig.
Frisst Dein Welpe deutlich weniger, verweigert er die Nahrung oder zeigt er Schmerzen beim Kauen, solltest Du die Ursache tierärztlich abklären lassen. Solche Beschwerden sollten nicht automatisch dem Zahnwechsel zugeschrieben werden.

Wenn das Kauen vorübergehend unangenehm ist, kann eingeweichtes Trockenfutter oder Nassfutter Deinem Welpen die Futteraufnahme erleichtern.
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Schütze Möbel und Hände vor kleinen Zähnen
Angeknabberte Schuhe, angenagte Tischbeine und kleine Bissspuren an den Händen gehören für viele Welpenhalter zum Alltag. Schließlich erkunden Welpen ihre Umwelt mit dem Maul und müssen erst lernen, welche Gegenstände sich zum Kauen eignen. Während des Zahnwechsels kann dieses Bedürfnis zusätzlich zunehmen.
Biete Deinem Vierbeiner deshalb geeignete Alternativen an und lobe ihn, wenn er sich seinem Spielzeug zuwendet. Knabbert er an Deinen Händen oder Deiner Kleidung, unterbrich das Spiel ruhig und lenke ihn auf einen passenden Gegenstand um. Vermeide es, Deine Hände als Beißspielzeug einzusetzen.
Achte außerdem auf ausreichend Ruhe und kurze, entspannte Spieleinheiten. Übermüdete oder aufgeregte Welpen knabbern mitunter besonders intensiv. Mit klaren Regeln, geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten und etwas Geduld hilfst Du Deinem Hund, einen guten Umgang mit seinem natürlichen Kaubedürfnis zu entwickeln.
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Unterstütze Deinen Welpen beim Erlernen der Beißhemmung
Die nadelspitzen Milchzähne machen sich besonders beim gemeinsamen Spielen bemerkbar. Welpen nutzen ihr Maul, um ihre Umwelt zu erkunden und mit Menschen und Artgenossen zu interagieren. Dabei müssen sie erst lernen, ihre Beißkraft richtig einzuschätzen. Genau dabei kannst Du Deinen kleinen Vierbeiner unterstützen.
Wird das Spiel zu grob und setzt Dein Welpe seine Zähne zu fest ein, unterbrich das Spiel kurz und bleibe ruhig. Sobald er sich wieder entspannt hat, kannst Du ihm ein geeignetes Kauspielzeug als Alternative anbieten. Vermeide lautes Schimpfen oder körperliche Strafen, denn diese können Deinen Welpen verunsichern und das Vertrauen beeinträchtigen.
Mit Geduld, Konsequenz und positiven Erfahrungen lernt Dein Welpe Schritt für Schritt, seine Zähne beim Spielen vorsichtiger einzusetzen.
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Gewöhne Deinen Welpen behutsam an die Zahnpflege
Die Zeit des Zahnwechsels eignet sich gut, um Deinen Welpen Schritt für Schritt mit der späteren Zahnpflege vertraut zu machen. Beginne in einer entspannten Situation damit, seinen Fang kurz zu berühren und die Lefzen vorsichtig anzuheben. Belohne Deinen Hund, wenn er ruhig mitmacht, und beende die Übung, bevor sie ihm unangenehm wird.
Wenn Dein Welpe Berührungen am Maul gut akzeptiert, kannst Du ihn langsam an eine geeignete Hundezahnbürste und spezielle Hundezahnpasta gewöhnen. Verwende ausschließlich Zahnpasta für Hunde. Produkte für Menschen sind ungeeignet, da sie Inhaltsstoffe enthalten können, die für Hunde beim Verschlucken problematisch oder sogar gesundheitsschädlich sind.
Da das Zahnfleisch während des Zahnwechsels empfindlich sein kann, solltest Du besonders behutsam vorgehen und keinen Druck auf lockere Milchzähne oder gereizte Stellen ausüben. Zeigt Dein Welpe Schmerzen, pausiere die Übung. Es geht zunächst darum, Vertrauen aufzubauen und eine positive Routine zu schaffen.
Dein Tierarzt kann Dir außerdem zeigen, wie Du das Gebiss Deines Welpen kontrollierst und seine Zähne richtig pflegst.

Je früher Du Deinen Welpen behutsam an die Zahnpflege gewöhnst, desto selbstverständlicher wird das Zähneputzen im späteren Hundealltag.
Mögliche Komplikationen: Wann muss der Tierarzt helfen?
Bei den meisten Welpen verläuft der Zahnwechsel ohne größere Probleme. Dennoch können in dieser Entwicklungsphase Veränderungen auftreten, die tierärztlich untersucht werden sollten. Dazu gehören Milchzähne, die nicht rechtzeitig ausfallen, abgebrochene Zähne und auffällige Zahnstellungen. Werden solche Probleme frühzeitig erkannt, kann möglichen Folgeschäden vorgebeugt und die gesunde Entwicklung des bleibenden Gebisses unterstützt werden.
Persistierende Milchzähne: Wenn Milchzähne stehen bleiben
Normalerweise lockern sich die Milchzähne im Laufe des Zahnwechsels und fallen aus, während die bleibenden Zähne nachrücken. Manchmal bleibt ein Milchzahn jedoch bestehen, obwohl sein bleibender Nachfolger bereits durchgebrochen ist. In diesem Fall spricht man von einem persistierenden Milchzahn.
Besonders häufig sind die Fangzähne betroffen. Persistierende Milchzähne kommen bei kleinen Hunderassen vergleichsweise häufig vor, können grundsätzlich aber bei jedem Hund auftreten.
Bleibt ein Milchzahn neben seinem bleibenden Nachfolger stehen, kann das die natürliche Zahnstellung beeinträchtigen. Die beiden Zähne stehen häufig sehr eng beieinander. In den schmalen Zwischenräumen können sich Futterreste und Zahnbeläge ansammeln, die Zahnfleischentzündungen begünstigen. Außerdem kann der bleibende Zahn durch den verbliebenen Milchzahn in eine ungünstige Position gedrängt werden. Je nach Lage besteht sogar die Gefahr, dass er gegen das Zahnfleisch oder den Gaumen drückt und dort Verletzungen verursacht.

Bleibt ein Milchzahn neben seinem bleibenden Nachfolger stehen, sollte das Gebiss zeitnah tierärztlich untersucht werden.
Wenn Du bemerkst, dass an derselben Stelle zwei Zähne nebeneinanderstehen, solltest Du zeitnah einen Tierarzttermin vereinbaren. Häufig ist es notwendig, den persistierenden Milchzahn zu entfernen, damit sich das bleibende Gebiss möglichst gesund entwickeln kann. Ob und wann eine Entfernung erforderlich ist, entscheidet der Tierarzt nach einer Untersuchung.
Versuche niemals, einen Milchzahn selbst herauszuziehen. Dabei können Verletzungen entstehen und empfindliche Strukturen oder der nachrückende bleibende Zahn geschädigt werden.
Abgebrochene Milchzähne: Auch kleine Zähne können Schaden nehmen
Nicht nur bleibende Zähne können abbrechen. Auch Milchzähne können durch einen Sturz, einen Unfall oder das Kauen auf sehr harten Gegenständen beschädigt werden.
Ein abgebrochener Zahn sollte immer tierärztlich untersucht werden – auch dann, wenn Dein Welpe zunächst keine deutlichen Schmerzen zeigt. Ist das Zahninnere betroffen, können Bakterien eindringen und Entzündungen verursachen. Besonders bei Welpen ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig, da sich die bleibenden Zähne und ihre Anlagen im Kiefer noch entwickeln. Verletzungen an den Milchzähnen können unter Umständen auch deren Entwicklung beeinträchtigen.
Um das Risiko zu verringern, solltest Du auf geeignetes Kauspielzeug und altersgerechte Kauartikel achten. Sehr harte Gegenstände wie Geweihe oder harte Knochen können die Zähne stark belasten und sollten deshalb vermieden werden.
Zahnfehlstellungen: Wenn die Zähne nicht richtig zusammenpassen
Während des Zahnwechsels kann auffallen, dass einzelne Zähne schief stehen oder Ober- und Unterkiefer nicht richtig aufeinandertreffen. Nicht jede Abweichung ist automatisch behandlungsbedürftig. Bestimmte Fehlstellungen können jedoch dazu führen, dass Zähne gegen das Zahnfleisch oder den Gaumen drücken und dort schmerzhafte Verletzungen verursachen.
Lass das Gebiss Deines Welpen untersuchen, wenn er Schwierigkeiten beim Kauen hat, sein Maul nicht normal schließen kann oder ein Zahn sichtbar gegen das umliegende Gewebe drückt. Auch ungewöhnlich stehende Fangzähne oder ein deutlich vor- beziehungsweise zurückliegender Unterkiefer sollten tierärztlich beurteilt werden.
Gerade während des Zahnwechsels ist es sinnvoll, solche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. So kann der Tierarzt einschätzen, ob eine Behandlung notwendig ist und welche Maßnahmen die gesunde Entwicklung des Gebisses unterstützen können.
Wann solltest Du mit Deinem Welpen zum Tierarzt?
Eine tierärztliche Untersuchung ist insbesondere dann ratsam, wenn:
- ein bleibender Zahn durchbricht, während der zugehörige Milchzahn noch vorhanden ist;
- ein Zahn abgebrochen oder sichtbar beschädigt ist;
- Dein Welpe deutlich weniger frisst, Futter verweigert oder Schmerzen beim Kauen zeigt;
- stärkere oder anhaltende Blutungen auftreten;
- das Zahnfleisch deutlich geschwollen ist oder Du Eiter im Maul bemerkst;
- Dein Welpe ungewöhnlich stark speichelt oder deutliche Schmerzen zeigt;
- Dir eine auffällige Zahnstellung oder Schwierigkeiten beim Schließen des Mauls auffallen.
Bei starken Blutungen, erheblichen Schmerzen oder einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands solltest Du umgehend tierärztliche Hilfe suchen. Auch bei den anderen genannten Auffälligkeiten empfiehlt sich eine zeitnahe Untersuchung, damit mögliche Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden können.
Häufige Fragen zum Zahnwechsel beim Welpen
Tut der Zahnwechsel meinem Welpen weh?
Der Zahnwechsel kann mit einem unangenehmen Druckgefühl und empfindlichem Zahnfleisch verbunden sein. Manche Welpen zeigen kaum Beschwerden, andere kauen vermehrt, wirken etwas unruhiger oder reagieren empfindlicher auf Berührungen am Fang. Starke oder anhaltende Schmerzen sind dagegen nicht typisch und sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Ist es schlimm, wenn mein Welpe einen Milchzahn verschluckt?
Nein, in der Regel ist das völlig unproblematisch. Viele Welpen verschlucken ihre ausgefallenen Milchzähne unbemerkt beim Fressen oder Spielen. Du musst Dir also keine Sorgen machen, wenn Du nicht jeden verlorenen Zahn wiederfindest.
Darf mein Welpe während des Zahnwechsels Kauartikel bekommen?
Ja, geeignete Kauartikel und Kauspielzeuge können Deinen Welpen während des Zahnwechsels unterstützen. Achte darauf, dass sie ausdrücklich für Welpen geeignet sind, zur Größe Deines Hundes passen und ausreichend nachgiebig sind. Sehr harte Gegenstände wie Geweihe oder Knochen können die Zähne beschädigen. Beaufsichtige Deinen Welpen außerdem beim Kauen.
Muss ich die Milchzähne meines Welpen putzen?
Du kannst Deinen Welpen schon früh behutsam an Berührungen am Maul und an die Zahnpflege gewöhnen. Während des Zahnwechsels solltest Du besonders vorsichtig vorgehen, da das Zahnfleisch empfindlich sein kann. Übe keinen Druck auf lockere Milchzähne oder gereizte Stellen aus. Die regelmäßige Reinigung der bleibenden Zähne ist später ein wichtiger Bestandteil der Zahngesundheit.
Wann ist der Zahnwechsel beim Hund abgeschlossen?
Bei den meisten Hunden ist das bleibende Gebiss mit etwa sechs bis sieben Monaten vollständig entwickelt. Der genaue Zeitpunkt kann je nach Hund und Rasse etwas variieren. Bleiben Milchzähne neben den bleibenden Zähnen bestehen oder fallen Dir andere Auffälligkeiten auf, solltest Du das tierärztlich untersuchen lassen.
Fazit: Mit Geduld und guter Pflege durch den Zahnwechsel
Der Zahnwechsel gehört zur ganz normalen Entwicklung Deines Welpen. Zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat machen die Milchzähne nach und nach Platz für das bleibende Gebiss. In dieser Zeit kann Dein kleiner Vierbeiner ein stärkeres Kaubedürfnis entwickeln, etwas empfindlicher reagieren oder vorübergehend seine Fressgewohnheiten verändern.
Mit geeignetem Kauspielzeug, einer behutsamen Gewöhnung an die Zahnpflege und regelmäßigen Kontrollen kannst Du Deinen Welpen in dieser Entwicklungsphase gut unterstützen. Behalte dabei besonders im Blick, ob alle Milchzähne rechtzeitig ausfallen und die bleibenden Zähne ungehindert nachwachsen können.
Nutze diese Zeit auch, um Deinen kleinen Entdecker spielerisch an die Maulkontrolle und das spätere Zähneputzen zu gewöhnen. Mit etwas Geduld, der richtigen Unterstützung und einer guten Zahnpflegeroutine legst Du schon im Welpenalter einen wichtigen Grundstein für ein gesundes Hundeleben.